Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Hier finden alle Fragen, Antworten und Anregungen zum Prinzip des Drei-Zonen-Gartens Platz, die sich nicht konkret auf eine Zone beziehen. Des weiteren finden hier allgemeine Gartenfragen ihr Zuhause.
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Amarille
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Re: Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Beitrag von Amarille »

Wie gehst Du damit um wenn die Tauschware nicht heimisch, eventuell sogar invasiv, ist? Also Pflanzen getauscht werden sollen die du seither aus deinem Garten genommen und ersetzt hast. Aus diesem Grund stelle ich meine überschüssigen Pflanzen zum verschenken einfach vor´s Gartentor. Die werden gerne genommen (immerhin sind sie kostenlos) und kommen so in andere Gärten. Oder ich setz sie einfach in meine Patenflächen. Mir geht es daraum niemanden belehren zu müssen, nicht Zeuge zu sein wie die Leute ihre nicht heimischen Pflanzen tauschen und die einheimischen stehen zu lassen. Da hätten wohl alle Freude am Tauschmarkt, nur ich nicht.
Ich bin aus der Zeit gefallen... :ka
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GrizzlyimGarten
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Re: Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Beitrag von GrizzlyimGarten »

Na, da sind ja schon eine ganze Menge Meinungen und Tipps zusammengekommen. Habt Dank dafür. :dafuer

Ich habe gemerkt, dass ich meinen Pflanzentausch schon recht konkret im Kopf hatte, wenn ich eure Vorgehensweisen lese. Eure sind echt toll, schön strukturiert und man liest heraus, dass die Tauschenden oftmals aus einer gewissen Bubble kommen. Ein Tausch unter Gleichgesinnten ist dann aus meiner Sicht etwas anderes, auf einem anderen Niveau, als das, was mich erwartet wird:

In meiner Gegend gibt es sehr viele Kleingärten, wir gehen die im Jahr vielmals ab, um zu schauen, was in den Gärten so gemacht wird. Nicht einer ist vergleichbar mit meinem. Damit meine ich nicht, dass "mein" Garten tolle wäre, eher meine ich damit das Konzept des Naturgartens, des Hortusprinzips oder der Permakultur. Die Gärten sind in Masse angelegt wie die 1980: Rasen, nicht einheimische Pflanzensammlungen, hier und da mal ein Beet und mal ein Obstbaum. Ist (teilweise) erlaubt, stört mich auch nicht, ist eben nicht meine Art Konzept und Garten.

Weshalb hole ich so weit aus und schaue auf die anderen, was ich nicht so gerne mache, ich besinne mich lieber auf mich. Doch werden genau hier die möglichen (paar) Leute herkommen, vielleicht ein paar Anwohner. Ich gehe davon aus, dass die Interessierten eher Gärtner fern meiner Garteninterpretation liegen. Auch das ist in Ordnung, nur werde ich mich hier "anpassen" müssen, wenn ihr wisst, was ich meine. (Vielleicht werde ich hier und da positiv überrascht, vermute, das bleibt die Ausnahme.)

So, viel getippt, nun zu meinen konkreteren Gedanken zur Umsetzung:

Ich werde meinen Frau wieder einen tollen Kuchen backen lassen und Kaltgetränke anbieten. Für einige Sitzgelegenheiten werde ich versuchen zu sorgen und der Rest ist freestyle. Ein Paar Tische/Abstellmöglichkeiten werde ich herrichten, damit die Pflanzen gut sichtbar, vielleicht auch etwas sortiert gestellt werden können. Allerdings gehe ich davon aus, weil die Werbung sehr lokal und kaum in intensiver Weise geschehen wird, dass wenige Leute mit Tauschpflanzen erscheinen werden. Ich vermute, dass sich die Tauschbörse herumsprechen muss.
Eine große Veranstaltung muss es auch nicht werden, entspannter Klönschnack mit der Weitergabe von Pflanzen. gerade der Austausch ist mir auch wichtig, da ich auch innerhalb der Kleingartenvereins ein kleines Umdenken anregen möchte, auch wenn mir bewusst und es sicher ist, dass der Vorstand versuchen wird, dieses Vorhaben zu unterbinden. (Das tat er bei meiner offenen Gartenpforte auch, schaffte es aber nicht. ;) )

4 Stunden, von 10 - 14.00 Uhr werde ich den Tausch anbieten, bleibt mir Zeit vorher und nachher. Ich werde Ende Mai / Anfang Juni anpeilen, in der Zeit werde ich meine meisten Pflanzen in den Garten setzen und sehen, welche Pflanzen ich abgeben kann. Außerdem erhoffe ich mir schönes Wetter.

Ich habe vor, eher Frage und Antwort zu stehen, falls jemand sich austauschen möchte. Belehren liegt mir fern, bei Interesse erläutere ich sehr gerne meine Vorgehensweise und meine Philosophie(n). Alleine wegen meiner öffentlich aufgestellten Schilder und der Einladungen wird die Ausrichtung Naturgarten mehr als deutlich werden.

Sollte jemand offensichtlich invasive Pflanzen anbieten, würde ich aktiv das Gespräch suchen, vielleicht schreibe ich das in die "Einladungen" auch deutlich mit hinein. Nichtheimische Gemüsepflanzen werde ich akzeptieren, denn Tomate, Gurke und Co sind willkommen. Bei Sträuchern und Stauden würde ich ebenfalls versuchen den Dialog zu suchen.

Es soll ein lockeres Angebot sein, nicht mehr, nicht weniger. :popkorn
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Simbienchen
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Re: Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Beitrag von Simbienchen »

Das hört sich doch schon gut an... :thumb und ich verstehe das " Dilemma" im Kleingartenvereinssystem.

Ich möchte noch kurz dazu etwas sagen, ....
Nichtheimische Gemüsepflanzen werde ich akzeptieren, denn Tomate, Gurke und Co sind willkommen.
....weil es manchmal bei mir den Anschein erweckt, dass geglaubt wird, dass im Drei- Zonen- Garten auch in der Ertragszone nur heimisches Gemüse und Obst angebaut werden darf. Das stimmt so nicht, darum möchte ich es nur kurz aufgreifen.

Beim Hortus- Konzept bezieht sich das "Heimische" eigentlich nur auf die Puffer - und Hotspot - Zonen. Wenn wir nur heimisches Gemüse anbauen wollten, wären wir arm dran ;)
In der Ertragszone spielt es keine Rolle, ob heimisch oder nicht, da steht die ausgewogene und gesunde Ernährung des Menschen im Vordergrund im Einklang mit der Natur natürlich.
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"
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Alma
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Re: Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Beitrag von Alma »

Ich kenne auch größer organisierte Pflanzentauschbörsen. Organisiert von z.B. der Stadt oder größeren Gartenbauvereinen.
Da kann einfach jeder kommen, es werden nur Tische bereitgestellt und es gibt eine Spendenkasse für diejenigen die nichts zum Tauschen mitbringen.
Das funktioniert auch sehr gut und wird rege besucht.

Allerdings wirklich auffallend ist, das viele Leute Pflanzen mitbringen die bei ihnen im Garten zu viel sind. Und das sind oft die wuchernden/sich stark aussäenden Pflanzen.
Da werden jede Menge Glattblattastern, das ausläufertreibende Johanniskraut, Flieder, Hibiskus, ... angeboten.

So einen späten Termin wie du ihn einplanst hatten wir bei unserer Tauschbörse auch anfangs und genau aus deinem genannten Grund.
Ein so später Termin hat sich aber gar nicht bewährt.
Da weiß man zwar was man übrig hat aber da haben sich die meisten schon anderweitig mit den fehlenden Gemüsepflanzen eingedeckt. Da haben eigentlich alle übrig und die wenigsten brauchen noch was.
Zum anderen ist die Zeit echt spät zum einpflanzen von Stauden oder Gehölzen. Die muss man dann den ganzen Sommer wässern. Im Juni ist auch das Ausgraben der Pflanzen evtl. etwas problematisch da sie schon deutlich gewachsen sind und das Ausgraben nicht mehr so gut vertragen.
Wenn man ein bisschen plant weiß man ja wieviele Gemüsepflanzen man übrig hat.
Schlimmstenfalls hat man all seine übrigen Zucchini/Kürbispflanzen hergegeben und die eigenen werden dann doch von den Schnecken gefressen.
Unser Termin ist deswegen spätestens Anfang Mai
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GrizzlyimGarten
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Re: Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Beitrag von GrizzlyimGarten »

Alma hat geschrieben: Di 3. Feb 2026, 12:17 So einen späten Termin wie du ihn einplanst hatten wir bei unserer Tauschbörse auch anfangs und genau aus deinem genannten Grund.
Ein so später Termin hat sich aber gar nicht bewährt.
Da weiß man zwar was man übrig hat aber da haben sich die meisten schon anderweitig mit den fehlenden Gemüsepflanzen eingedeckt. Da haben eigentlich alle übrig und die wenigsten brauchen noch was.
Zum anderen ist die Zeit echt spät zum einpflanzen von Stauden oder Gehölzen. Die muss man dann den ganzen Sommer wässern. Im Juni ist auch das Ausgraben der Pflanzen evtl. etwas problematisch da sie schon deutlich gewachsen sind und das Ausgraben nicht mehr so gut vertragen.
Wenn man ein bisschen plant weiß man ja wieviele Gemüsepflanzen man übrig hat.
Schlimmstenfalls hat man all seine übrigen Zucchini/Kürbispflanzen hergegeben und die eigenen werden dann doch von den Schnecken gefressen.
Unser Termin ist deswegen spätestens Anfang Mai
Danke, ich werde den Termin überdenken. :thumb
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Miri
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Re: Überlegungen zum Start eines jährlichen Pflanzentauschs

Beitrag von Miri »

Hallo lieber Grizzly,

das ist toll, dass du sowas auf die Beine stellen willst!
Ich verstehe, dass du Sorge hast "Unwissende" zu verschrecken oder zu überfordern, wenn du zu viel Input reingibst. Aber bedenke, dass das "Nichtwissen" und "Nichtumsetzen" nicht automatisch auch "Nichtwollen" impliziert!

Wenn ich da so auf mich schaue: ich hatte einige Jahre einen kleinen Balkon (in HH ;-) ) und habe mich über jede vorbeifliegende Biene gefreut und wollte den Bienen etwas Gutes tun: also habe ich Blumen mit der Aufschrift "bienenfreundlich" oder "insektenfreundlich" gekauft und Geranien verteufelt. Als wir dann unser Haus gekauft haben und ich plötzlich einen ganzen Garten zum gärtnern hatte, war mir das von Anfang an wichtig, etwas für die Insekten und die Umwelt zu tun. Aber durch mein "Nichtwissen" habe ich zu Anfang ganz viele unnütze Blumen gekauft und aus naturgärtnerischer Sicht ganz viele Fehler gemacht. Ich habe ein paar Jahr gebraucht, bis ich gelernt und verstanden hatte, dass es nicht getan ist mit ungefüllten Blüten und dass es mehr Vielfalt und mehr Vorlieben gibt als "die Biene" (Honigbiene) und Hummeln.
Wenn ich von Anfang an die entsprechenden Informationen gehabt hätte, hätte ich einiges anders gemacht und der Natur schneller mehr Gutes getan. Innerhalb der Bubble aus der ich kam (Endzwanziger, Hamburger Innenstadt, höchstens ein Balkon zum gärtnern) fiel ich schon auf mit meinem Ziel "Insektenfreundlichkeit" - und da kam ich nicht mal auf die Idee, dass es ein "mehr" und "besser" geben könnte - entsprechend habe ich mich auch nicht in diese Richtung informiert. Wenn ich damals, zufällig, die Infos bekommen hätte, wie wichtig z.B. heimische Pflanzen sind, dann wäre ich total interessiert gewesen und hätte mir von dem Thema was mitgenommen, hätte vielleicht da schon angefangen mich in die Richtung zu belesen. Da mich in meiner Bubble allerdings nie ein entsprechender Hinweis erreichte, verließ ich mich auf die Baumarkt-Schildchen...

Lange Rede, kurzer Sinn:
ich würde an deiner Stelle, vielfältige Infos in deinem Garten / an deinem Tauschtag rausgeben. Es gibt sicher Leute, bei denen du damit auf ein offenes Ohr triffst und einen Stein des Anstoßes ins Rollen bringen kannst - auch wenn du das derzeit nicht vermutest - auch wenn die Gärten/ Balkone dieser Leute derzeit nicht danach aussehen! Aber vielleicht wissen sie es einfach nicht besser!
Und wen es halt so gar nicht interessiert, der kann die Infos ja auch einfach überlesen und ausblenden. Es wird ja niemand dazu gezwungen.
Aber da es dir ja ein wichtiges Anliegen ist, mit diesem Tag etwas in Bewegung zu bringen und etwas Gutes (in Richtung naturnahes Gärtnern) zu tun, würde ich entsprechenden Input einplanen!
Vielleicht hast du die Möglichkeit auf A3 zu drucken und zu laminieren? Es gibt doch einige schöne Infografiken zu den verschiedensten Themen (z.B. Totholz, heimische Pflanzen etc.), die du dann strategisch günstig in deinem Garten / entlang des Zaunes aufhängen könntest.

Wenn du einen Termin festgelegt hast, verkünde ihn auch gern hier. Je nach dem wie unsere Wochenendplanung dann so aussieht und in welcher Ecke HHs dein Kleingarten liegt, komme ich vielleicht mal rum. :-)
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