Hortus Wilde Vielfalt

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  • Beitrag veröffentlicht:21. Dezember 2022
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Hortus Wilde Vielfalt

Ich bin gelernte Gärtnerin und schon 36 Jahre im Beruf, 2015 habe ich das ganz große Los gezogen und durfte von nun an einen ca. 2,5 ha großen Garten eines Seniorenstiftes pflegen. Dort wurden 2014 rund 5000 m2 Hotspotzonen als Therapiegarten angelegt, sowie eine kleine Wildwiese, ein großer Teich und ein großes Kräuterhochbeet eingefasst in Trockenmauer mit Sitzelementen aus Holz, sowie eine große Gedenkecke aus Naturholzstämmen.

Ebenfalls auf dem Grundstück befinden sich 2 naturnahe alte Wäldchen, die unzählige Spechtflöten (stehende Tote Bäume die vom Specht ausgehöhlt wurden) beherbergen. Abgestorbene Bäume bleiben im Wald entweder an Ort und Stelle oder als Totholzhaufen/Hecke gestapelt. Einen offenen Komposthaufen einseitig eingefriedet mit Weidenzäunchen gibt es auch.
Das Regenwasser wird in die Beete am Haus (jetzt Ertragszonen) sowie in den ca. 25m2 großen Teich bzw. dessen Sumpfzone sowie in eine Zisterne und Regentonnen geleitet! Mir wurde ziemlich schnell klar, dass das kein „normaler“ Garten ist!

Egal ob Hummeln, Falter, Wildbienen (ich wußte bis dato nicht mal, das es Wildbienen gibt) Vögel und co. täglich entdeckte ich neue Tiere/Insekten. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so eine wilde Vielfalt auf so kleinem Raum gesehen! Ich fing an mich übers naturnahe gärtnern zu belesen und stellte die Pflege komplett um! Ziemlich schnell siedelten sich heimische Wildstauden an und die Artenvielfalt wurde immer größer!

2021 fand eine Schulung für angehende Naturgarten Tester in dem Garten statt. Ich wollte mich trotz allem ich damit nichts zu tun hatte, mich gut vorbereiten und bin so auf das Hortus-Netzwerk gestoßen und fand meine Pflege sofort in dem 3 Zonen Garten wieder. Allerdings wußte ich bis dato nur sehr wenig über Neophyten und es befanden sich Massen an Kirschlorbeer in dem Garten. Somit gab es bei der Schulung+ Prämierung nur eine „Grüne Oase auf dem Weg zum Naturgarten“! Das hat mich so motiviert, den Garten binnen eines Jahres komplett auf den Kopf zu stellen um mich für eine Neuprämierung zu bewerben und den Hortus eintragen zu lassen.

Einige Naturmodelle wie Totholzhaufen, Käferkeller, Steinhaufen, Reisighaufen /Zäune, Ringelnatter- Bruthaufen, xxl Sandarium, Nisthilfen für Vögel und Wildbienen sind entstanden und der komplette Kirschlorbeer sowie andere Neophyten wurden entfernt und dafür 80 heimische Sträucher gepflanzt und 2500 Frühblüher gesteckt. Material für Eidechsenburg und Steinpyramiden sind schon gehortelt aus der Region bzw. dem eigenem Garten!

Sensen, mulchen und kompostieren sind zur Selbstverständlichkeit für mich geworden! Mittlerweile ist der Garten kein Garten mehr, sondern ein kleines Paradies auf ca. 2,5 ha!

Naturmodelle: Trockenmauer, Steinhaufen, Totholzhaufen, Käferkeller, Sandarien, Reisig und     Laubhaufen, Ringelnatter-Bruthaufen, stehendes und liegendes Totholz, Weidenzäunchen, Nisthilfen für Vögel und Wildbienen, Tränken, Großer Teich mit Sumpfzone , Wassereinspeisung ausschließlich Flächenwasser vom Dach

Pufferzone: Der Garten ist ein großes Eckgrundstück! Auf der Ostseite besteht die Pufferzone aus einer Totholzhecke und Wiesenschnitt auf einer länge von ca. 100m bis dann angrenzend das größere von 2 naturnahen alten Misch- Wäldchen mit vielen Eichen und Buchen auf dem Grundstück beginnt. Auf der Südseite ist das Wäldchen abgegrenzt mit Totholzhecken. Auf der Westseite besteht die Pufferzone aus Buchenhecke und dem kleinem naturnahem Wäldchen.

Auf der Nordseite besteht sie aus einem begrünten Zaun aus Efeu und wildem Wein und dahinter verschiedenen heimischen Sträucher. u.a. Weißdorn, Pfaffenhütchen, Liguster, Weiden, Wildrosen, roter Hartriegel, Traubenkirschen, Holzapfel

Hotspotzone: sie ist insgesamt ca.7000m2 groß in mehreren unterschiedlich großen Bereichen verteilt. 5000m2 wurden mit Mineralgemisch abgemagert und besteht ausschließlich aus heimischen Wildpflanzen und wird 1x jährlich im Frühjahr mit der Sense gemäht.

Dann gibt es noch 2 Magerwiesen die 1- 2x im Jahr in Staffelmahd gesenst werden.

Ertragszone: die Ertragszone verteilt sich auf dem sehr großem Grundstück und werden gemulcht. Dazu zählen Obstgehölze wie Apfel, Birne, Pflaumen, Aronia, Felsenbirnen, Mirabellen, Süß- und Sauerkirsche, Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Sanddorn, Johannisbeeren, ein großes Kräuterbeet, Gemüsebeet mit Tomaten, Gurken, Kohlrabi, Möhren, Fenchel und mehr.

  • Wilde Vielfalt weil sehr viele verschiedene Wildtiere wie Rehbock, Feldhasen, Dachse, Marder, Igel und Insekten, Falter, Vögel, Wildbienen, geschützte Waldameisen, Fledermäuse, Amphibien,Reptilien, Ringelnattern und Co. in dem Garten leben. Es wachsen außerdem unzählige verschiedene heimische Wildpflanzen, Sträucher und Bäume. Man fühlt sich wie im Paradies!
  • Marina Fechner
  • 10318
  • Berlin
  • Deutschland
  • ca. 2,5 ha /25.000m2
  • FB: Ina Wernecke

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