Hortus Mandurama

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  • Beitrag veröffentlicht:28. Dezember 2020
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Hortus Mandurama

Im Jahr 2017 nutzten wir die Möglichkeit, ein Grundstück auf dem Lande am Rande eines ruhig gelegenen Rebbergs zu erwerben. Ein Teil des Landes war bereits seit über 50 Jahren relativ naturnah angelegt, weshalb bereits ein Grundstock an wertvollen heimischen Sträuchern und hohen Bäumen vorhanden war. Die sukzessive Umwandlung der gesamten Fläche in einen Naturerlebnisgarten nach dem Hortus Prinzip ist ein wunderbarer Teil unsers Lebens geworden, wobei die Arbeit viel Spass macht und die Liste der Gestaltungsideen und Naturmodule immer länger wird. Wahrscheinlich wird oder soll der Hortus nie ganz fertig sein, da uns immer wieder neue Ideen einfallen.

Hintergrund

Mandurama bedeutet in etwa “mit Wasser gefüllte Gruben” (Water Holes).

Die Bezeichnung stammt von australischen Ureinwohnern, dem Stamm der Wiradjuri. Diese Leben seit 60’000 Jahren in einem Gleichgewicht mit der Natur und pflegen eine reiche Tradition und Kultur. Dazu gehört die Verbundenheit zu Wildtieren und einer schier unglaublich grossen Biodiversität.

Dieses natürliche Gleichgewicht bleibt durch Yindyamarra (tiefer Respekt und Geduld), Ngurrbul (Liebe) und Buya (überliefertes Wissen) erhalten.

Im Hortus Mandurama gibt es zwar keine Pflanzen aus Australien, dafür aber eine immer grösser werdende Zahl heimischer, gebietstypischer Arten. Dennoch verbindet uns, nach langjährigem Aufenthalt, noch vieles mit dem Land “Down Under”. Es ist das unbeschreibliches Gefühl und die Ehrfurcht, die wir in der puren Natur in den schier unendlichen Weiten der teilweise noch unberührten Nationalparks erfahren durften.

Mit dem Hortusgedanken möchten wir Natur und Lebensräume schaffen. Wie bereits im Namen angedeutet, spielt hier Wasser eine zentrale Rolle. Für die Hotspotzone haben wir während vieler Monaten eine grosse Teichlandschaft erschaffen. Gleich angrenzend entsteht auf der einen Teichseite auf magerem, trockenen Grund eine Wildstaudenfläche. Auf der anderen Teichseite bleibt Raum für die mehrjährige Wildblumenwiese, sowie zusätzliche Naturmodule.

Das Grundgerüst des Hortus ist in den Jahren 2019-2020 entstanden. In den kommenden Jahren bauen wir weiter und hoffen auf gutes Anwachsen der vielen, teilweise noch sehr jungen Pflanzen. Wir sind gespannt, ob sich bei uns schon bald neues Leben einfindet.

Pufferzone

  • Die Zone: Im ersten Schritt haben wir diese 55m lange und ca. 5-7m breite Zone erstellt. Die steile Böschung war früher mit monotoner Grasbepflanzung, Hortensien und einer Forsythie bestückt.
  • Gebietstypische Sträucher: Für diese neue Pufferzone haben wir Sträucher aufgrund ihrer ökologischen Eigenschaften ausgesucht und gepflanzt: Eingriffeliger Weissdorn (crataegus monogyna), Kreudorn (rhamnus cathartica), Kornelkirsche (cornus mas), Gemeiner Schneeball (viburnum opulus), Wolliger Schneeball (viburnum lantana), Liguster (ligustrum vulgare), Pfaffenhütchen (euonzmus alatus), Felsenbirne (amelanchier rotundifolia / ovalis), Gemeine Heckenkirsche (lonicera xylosteum), Roter Holunder (sambucus racemosa), Schwarzer Holunder (sambucus nigra), Besenginster (cytisus scoparius), Alpen Johannisbeeren (ribes Alpinum), Geissblatt (lonicera caprifolium), Wildhimbeere (rubus idaeus), Färberginster (cytisus nigricans), Blasenstrauch (colutea arborescens), Berberitze (berberis vulgaris), Schlehe (prunus spinosa), Faulbaum (Rhamnus frangula), Roter Hartriegel (cornus sanguinea), Haselnuss (corylus avellana), Hundsrose (rosa canina), Filzrose (tomentosa), Essigrose (gallica), Kriechrose Arvensis (rosa arvensis), Alpenheckenrose (rosa pendulina), Weinrose (rosa rubiginosa),
  • Einheimische Bäume: Wildapfel (malus sylvestris), Eberesche (sorbus aucuparia), Speierling (Sorbus domestica). Bereits vorhanden sind die Salweide (salix caprea), Feldahorne (acer campestre) und die Hainbuche (carpinus betulus)
  • Nicht Einheimische Ergänzungen: Die Pufferzone haben wir mit diesen weiteren zwar nicht heimischen, dennoch aber naturnahen Pflanzen oder Sorten verschönert: Aronia melanocarpa Viking, Bio Obstbäume (Spindelform), sowie diverse naturnahe Rosen hybride mit hohem ökologischen Nutzen (nach Reinhard Witt – Naturnahe Strauchrosen)
  • Unterpflanzung: Unzählige Geophyten (naturnahe Zwiebelblumen zum auswildern), Wildblumenwiesen-Ansaat durch die gesamte Pufferzone (Syringa). Die Wildblumenwiese wird mit der Zeit grösstenteils von den Sträuchern verdrängt werden, soll aber einen schönen Krautsaum bilden.

Hotspotzone

  • Die Zone: Die neu angelegte Zone besteht aus mageren Flächen (Wandkies, Sand oder Unterboden) und “normalen”, eher nährstoffreicheren Bereichen.
  • Teichlandschaft: Im Zentrum befindet sich der Naturschwimmteich und die beiden Pflanzenfilterteiche.
  • Feuchtbereich: Angrenzend an die Teiche haben wir 6 Feuchtbeete erstellt (Bepflanzung folgt im April)
  • Wildstaudenbeete: Auf Wandkies angesäte heimische Wildstaudenmischung (UFA) umgeben von Kalkstein Trockenmauern
  • Wildblumenwiesen: Wildblumenwiesenmischungen von UFA und Syringa (Ansaat folgt im März)

Ertragszone

  • Die Zone: Den Gemüsegarten hatten wir als erstes angelegt. Die etwa 45m2 Fläche ist unterteilt in sechs Beete. Jedes Beet beinhaltet eine oder zwei Pflanzenfamilien. Jährlich findet eine Rotation der Beete im Urzeigersinn statt. In Zukunft möchten wir mittels Nährstofftransfer aus der Hotspotzone die  Humusschicht weiter aufbauen.

Bereits Bestehende Naturmodule

  • Naturteiche mit Schwimmbereich
  • Diverse Trockenmauern
  • Benjes Hecke
  • Totholz / Reisighäufen
  • Wurzelkeller
  • Sandarium
  • Grosse und teilweise mit Efeu bewachsene Bäume (Salweide, Feldahorn, Hainbuche, Fichte, Kiefer)
  • Viele weitere Module sind derzeit noch in Bearbeitung oder befinden sich auf unserer Ideenliste
  • Mandurama bedeutet "mit Wasser gefüllte Gruben" (Water Holes). Die Bezeichnung stammt von australischen Ureinwohnern.
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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Eure Bilder vermitteln ein Gefühl von Weite, Frieden und tiefer Verbundenheit zur Natur, genau wie die Worte, die ihr zur Beschreibung Eures Hortus wählt. Sie lassen eine tiefe Spiritualität erahnen. Ich würde mich freuen zu sehen, wie es sich bei Euch weiterentwickelt und einen Blick auf die Naturmodule werfen, wenn der Schnee getaut ist. ;-) Wär schön, wenn Ihr Euer Kleinod irgendwann im Forum unter “Mein Hortus und ich” vorstellt und Gleichgesinnte an der Entwicklung teilhaben lassen könntet. :wink:

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