Hortus La Résistance

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  • Beitrag veröffentlicht:14. Juni 2021
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Auf unserem ca 700m² grossen Grundstück entstand im letzten Jahr ein Naturgarten im Sinne des 3-Zonen-Gartens. Auf ca 350m² wurde mit Saatgut aus dem Lebensinseln-Shop eine Naturwiese mit Schmetterlingssaum, buntem Saum und Feldblumenmischung angelegt. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterling, Krokus und Traubenhyazinte bieten schon vor dem Aufgehen der Blumenwiese Nahrung für “Frühaufsteher”.

Die angrenzende Pufferzone ist noch sehr niedrig, wächst aber stetig. Es entstand eine Benjeshecke, welche die Hotspotzone und die Ertragszone voneinander trennt, gefolgt von einem Milpabeet mit kleiner Natursteinmauer, auf der sich bereits Eidechsen sonnen. Die Ertragszone ist eher ein zusammengewürfeltes Durcheinander aus Hochbeet, Kastenbeeten und einem Keyholebeet.

Wir hatten schon viele tolle Besucher. So grub sich im letzten Sommer ein Hirschkäferweibchen an einem Strauch in den Boden und dieses Jahr fand ich u.a. ein Waldreben-Fensterfleckchen. Seit einigen Wochen leben zwei Igel bei uns im Garten, entdeckt durch eine Wildkamera, und zwei Stiglitze besuchen uns auch hin und wieder. Wir haben Rosen-, Mai- und Junikäfer, Glühwürmchen, schwarze Holzbienen, Blindschleichen, diverse Hummelarten, rote Mauerbienen uvm.

Gemäht wird bei uns nur in der Ertragszone mit e-Rasenmäher, wobei ich die Kanten mit der Handsichel schneide. Zur Nährstoffzufuhr nutzen wir Kompost, Wurmkiste und Mulch, bei den Tomaten Biodünger aus Schafwolle.

Die Hotspotzone beinhaltet einen kleinen Teich mit ca 40cm Tiefe und eine Steinpyramide, stehendes und liegendes Totholz und eine Käferburg, leider noch ohne Keller.

In der Hecke an der Ertragszone befindet sich ein Totholzhaufen mit Höhle, in der auch die Igel gerade leben, ein Igelhäuschen, Vogelfutterstation, Tränken (ebenerdig und hängend) und stehendes Totholz.

Bis auf wenige verbliebene “Altlasten” sind alle gepflanzten Pflanzen heimisch, der Kampf gegen invasive Neophyten ist noch nicht entschieden und ich gebe nicht auf, ehe auch der letzte Feinstrahl das Handtuch geworfen hat.

Zur Namenswahl gibt es mehrere Gründe

1. Um uns herum gibt es nur Monokulturgärten mit gesaugtem Rasen und fein säuberlich gestutzten Thuja- oder Bambushecken. Ein Lichtblick ist der westlich angrenzende Garten eines Hobbyimkers, in dem aber jeden Herbst alles weggeräumt wird um fürs Frühjahr neu auszusäen.

Grund 2 ist politisch, denn ich bin aus tiefstem Herzen Antifaschistin.

Es ist höchste Zeit Widerstand zu leisten, lasst die Gärten blühen!

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