Für die Südseite des Hauses hatte ich lange keine Ideen. Durch den Dachüberstand ist es dort sehr trocken. Mauerwerk und (An-)Blick werden von größeren Pflanzen frei bleiben. (Der Efeu kam lange vor mir angeschissen und wird wohl einmal wegen einer Drainage weichen.)
Der Baustil ist auch nicht mein Favorit. Als Kunst- und Kulturhistorikerin fühle ich mich verpflichtet es zu erhalten, weil es ein historisches Zeugnis ist. Und es ist Erbstück in der Familie meines Mannes, die sich Ende des 19. Jahrhunderts zum Industrieadel emporarbeitete, seit 120-130 Jahren. Aus meinem fachlichen und beruflichen Hintergrund entschied ich mich also für "Scheiße mit Schwung": Die Architektur des Hauses sollte betont, jede Spur gründerzeitlicher und kolonialer Herrlichkeit hervorgehoben werden. Das Haus steht auf einem Hang, in dessen Talende eine ehemalige Hauptverkehrsstraße auf die Mitte des Gebäudes zuläuft. Man schaut also ehrfürchtig zum Preis bürgerlichen Fleißes auf.
Die Backsteinreihen verlängern die Linienführung. Der Kreisdurchmesser ist aus den Mitten der äußeren Balkonbrüstungen gebildet.
Die Seitenbereiche hob ich für Sandarien ca. zwei Spatentiefen (50-60cm) tief aus.
Zwischen der Fertigstellung der beiden Seiten lag ein Jahr = Zeit für Beobachtungen. Da die Besiedlung des ersten linken Teils dauerte, änderte ich beim Rechten die Zusammensetzung des Sandes. Links: Sand: lehmiger Gartenboden 1:2; Rechts 1:3-4
Für den Rasenmäher muss es im Garten einfache Kanten geben. Im Baugrund fand ich Pflastersteine sowie eine hübsche Wurzel, unter der ich den Sand etwas anhäufeln konnte.
Als ich im Juni diesen Jahres die andere Hälfte befüllt hatte, meinte mein Mann, dass wir jetzt nur wieder eine hübsche Wurzel bräuchten. In unserem Garten fast Nichts leichter als das. Nur acht Meter westlich ergatterten die Spitzhacke und ich ein Rasenmäherhindernis, und wir haben immer noch 24 Wurzeln mit und ohne Stammstück im Boden.
Die Pfütze kam zeitnah dazwischen. Bei Interesse gibt es hier viewtopic.php?t=1200 Informationen.