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Der Bienenwolf

Nützling oder Schädling? Teil 3 Der Bienenwolf

Beitrag von Lorenz » Mo 24. Jul 2017, 22:13

Nützling oder Schädling ? Teil 3

Der Bienenwolf (Wespe) (Philanthus triangulum)

Der Bienenwolf gehört zur Gattung der Grabwespen und ist somit die einzige Wespenart, die Bienen als Nahrungsquelle für ihre Brut jagt.
Das Weibchen wird bis 18mm, das Männchen bis 10mm lang, die Ähnlichkeit mit Wespen ist gewollt, der Hinterleib etwas gelblicher und schmaler als bei Wespen, der Kopf und die Augen etwas größer.
Die Bienenjagd bleibt dem weiblichen Tier vorenthalten, da nur sie einen Stachel besitzt und die Größe und notwendige Kraft für die Jagd hat.

Vorkommen / Verbreitung

Er kommt in ganz Europa vor, liebt trockene, magere Gebiete. Er jagt vorzugsweise bei Temperaturen ab 25°, zwischen Juni und September und ernährt sich wie andere seiner Gattung hauptsächlich von Nektar und Pollen.
Das Weibchen überfällt Bienen im Flug, lähmt diese mit einem Stich, dreht diese auf den Rücken und transportiert sie zu ihrem, meist in Sand gebautem Bau, dessen Röhre bis 1m lang sein kann. In einer der bis zu sechs Brutkammern angekommen, drückt sie mit ihrem Hinterleib die erbeutete Biene, um an den Nektar in ihrem Honigmagen zu gelangen, der dann über den Hinterleib ausfließt, ein willkommener Snack zwischendurch!
Dann wird die Biene sorgfältig abgeleckt, um die Biene mittels einem speziellen Sekret länger haltbar zu machen. Diese hält so über Wochen frisch und ist ein guter Vorrat für die heranwachsenden Larven.

Magere und sandige Gebiete dürfen in keinem Hortus fehlen!

Fortpflanzung

Das Weibchen legt die Eier in verschiedene Brutkammern, dessen Wände sie mit bis zu neun verschiedenen Antibiotika, welche in ihren Antennen produziert werden, ausstattet. Die Brut ist somit gegen Bakterien geschützt. Als Eiweißvorrat legt sie nun in jede Kammer bis zu vier gefangene Bienen, dann wird die Kammer verschlossen.
Kurze Zeit später schlüpfen die Larven und fressen sich an dem Vorrat fett, bevor sie sich in der wohlgehüteten Kammer verpuppen. Das angebrachte Antibiotika wird von den Larven aufgenommen, sie hüllen sich in einen Kokon, hängen sich geschickt in die Mitte der Brutkammer, wo sie vor Nässe und vor allem Pilzbefall geschützt sind und schlüpfen im Sommer des folgenden Jahres, als fertiges Insekt.
Dann wird gleich nach einem Partner zur Begattung gesucht, Brutstätten in Sandboden oder Sandhängen gegraben. Es ist Eile geboten, denn die Wölfe leben nur 6 bis 8 Wochen

Typische Schäden

Die Tiere sind bei Imkern nicht gerne gesehen, ein weiblicher Bienenwolf tötet in seinem kurzen Leben ca. 50 Bienen, aber dies gehört wie vieles andere zum Kreislauf des Lebens.

Natürliche Feinde

Als einziger Feind des Bienenwolfes sind einige Arten der Goldwespen bekannt, welche ihre Larven, die sich schneller entwickeln, in die Brutkammern der Bienenwölfe legen, sie also parasitieren.

Natürliche Feinde erhalten das Gleichgewicht in der Natur!

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Vielen Dank für deine ausführliche Artenbeschreibung Simbienchen.

Konnte dieses Jahr erstmalig bewußt einen Bienenwolf an der Rundblättrigen Minze beobachten. Schon toll was alles so auftaucht wenn man einen vielfältigen Lebensraum schafft.Er liebt wohl Sand u. Ruderalflächen.Da ist er richtig in einem Hortus.

 

 

 

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@alex

Diesen tollen Beitrag habe ich nur aus dem alten Forum rübergeholt. Geschrieben hat ihn damals Lorenz. Möchte mich hier nicht mit fremden Federn schmücken !

Aber um ihn im Archiv verstauben zu lassen, war er eindeutig zu schade !

Toll , dass du den Bienenwolf vor die Kamera bekommen hast !

Das wertet diesen schönen Beitrag nochmals auf

Lieben Dank dafür

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Spannend.
Am WE konnte ich eine Bienenwölfin bei der Jagd beobachten. Sie jagte nicht nur Bienen, sondern auch Schwebfliege und Fliege.
Die Schwebfliege hob sie auf, die Fliege war schneller.

Ob ich welche in meinem Garten habe, kann ich gar nicht sagen... Muss mal stalken gehen...

Jeder kann etwas tun!

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