Hortus Trifolium

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  • Beitrag veröffentlicht:22. Februar 2022
  • Beitrags-Kategorie:Hortus

Liebes Hortus-Team, ich habe 2018 nach dem Neubau mit der Gartengestaltung begonnen. Leider ohne viel Ahnung aber mit dem Wunsch für Insekten das bestmögliche zu pflanzen – so landete ich ursprünglich bei diversen Stauden mit einem “Bienensymbol” auf dem Etikett. Dass das nicht immer sinnvolle Stauden waren, ist mir leider lange klar… 2019 stolperte ich über das Hortus Netzwerk und habe mir dann Sträucher für die Pufferzone bestellt: Schlehe, Weißdorn, Berberitze, Pfarrerkapperl, Eibe, Pimpernuss, Vogelbeere, Haselnuss, Holunder, Weide, Johannesbeere, Kornelkirsche, Felsenbirne – da ich direkt am Stadtrand wohne und danach bewirtschaftete Felder kommen, war mir eine gute Pufferzone wichtig – hier verschmilzt ein bisschen die Pufferzone mit Ertragszone da ich ja die Früchte auch selbst konsumiere und als Bodendecker außer Efeu unter anderem auch Erdbeeren wachsen. Meine Ertragszone sind ein kleines Hochbeet im Osten, zwei niedrige Beete und ein Keyhole-Beet das mir einen enormen Ertrag an Zucchini, Kürbis & Co verschafft hat. Weiters ist ein Hochbeet aufgebaut (in U-Form) an einer Südwand, hier werde ich im März Kiwis pflanzen. Himbeeren, eine Marille und ein Birnbaum, und diverse Kräuter (die ich unter andrem in den Hotspots habe) vervollständigen meine Ertragszone. Meine Hotspots sind: Käferkeller, Totholz auch in der Pufferzone, eine Mini-Benjeshecke über dem Käferkeller (hier steht auch ein Holz-Konstrukt für einen Kompost, allerdings sind hier nur holzige Staudenteile drin – unten drunter schläft gerade ein Igel – somit ist das hier kein Kompost und wird auch nie umgeschichtet/verwendet), Blumeninsel, ein Steinplattenweg nur in Sand verlegt wo eine Rieger-Hoffmann Fugensandmischung viel Thymian, Mauerpfeffer und Gänseblumen bringt, eine kleine Steinmauer lose verlegt an der Südwand, und im Vorgarten der aus ca 100 Quadratmeter Stauden und Einjährigen besteht (hier habe ich 2018 begonnen, hier sind noch Pflanzen zu finden die nicht heimisch sind, aber auch viel Natternkopf, Königskerze, Wegwarte, Spitzwegerich, Kuhschelle…). Bei neuen Pflanzenkäufen ist mir wichtig dass es heimisch ist, oder von mir gegessen werden kann – dh ein Fall für die Ertragszone. Ich habe 3 gekaufte Insektenhotels, und in einen aufgestellten Totholzstamm Löcher gebohrt. Weiters ist der Boden extrem steinig, diese Steine schlichte ich zu Haufen in die Puffer- und Hotspot Zone – hier habe ich vor allem Spinnen beobachtet. Da der Vorgarten in praller Sonne liegt, und ich hier die Erde mit 1/3 Sand gemischt habe, haben sich im heißen Sommer 2019 viele Heuschrecken-Grabwespen und Borstige Dolchwespen eingefunden. Blattschneiderbienen erfreuen sich vor allem an den Blättern vom Judasbaum (so hat er wenigstens einen Sinn), und durch diverse Salbei-Arten und die Königskerzen haben wir auch Holzbienen entdeckt. Der Name Hortus Trifolium wurde gewählt, weil wir 2019 Rasen angelegt haben – diese Fläche wurde wenige Wochen nach den Rasensamen erfreulicherweise vom Klee übernommen. Gelber Steinklee hat sich an der kleinen Natursteinmauer eingefunden, und sehr viel Wilde-Möhren. Jetzt im Frühjahr blühen Krokus, danach Weinbergtulpen und botanische Tulpen. Der Garten befindet sich in heißer, extrem trockener Weinbaugegend, und in der Sturmzone. Es ist ein immerwährendes lernen wie man mit den Gegebenheiten arbeitet. Gegossen wird hier die Bepflanzung nur nach dem Anpflanzen und sonst nur die Ertragszone. Mittig haben wir seit 2018 eine Blumenesche (würde ich, da nicht heimisch, eher nicht mehr pflanzen) die mit Trockenheit super zurecht kommt und zumindest durch die Blüten den Generalist Honig-Biene erfreut. Um den Baum haben wir eine Blumeninsel – Schmetterlingsmischung von Rieger und Hoffmann, mit einer einzelnen Karde – ich hoffe sie hat sich trotz Nahrung für den Distelfink dennoch gut versamen können. Durch die Trockenheit nutze ich sogut es geht den Regenwasserspeicher (wenn es denn mal regnet). Mein Motto ist: weniger Kleerasenfläche mehr Hotspots – dh hier ist noch arbeitsbedarf, und ein Teich/Schatten/Sumpfzonen Teil ist ebenso geplant – aber erst in grauer Zukunft. Da nach den ersten Schritten 2018 erst 2019 die kleinen Heckenpflanzen eingezogen sind, wirkt alles noch sehr kahl. Das Buch Permakultur und Naturgarten hat mir sehr geholfen und nehme ich öfter zur Hand (und habe ich auch an Hausbau-Freunde verschenkt). Oh und im Januar 2021 habe ich die “Natur im Garten” Plakette erhalten. Ich hoffe ich hab nicht zuviel geschrieben und eventuell wichtiges vergessen, herzlichen Dank fürs Lesen! Sollten die hochgeladenen Fotos nicht aussagekräftig genug sein, bitte eventuell um kurze Info, ich habe noch viel mehr auch von der Pufferzone, aber leider ist der Speicherplatz zu Ende.

Liebe Grüße, Katharina

  • Hortus des Klees
  • Katharina Strohmayer
  • 2540
  • Bad Vöslau, Niederösterreich
  • Österreich
  • 600 m2
  • katharina@strohmayer.cc

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