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Staudenbeete im Laufe der Jahreszeiten

Kopiert von @simbienchen vom 20.10.2020

  • Es reicht völlig aus, wenn man seine Beete im Frühjahr von Stängeln und abgetrockneten Pflanzen befreit.
  • Die Stängel brauchen viele unserer überwinternden Nützlinge als Winterquartier. In vielen Stängeln von Stauden und Sträuchern haben sich nun Insekten eingenistet.
  • Unsere Insekten verbringen die Winter in allen möglichen Entwicklungsstadien, als Ei, Larve, Puppe, Raupe und auch adulte Schmetterlinge (wie z. B. der Zitronenfalter).
  • Entfernt man die Überwinterungsmöglichkeiten, hat man im kommenden Jahr auch weniger Nützlinge wie z.B Marienkäfer und Florfliegen im Garten. Das gutgemeinte Insektenhotel alleine bietet kaum genug Verstecke für all unsere Nützlinge.
  • Auch unseren Vögel bieten stehengelassene Samenstände wichtige Futterreserven im Winter. Ganz viele Gräserarten und Stauden tragen noch einen Rest Samen, die eine wichtige Notration für die Gartenbewohner im Winter darstellt.
  • Hier sollte der Wert der Beherbergung und Ernährung unserer Nützlinge einen höheren Stellenwert bekommen, als der liebe Ordnungswahn. Bereits im Austrieb kann man mit verschiedenen Möglichkeiten, die Stauden vor dem Umkippen schützen.
  • Sollte man die vertrockneten Stängel aus irgendeinem Grund doch entfernen müssen, kann man diese gut auf einen Reisighaufen legen. Auch dort können sie als Überwinterungsquartier genutzt und als Futterquelle für Vögel wahrgenommen werden.

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AxelPrimulaverisTillivillaGsaelzbaer
Und wärend die Welt ruft ... Du kannst nicht alle retten! Flüstert die Hoffnung ... Und wenn es nur einer ist... Versuch' es! Sylvia Raßloff

Unser Garten ist in seiner Entwicklung ja noch sehr jung und wie im letzten Spätsommer habe ich mich wieder gefragt :

  • Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Stauden zurückzuschneiden, sodass sie eine Nachblüte haben? Frank, hatte mal geschrieben, die Wiesen sollten gemähd werden, wenn die Margeriten verblüht sind. Kann man das so generell als Zeitpunkt nehmen oder ist das nur bei der Wiesenmahd sinnvoll? Danach sollten dann wahrscheinlich alle Samenstände stehen bleiben, um Futter und Winterschutz für unsere Insekten und Wildtiere zu bieten
  • Bei welchen Stauden sollte gar kein Rückschnitt erfolgen, bzw. erst im späten Frühjahr?
  • Sollte man die komplette Staude zurückschneiden oder Blüten für die Samenreifung stehen lassen? z.B. falls die Nachblüte doch zu gering oder gar nicht erfolgt, dann hätte man keinen Samen mehr fürs nächste Jahr (oder fürs STP )

Ich denke, ich habe bei mir den Fehler gemacht, kaum, bzw. gar nicht zurückzuschneiden, oder zu spät. Ich habe jetzt zwar reichlich Samenstände, die sind aber durch den verregneten Sommer total matschig und die hohen Stauden sind zu dem noch in die Wagerechte gegangen

Das wäre dann auch der nächste Punkt: die Stauden-Stützen

  • Wann ist der beste Zeitpunkt um die Stützen zu setzen? Ich denke mit dem Austrieb im Frühjahr, dann können die Triebe gut hineinwachsen. (Hat Simone oben auch schon geschrieben)
  • Nachträglich angebrachte Stützen haben den Nachteil, dass die Staude meistens sehr eingeschnürt wird und sich dann als Wulst zu einer Seite neigt. Es sieht nicht mehr natürlich aus. Auch brechen die dünnen Triebe schnell ab.
  • Müssen die Äste abgelagert sei? Sonst schlagen sie evtl. Wurzeln? Bei meiner kleinen geflochtenen Umrandung im Vorgarten habe ich sozusagen einen Blutpflaumen-Steckling, der treibt fröhlich aus

Remontierende Stauden:

  • Einige Glockenblumenrten: C. trachelium, C. rapuncoloides, rotundifolia, persicifolia
  • Dost: Origanum vulgare
  • Königskerzen: Vaerbascum nigrum, Verbascum chaxii (nicht heimisch)
  • Salbeiarten: Salvia verticillata, Salvia uliginosa, Salvia glutinosa
  • Rainfarn
  • Margeriten
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Ich hatte mich vor einigen Tagen an Frank vom Ommertalhof gewand und um seine fachmännische Meinung zum Thema Stauden gebeten.

Hier seine Antwort:

Hallo zusammen,

eine Patentlösung beim Staudenrückschnitt, genauso wie bei der Wiesenmahd gibt es leider nicht. Irgendwer oder was bleibt immer auf der Strecke.

Dennoch gibt es ein paar Tipps möglichst vielen Pflanzen und Tieren gleichzeitig zu helfen.

Zunächst mal kann man alle herbstblühenden Pflanzen, die gerne umfallen und anderes verdecken einen Chealsea Chop verpassen. Dabei werden Ende Mai, also zur englichen Chealsea Flowershow alle Spätsommer und Herbstblüher bis zu 70%!!! gekürzt. Das Ergebnis ist eine etwas spätere Blüte auf deutlich kürzeren Stängeln. Statt dicken Einzelblüten hat man viele kleinere:

z.B. die Fette Henne, früher Sedum telephinum , jetzt Hylotelephinum telephinum subsp. telephinum (das ist die Heimische, und die spinnen die Botanicologen) bleibt kompakt und vielblütig.

Funktioniert auch bei Rainfarn, Wasserdost, Wegwarte uvm.

Grundsätzlich kann man alle Stauden , die bis Juni geblüht haben auch bodennah, etwa Ende Juni zurückschneiden.

Fast alle heimischen Stauden remontieren, dh. blühen dann noch mal in Spätsommer /Herbst. Den Zeitpunkt des Schnittes erkennt man oft wenn die Pflanze in der Mitte neue Triebe schiebt und die alten Blütenstände zur Seite gedrückt werden.

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Wildwuchs im Staudenbeet Die Igel lieben es

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Das könnte Abhilfe schaffen

Die Staudenstützen auf den 3 folgenden Bildern habe ich bereits im Frühjahr aufgestellt, so konnten die Pflanzen direkt hineinwachsen. Für den rainfarn war die Stütze allerdings nicht hoch genug

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Simbienchentree12PrimulaverisKirstenGsaelzbaer
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Wie sieht es in euren Staudenbeeten aus? Gezähmter Wildwuchs?

Zeigt uns doch, wie ihr eure Stauden im Zaum haltet und auch wie sie sich im Laufe des Jahres entwickeln

Zuerst  klein, ganz harmlos, um dann im Sommer zu explodieren und einem über den Kopf zu wachsen

Welche Tiere bewohnen im Herbst und Winter die trockenen Staudenstängel?

Und denkt dran, im Frühjahr nicht zu früh im Staudenbeet aufräumen

Ist zwar noch lange hin bis zum Frühjahr, trotzdem verlinke ich mal den Thread "Frühjahrsputz im Garten". Denn was jetzt zu viel geschnitten wird, fehlt den Winterschläfern

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Simbienchentree12TillivillaGsaelzbaer
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Bei mir war auch alles explodiert und ich hatte zu spät eingegriffen. Natürlich habe ich die Stauden noch angebunden, aber wie oben schon beschrieben wars zu Teil nicht mehr sehr hübsch....das will ich im kommenden Jahr unbedingt besser machen....

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MalefizPrimulaveris
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Frank vom Ommertalhof hat ja schon alles perfekt beschrieben.

Zum Thema Margeriten muss ich sagen, dass diese wenn man nach der Blüte die Wiese nicht mäht sie sehr schnell ausgedunkelt werden d.h. sie haben zu wenig Sonne und verschwinden einfach.

Ich habe auf einer Facebook-Seite eine tolle Idee für den Herbst gefunden.

Hohe Stauden oben zusammenbinden aber zuvor die Mitte mit Laub füllen. So entsteht ein schöner "Blätterkokon" in dem Insekten überwintern und Vögel vor der Kälte Schutz suchen können.

https://m.facebook.com/groups/www.naturgarten.org/permalink/2796293240663057/

Malefiz, Simbienchen und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
MalefizSimbienchenPrimulaverisTillivilla
Und wärend die Welt ruft ... Du kannst nicht alle retten! Flüstert die Hoffnung ... Und wenn es nur einer ist... Versuch' es! Sylvia Raßloff
Zitat von Dorothee am 7. Oktober 2021, 6:38 Uhr

Ich habe auf einer Facebook-Seite eine tolle Idee für den Herbst gefunden.

Hohe Stauden oben zusammenbinden aber zuvor die Mitte mit Laub füllen. So entsteht ein schöner "Blätterkokon" in dem Insekten überwintern und Vögel vor der Kälte Schutz suchen können.

https://m.facebook.com/groups/www.naturgarten.org/permalink/2796293240663057/

Das finde ich eine wirklich super Idee! Wunderbares Beispiel dafür, wie man zwei sinnvolle Maßnahmen, die von konventionellen Gärtnern eher skeptisch beäugt werden (Stauden nicht abschneiden und Laub nicht entsorgen) auf optisch ansprechende Weise umsetzen kann. An diesem Anblick sollte sich doch nun wirklich niemand stören! :-)

Klappt aber wahrscheinlich nur mit gewissen Stauden so gut wie auf dem Foto.

Simbienchen und Lena haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenLena
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