Ich habe ja aus Versehen so ein Hinterfrage-Gen... "Gemüse baut man in Reihen an? Nö, wieso überhaupt? Ich mache das nicht!"
Und hier im Forum war ich dann inspiriert von
@Marissa, die (inspiriert von irgendeinem alten russischen Gartenguru

?) ihr Gemüse sich selbst aussamen und kreuz und quer wachsen lässt (zumindest
auch), und das sah bei ihr immer so toll aus.
Jedenfalls: Ich säte wild und nur so in ungefähren Clustern.
Mit der Konsequenz, dass ich ganz oft nicht wusste: Ist das Kunst, oder kann das...? Ich fand manchmal die Orte nicht wieder, wo ich "irgendwo in der Gegend" Möhren gesät hatte und pulte dann just dort in die Erde, um Bohnen hineinzulegen - und so ein Mist eben.
Will sagen: Für die Pflanzen funktioniert das schon, für die Gartenorganisation war es so, wie ich es gemacht habe, eher blöd.
Aber: Eigentlich glaube ich, dass es sogar besser ist!
Z. B. beim Basilikum im Beispiel stelle ich mir vor, dass er weniger wind- und regenanfällig ist, und vielleicht ist es auch, was "Schädlinge" bzw. Mit-Esser angeht, günstiger, wenn ich eine Salatinsel in der Mitte von Petersilie habe oder so.
Man muss halt trotzdem beachten, wer mit wem (nicht) kann.
Reihen sind doch irgendwie extrem unnatürlich, oder?
Und überlegt mal, wie toll das bestimmt aussieht, wenn man eine Spirale oder Muster sät...
Neulich las ich, dass die Sturmanfälligkeit mancher Waldbäume daher kommt, dass ein Forstwirt sich um sie kümmert: Der Baum wird freigestellt, zu nah stehende "Konkurrenten" werden "herausgenommen". Aber auch überartlich stützen Bäume sich gegenseitig, auch über die Wurzeln. Klar kann sich der Baum nicht in eine Richtung entwickeln, wenn daneben dicht ein anderer steht. Aber in der Natur wäre es so. Und er er fiele nicht so leicht um. Es ist rätselhaft, wieso die Menschen immer nur an Konkurrenz und nie an Kooperation denken. Dieses ganze "Survival of the fittest"-Ding... ist einfach nicht die GANZE Wahrheit. Jahrzehntelang redeten alle von Alpha- und Omega-Wölfen und so einen Quark. Dabei sind Wölfe so unglaublich gute Kooperierer, selbst überartlich. Sorry, wieder abgeschweift
Keine Ahnung, ob man die Baum-Kooperation auf Gemüse übertragen kann... da gibt es natürlich schon ein "zu dicht". Aber ich glaube, dass sich das oft auch von alleine "erledigt", wenn man es einfach lässt. Aber das gehört dann schon
fast wieder in den Empathie...Esoterik-Thread.
Zum Schluss vielleicht doch noch etwas Handfestest zum Thema: Ein Kollegin meint, sie sät Radieschen mit Möhre gemixt auf ein Beet. Also, das
klang breitwürfig, aber ich habe damals nicht nachgefragt... Dann wachsen bald die Radieschen, und man sieht dadurch, wo die Möhren sind. Bis die Möhren unterirdisch Platz brauchen, sind die Radieschen erntereif, und dann sieht man ja das Möhrengrün.