Alles rund ums Kompostieren

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Simbienchen
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Simbienchen »

Ich glaube, wir alle müssen anfangen umzudenken und Kompost, Humus und unsere Bodenlebewesen mit neuem Wissen und " neuen" Augen ansehen.

Da Ann @Ann1981 und ich uns in meinem Hortusfaden über meine neuen Kompost- Hochbeete- Gedanken ausgetauscht haben (ab hier und folgende:
viewtopic.php?p=18464#p18464)
...habe ich ihren Hinweis auf veganen biozyklischen Dauerhumus mal aufgegriffen und im Internet geforscht. Dazu bin ich auf Dr.agr.Johannes Eisenbach und seinen Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e. V. gestoßen und habe sehr interessante YouTube Video's gefunden, unter anderen auch dieses Interview vom Erdkongress zur Regeneration der Böden, was ich für euch hierher verlinke:


Obwohl der biozyklisch-vegane Anbau eher auf landwirtschaftliche Betriebe abzielt, gibt es neue Erkenntnisse, die für uns Gärtner ebenso interessant und auf unsere Ertragszone, Kompostwirtschaft/ Dauerhumus übertragbar sind.

Megainteressant!! Belest euch mal selbst dazu oder guckt euch die Videos von Johannes Eisenbach an....


Dann fand ich noch etwas anderes sehr Schönes bei Wurzelwerk, sehr gute und anschauliche Erklärungen zu dem Thema, warum man Mykorrhiza im Garten fördern sollte. Das erklärt auch unter anderem, warum Umgraben keine gute Idee ist, wenn man seine Ertragszone mit dem Bodenleben bewirtschaften möchte und nicht dagegen. Und warum Mischkultur Sinn macht....
Einfach runterscrollen :

https://www.wurzelwerk.net/gemuesegarte ... /#comments
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"
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Amarille
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Amarille »

Ich arbeite bereits seit 2 Jahren mit Protoplasmawasser nach Herwig Pommeresche. Für mich einfach umzusetzen und, wie ich meine, funktionierend. Ich bin einfach gestrickt, studiert hab ich nicht und kann es auch nicht.



Wenn es sehr heiß und trocken ist kommt das Wasser in den Kompost und die Grütze ins Beet, ansonsten beides statt gießen ins Beet. Die eingearbeitete Grütze ist dann nach wenigen Tagen bereits weg. Mein Kompost ist mit 1x umsetzen nach 1 Jahr fertig, der grobe Kompost vollbesetzt mit Kompostwürmer. Kompostwürmer lieben auch Zucker, die Honigreste, aus dem Glas gekratzt, im Wasser verrührt macht bei der Fütterung auch ganz viel.

Meine Erfahrung. Herwig Pommeresche lebte in Norwegen
Ich bin aus der Zeit gefallen... :ka
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Ann1981
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Ann1981 »

Mir wurde heute während des Bügelns folgendes und verwandte Videos von ReLaVisio zugespült. Es geht um Versuche mit Mulch im Kartoffelanbau, damit verbunden auch Silage und Mikroorganismen.



Aus meinen allerersten Anfängen erinnere ich mich an ein Video, in dem ein Mann einen Küchenabfallsmoothie in ein Beet kippt. Jetzt erinnere ich mich an meinen Plan, so ein Gerät für den Garten zu beschaffen. Danke, @Amarille , fürs Memorieren (statt Studieren).
"Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit." (Wolle Goethe)
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Ann1981
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Ann1981 »

Es folgt noch ein Video. (Für die Arbeit lese ich schon so viel. Außerdem mussten die Walnüsse vom Vorjahr für Vogelfutter geöffnet werden.)

zum Inhalt: Es geht zwar um eine Technik des Humusaufbaus für die Landwirtschaft, in dem Zusammenhang auch um mikrobioelle Prozesse. Ab Min. 37 gibt es Neuigkeiten aus der Forschung zum Thema Pflanzenernährung über Düngemittel (Scheint die Pflanzen nicht zu verziehen. Auch synthetische Dünger müssen vorher durch Mikroben aufbereitet werden.); ab Min. 105 zum Thema Humusaufbau im Privatgarten/ Nutzbeet: besser 5% in die Fläche einarbeiten statt isolierter Gaben beim Pflanzen.
Der Zustand konventionell bewirtschafteter Äcker und die klimatische Wirkung von Humus wird ebenso besprochen.




Das Buch zur Methode sieht so aus:
https://www.mc-bicon.de/das-buch.php

Das Verfahren heißt "Microbielle Carbonisierung".
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von norbert »

GrizzlyimGarten hat geschrieben: Sa 1. Nov 2025, 20:11 Ich werde einen 3-Kammer-Komposter einrichten. Im ersten Jahr wird in einem gesammelt, dann umgeschichtet und ein Jahr in der zweiten Kammer belassen. Im 3. Jahr wird der Komposten dann gesiebt und wird verwendet und/oder kommt in die 3. Kammer.

Nun ist so ein Komposthaufen immer auch ein Habitat für viele Tiere. Mir stellt sich immer wieder die Frage, die ich für mich nicht abschließend beantworten konnte:

Wann setze ich den Kompost am Schonendsten für die Tierwelt um, ohne das Ergebnis der Rotte wesentlich zu beeinträchtigen? Habt ihr da Tipps?
Tiere finden sich im Kompost ein, wenn sie dort eine ihnen angenehme Heimstatt finden. Ich hatte in der Vergangenheit Hummeln, kuschelnde Blindschleichen (die haben in einem Blindschleichen-Knubbel überwintert), Engerlinge, Tiechen mit Fell und Schwänzchen ...

Wenn es Anliegen ist, eine Behausung für Tiere zu bieten, setzt man den Kompost idealerweise gar nicht um, sondern macht bewusst eine Heimstatt für die Tierchen. Das ist eigentlich ganz schön. Und es lässt sich durchaus kombinieren.

Wenn man den Kompost bewirtschaftet und dadurch Unruhe entsteht, ist das keine schöne Umgebung für die Tierchen. Sie bleiben aus, weil es lästig ist, wenn da dauerend in der eigenen Behausung herumgewühlt wird.

Ich setze den Kompost zweimal im Jahr um. Zwischendurch muss ich der Förderung der Zersetzung wegen wiederholt mit der Kompostgabel das Material durchmischen. Von den sichtbaren Tierchen machen das fast nur Engerling, Würmer, Tausendfüßler, Käfer, Spinnen - und denen macht es erkennbar nichts aus.
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Poco Loco »

Hallo Norbert,
willkommen in der schönen und anregenden Gesellschaft des Netzwerks.

Auch wir haben vor einigen Jahren die gleichen Überlegungen wie Du angestellt. Wir setzen deshalb den Kompost nicht mehr um, sondern entnehmen im Sommer gezielt an einzelnen Stellen im unteren Bereich. Der ganze Kompost ist etwa 3 x 1,5 m bei etwa 1,0 bis 1,5 m Höhe. In der vorderen Mitte ist ein Spalt von ca. 0,5 m, an dem nachgerieselte Erde herausgenommen werden kann und von oben genug nachrutscht. Unten haben wir die Metallelemente etwas nach oben gestemmt, damit auch unter dem Zaun ein Durchkommen für Kleintiere ist.

Bild

Damit bleibt genug Platz für Engerlinge und andere Bewohner. Für Igel und andere Kleintiere ist dieser Spalt wie ein Eingangsflur.

Da hat der alte Zaun von der innerdeutschen Grenze (bis heute immer noch keine Verwitterung erkennbar) eine sinnvolle Verwendung gefunden...

Nachteil ist natürlich, daß der größte Teil des Kompost auf dem Haufen bleibt, aber das ist für uns in Ordnung. Wir sehen den Kompost auch als Nahrungsquelle für unsere tierischen Mitbewohner.
Dateianhänge
20251030_162057.jpg
Viele Grüße
Poco Loco
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Ann1981 »

Poco Loco hat geschrieben: So 25. Jan 2026, 12:18 Da hat der alte Zaun von der innerdeutschen Grenze (bis heute immer noch keine Verwitterung erkennbar) eine sinnvolle Verwendung gefunden..
Meine Historikerinnenaugen sind gerade fast herausgefallen.
Aber, na ja, man kann nicht alles archivieren, v.a. nicht von so einem großen "Raumtrenner" (Sketch History).
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Melandreas »

Hallo zusammen,

wir möchten uns einen Heißkomposter zulegen, um auch Samen- und Wurzelunkräuter wieder für den Garten verfügbar zu machen. Im Internet wird der Neudorff Duo Therm empfohlen, da dieser doppelwandig und ausreichend groß ist. Dieser ist zwar aus Kunststoff, der zumindest recycelt ist.

Hat jemand von Euch Erfahrungen? Funktionieren Heißkomposter wirklich? Welche Modelle sind empfehlenswert? Gibt es Selbstbau-Varianten, die auch wirklich funktionieren?
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Simbienchen
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Re: Alles rund ums Kompostieren

Beitrag von Simbienchen »

Melandreas hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 10:10 Hallo zusammen,

wir möchten uns einen Heißkomposter zulegen, um auch Samen- und Wurzelunkräuter wieder für den Garten verfügbar zu machen. Im Internet wird der Neudorff Duo Therm empfohlen, da dieser doppelwandig und ausreichend groß ist. Dieser ist zwar aus Kunststoff, der zumindest recycelt ist.

Hat jemand von Euch Erfahrungen? Funktionieren Heißkomposter wirklich? Welche Modelle sind empfehlenswert? Gibt es Selbstbau-Varianten, die auch wirklich funktionieren?
Ich habe mir den doppelwandigen Neudorf DuoTherm- Komposter im letzten Herbst aus dem gleichen Grund angeschafft. Noch kann ich nicht viel dazu sagen, da noch alles gefroren und die erste Füllung noch nicht verkompostiert ist, daher kann ich noch nicht mit Erfahrungen, was die Kompostqualität angeht, aufwarten. Was ich bis jetzt aber sagen kann ist, dass sich das Material sehr gut erhitzt hat und zusammen gesackt ist. Auch die Feuchtigkeit hält sich deutlich besser, da reicht die Feuchtigkeit, die das frische Material mit sich bringt, man muss nicht nachgießen. Auch hatte ich in diesem Komposter keine Probleme mit Nagern, die sich gerne im Winter in den anderen Thermokompostern eingerichtet haben. Er ist stabiler gebaut und man kann ein passendes Bodengitter dazu kaufen, als Schutz vor Mäusen, wenn man will. Damit hat man trotzdem den Kontakt zum Bodenbiom und sperrt nur die größeren Nutznießer aus. Ich wollte das gerne als geschlossenes System, weil ich auch Rosenkäfer- Engerlinge im Kompost habe, die sonst gerne auch zum Futterhappen von Mäusen, auch Spitzmäusen, werden.
Ich habe ihn allerdings noch mit Zuggurten umspannt, (weil das abgesackte Material ihn doch etwas auseinanderdrückte) um die Verbindungen zu schützen.

Ich kann aber aus meinen anderen jahrelangen Erfahrungen mit einem anderen alten Thermokomposter versichern, dass Thermokomposter sehr gut funktionieren, wenn man sie richtig schichtet. Das Wasser kondensiert an den Wänden und ist wieder verfügbar. Die Wärme von den erzeugenden Bakterien wird besser gehalten. Viele Gärtner haben Angst davor, dass es anfängt zu schimmeln oder zu feucht wird, aber diese Bedenken kann ich ausräumen. Wenn man sich an das lockere Schichten der unterschiedlichen Materialien ( feucht und trocken im Wechsel) hält, passiert das nicht. Durch das richtige Schichten der Materialien kommt es auch zu ausreichend Lufteinschlüssen für die aerobe Zersetzung. Es kompostiert wunderbar und schneller als im offenen Komposthaufen. Und ...man kann den Kompost von unten gut entnehmen, ohne den ganzen Haufen auseinder zu wühlen. Es rutscht dann von oben nach mit der Zeit.
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