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Tomaten selber kreuzen?

Hallo,

hat jemand schon mal versucht, selber Tomaten zu kreuzen? Und dann ggf. auch, die Ergebnisse zu stabilisieren? Oder auch: mal eine Zufallskreuzung entdeckt?

Es juckt mich in den Fingern, das dieses Jahr mal auszuprobieren – wahrscheinlich bin ich von der Dicke-Bohnen-Zucht schon geschädigt ;-)
Nun habe ich gelesen, daß es 6-8 Generationen mit Selbstbestäubung und Auslese braucht, um eine stabile Sorte zu bekommen. Das ist jetzt nicht gerade schnell, aber trotzdem gut nebenbei machbar. Etwas aufwendiger ist ja nur die erste Kreuzungsbefruchtung. In den folgenden Generationen muß man bloß Fremdbestäubung verhindern.

Gibts Erfahrungsberichte? :-)

»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster
Zitat von Dorfgärtner am 12. Mai 2021, 11:52 Uhr

Hallo,

hat jemand schon mal versucht, selber Tomaten zu kreuzen? Und dann ggf. auch, die Ergebnisse zu stabilisieren? Oder auch: mal eine Zufallskreuzung entdeckt?

Es juckt mich in den Fingern, das dieses Jahr mal auszuprobieren – wahrscheinlich bin ich von der Dicke-Bohnen-Zucht schon geschädigt ;-)
Nun habe ich gelesen, daß es 6-8 Generationen mit Selbstbestäubung und Auslese braucht, um eine stabile Sorte zu bekommen. Das ist jetzt nicht gerade schnell, aber trotzdem gut nebenbei machbar. Etwas aufwendiger ist ja nur die erste Kreuzungsbefruchtung. In den folgenden Generationen muß man bloß Fremdbestäubung verhindern.

Gibts Erfahrungsberichte? :-)

Ich habs noch nicht versucht. Kreuzung ist die eine Seite, die andere Seite ist, daß die Eigenschaften, die bei einer Kreuzung herauskommen, oft nicht so gut sind. Um da nach einer Kreuzung etwas richtig Gutes zu finden, sowohl geschmacklich, als auch die Pflanzengesundheit betreffend, dürfte der Hobbygarten zu klein sein. Ich denke, da müsste man nach einer Verkreuzung möglichst viele Samen aussäen und die entstehenden Pflanzen genau bewerten und selektieren.

Ich habe inzwischen genug Tomatensorten, die mir wichtig sind und die ich erhalten will, so daß ich keine neuen Sorten schaffen will. Ich habe unterm Tomatendach 28 Pflanzplätze und das sind zu wenige zur Züchtung einer neuen Sorte. Außerdem probiere ich ja jedes Jahr ein paar neue Sorten von über 10000 Sorten aus, die es wohl weltweit gibt und das finde ich spannender und kurzfristiger, als über Jahre hinweg eine eigene Sorte zu schaffen. Die Sorten, die mir passen behalte ich dann langfristig und vermehre sie auch. Ein paar der Sorten, die ich habe, hat der frühere Saatgutproduzent auch nicht mehr im Angebot.

Ich finde Sortenerhalt wichtiger als immer noch mehr neue Sorten zu schaffen. Gerade bei Tomaten werden von den Saatgutfirmen immer mehr samenechte Sorten aus dem Sortiment genommen und durch F1-Hybriden ersetzt, die der Hobbygärtner nicht mehr selbst vermehren kann.

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