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Sind Reisighaufen gefährlich?

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Hallo liebe Naturfreunde,

Habe auf meinem Grundstück im laufe der Jahre zwei riesige Reisighaufen angelegt. Habe von 3 Seiten gemischte Wildsträucherhecken, eine ist 70m lang, daher kommt da wirklich einiges an Schnitt zusammen. Die Reisighaufen sind mittlerweile ca. 4m hoch und 6m breit. Schaffe es nur noch mit einer Leiter neues Material oben draufzulegen. Hatte schon etliche Vogelnester und es leben verschiedene Eidechsenarten darin.

Jedoch hat mich heute mein Nachbar gewarnt, dass die Haufen kein Feuer fangen. Anfangs hab ich es einfach abgenickt und für die typischen "Angst vor Natur" Kommentare gehalten, jedoch mache ich mir jetzt ernsthaft Sorgen. Es reicht, wenn ein Spaziergänger eine Zigarette über den Zaun wirft oder vom Feuer des Nachbarn ein Funke überfliegt. Dann wird der riesige knochentrockene Haufen wahrscheinlich alles im Umkreis von 10m abbrennen.

Was denkt ihr, ist die Sorge begründet? Habe bereits geplant bei Regenwetter 2 Clematis Vitalba zu pflanzen um ein bisschen mehr Schatten auf dem Haufen und somit Feuchtigkeit zu erreichen.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Bränden in Gärten gemacht oder davon gehört?

Viele Grüße

Hallo Varius,

wie nah ist denn die Nachbarsgrenze? Und wie weit entfernt sind deine Reisighaufen von den Nachbargebäuden entfernt?

Das steckt ein ernsthafter Gedanke hinter, denn das trockene Zeug brennt in der Tat wie Zunder !!

In der VVB ( Verordnung zur Verhütung von Bränden) ist unter anderem geregelt, wie man brennbare Stoffe auf Grundstücken lagern darf/soll. Die gilt in Bayern, ist eine bayrische Verordnung. Weiß nicht, wie das in anderen Bundesländern geregelt ist.

Wenn du eine Gefahr schaffst, dann kannst du natürlich haftbar gemacht werden, wenn anderen ein Schaden dadurch entsteht.

Kannst du die nicht kleiner machen? Einen Teil häkseln ? Wäre ja schade, diesen wertvollen Lebensraum vollkommen zu entfernen.

Du könntest die Haufen auch mit Erde abdecken und bepflanzen, das würde schon einen gewissen Schutz bieten.

Auf jeden Fall stehst du da in der Verantwortung....lass sie auf keinen Fall größer werden....die sind sonst wie Osterfeuer...;-)

 

 

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Das ganze befindet sich auf einer Obstbaumwiese am Siedlungsrand, also sind keine Gebäude gefährdet. Jedoch ist der Nachbarszaun ca. 2,5m vom Haufen entfernt und es wächst auch eine mittlerweile 6m hohe Wildkirsche südlich vom Haufen die etwas Schatten wirft. Der andere Haufen befindet sich ziemlich schattig unter wilden Pflaumen und einem Apfelbaum weshalb ich mir um diesen weniger Sorgen mache.

Kleiner machen kann man vergessen, der ganze Schnitt ist verhakt da sehr dornig und man wäre wahrscheinlich Wochen beschäftigt dies zu Häckseln.

Ich werde dann, um das ganze weniger brennbar zu machen, einen Erdwall um den Haufen errichten und diesen mit wildem Wein, Efeu etc. zusätzlich bepflanzen.

Allerdings sind doch in Zeiten dieser Trockenheit alle Naturmodule mit viel totem Holz einer Brandgefahr ausgesetzt, insbesondere im Siedlungsbereich wo es warm wird, schnell abtrocknet und potentiell mehr Schäden entstehen können. Noch nie habe ich über dieses Risiko mit Totholz in Gärten gelesen, außer dass rumliegendes Totholz in Wäldern die Waldbrandgefahr erhöht weshalb unsere Wälder so aufgeräumt sind.

Hallo zusammen , für mich hört sich das nach "German Angst" an

Du handelst ja nicht grob fahrlässig und zündest deine Reisighaufen selber an.

Im Umkehrschluss wären ja dann auch all die Insekten und Spinnentiere , Wespen und Zecken die sich auf deinem Grundstück entwickeln eine Potenzielle Gefahr für die Gesundheit deiner Nachbarn

Ich finde es jedenfalls ausserordentlich Bemerkenswert , dass du so ein Riesenbiotop hast .

Deshalb würde ich an deiner Stelle einfach so weiter machen wie bisher.

Grüsse vom Frank

Mit den 2,5 m Abstand zum nächsten Gartenzaun bist du schon mal auf der sicheren Seite. Das ist auch der Abstand für ein Gebäude mit Fenstern zum Nachbargrundstück, welches aus Brandschutzverhütungsgründen meines Wissens nach eingehalten werden muss.

Wie es aber jetzt für Obstwiesen außerhalb der Siedlung innerhalb der Gemeinden geregelt ist, bin ich auch total überfragt. Da kann ich auch nicht weiterhelfen, sorry.

Da müsste man sich bei der eigenen Gemeinde selbst erkundigen.

Ich denke aber, dass du mit einer Erdanhäufung und schattenspendenden Bepflanzung schon gut aufgestellt bist. Das gehört doch bestimmt zu natürlichen Lebensräumen und wir sind ja auch alle bei extremen Trockenzeiten aufgerufen aufzupassen, dass wir keine Brandherde verursachen. Durch Fremdverschulden oder in Brand setzen kann sich leider keiner schützen.

Ich an deiner Stelle würde die Haufen jetzt nicht noch größer werden lassen. Lieber verteilt kleinere auf Dauer, da besteht weniger Gefahr des Funkenüberfluges und kleinere Haufen brennen schneller ab oder können schneller gelöscht werden.

Ansonsten bist du heutzutage auf der Seite des Naturschutzes mit deiner Streuobstwiese und schaffst durch die Totholzhaufen Lebensräume, da kann ich mir nicht vorstellen, dass da jemand etwas gegen hat.

Ich glaube, es wäre ein anderer Fall, wenn innerhalb der Siedlung solch große Totholzhaufen entstehen , wo die Gärten auch nicht von der Feuerwehr befahrbar sind. Aber im Außenbereich...? Ich glaube da brauchst du dich nicht so verrückt machen....

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Danke Frank, dein Stück Natur kann sich aber auch sehen lassen. Ich finde auch, dass es etwas nach "German Angst" klingt. Die Nachbarn hier sind generell eher eigenartig, zum Beispiel werden manche Streuobstwiesen wöchentlich gemäht und mein Nachbar ist neulich bei uns über den Zaun geklettert um den wilden Hartriegel der auf seine Seite ragt zurückschneiden. Eine einfache Bemerkung hätte gereicht und ich hätte ihn geschnitten.

Simbienchen, hier in BaWü gibt es jedenfalls ein Gesetz für Abstände von Anhäufungen. Diese müssen, ab 1,80m Höhe 50cm von der Grenze entfernt sein. Wenn es 1,80m übersteigt muss die Entfernung 1,80m + die Mehrhöhe betragen. Der höchste Punkt vom Haufen ist allerdings mindestens 3-4m entfernt und sackt ja auch noch zusammen, daher mache ich mir deswegen keine Gedanken.

Jedenfalls sollte niemand aufgrund solcher Risiken oder übervorsichtigen Nachbarn auf dermaßen wichtige Lebensräume im Garten verzichten. Eher sollte es gefördert werden, diese Biotope anzulegen.

" Eher sollte es gefördert werden, solche Biotope anzulegen"

Sehe ich auch so...

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Der Grillfunke vom Nachbarn ist ehrlich gesagt das Problem des Nachbarns.

Wer grillt hat dafür Sorge zu tragen, dass er in der Umgebung nichts abfackelt.

Spaziergänger, die bei Trockenheit ihre Zigarette einfach in die Umgebung schnippen ohne die Glut vorher ordentlich auszutreten, sind meines Erachtens nicht besser als Brandstifter.

Wir wissen alle, dass es zu wenig regnet, es Waldbrandgefahr gibt uvm.

Deswegen würde ich jedoch den Reisighaufen nicht entfernen. Die Verantwortung für Idioten vorsorglich übernehmen ist nicht deine Aufgabe. Vor allem, wenn es auf deinem Grundstück ist.

Sei selbst der Wandel, nicht das Rädchen

Hier etwas" Lustiges " zu diesem Thema ;-)

 

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Platz für Heckenrosen

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