Das Problem ist auch, dass viele Hobbyschäfer die Schafe nebenberuflich halten. Früher saß der Schäfer Tag und Nacht bei seinen Schafen mit auf der Weide, hat über sie gewacht. Hat seine Hütehunde selbst gezogen und ausgebildet. Die Frauen haben ihren Männern das Essen auf die Weiden gebracht. Das war ein Fulltimejob früher.
Im Bayerischen Wald wurden früher die Wölfe ausgeläutet. Ein alter Brauch. Wer sich dazu belesen möchte, kann ja mal nach "Wolfauslassen/ Wolfaustreiben" googlen.
Ich selbst kenne noch das Bild von Wanderschäfern aus meiner Kindheit, aber wer ist denn heute noch bereit, so zu leben? Geschweige denn davon leben zu können?
Wir haben dieses Jahr Bosnien Herzegowina und Montenegro mit unserem Bulli durchfahren. Da sieht man noch die Schäfer im Durmitor Nationalpark bei ihren Schafen und Hunden sitzen. Geschlafen wird in einem alten Wohnwagen oder kleinen Mini-Hütte. Und da gibt es Bären, Luchse , Adler und Wölfe....ohne Zäune!
Es ist ein sehr polarisierendes Thema. Ich verstehe beide Seiten und wäre als Schäfer wahrscheinlich auch nicht begeistert von der zunehmenden Wolfsaktivität. Mir tun auch die gerissenen Schafe leid und soweit ich es verstanden habe, sollten die Schafherden gar nicht eingepfercht werden, weil das panische Hin - und Herlaufen der Schafe im Gatter, die einen Ausgang suchen, immer wieder die Beutefangreaktion beim Wolf auslösen. Solange etwas rennt, fängt der Wolf nicht an zu fressen.
Können die anderen Schafe aber weit wegrennen, weil auch Hütehunde ihre Arbeit leisten, kehrt irgendwann Ruhe ins Wolfsrudel ein und es beginnt zu fressen.
Wölfe verschleppen und vergraben ja scheinbar auch ihre Beute und fressen sie nach und nach auf. Wenn aber die gerissenen Schafe/ Weidetiere von Menschen entfernt werden, dann muss der Wolf öfter kommen.
Ich muss sagen, ich habe viel zu wenig Wissen über den Wolf, ich begrüße es aber sehr, dass er wieder Teil unseres Ökosystems geworden ist. Vor Jahren habe ich mal eine Doku über die Rückkehr des Wolfes in unsere Wälder gesehen, leider erinnere ich mich nicht mehr daran, wie sie hieß. Aber es war mega interessant zu erfahren, welchen Wert der Wolf hat und welche tierische Vielfalt mit ihm zusammen zurückkehren konnte. Es wird nicht umsonst immer wieder hervorgehoben, dass er einen hohen Stellenwert in unserem Ökosystem hat.
Der " böse" Wolf hat leider eine schlechte Lobby ...mich stimmt es eher traurig , dass demnächst evtl wieder legal Jagd auf den Wolf gemacht werden kann, denn ich vermute , dass das kommen wird. Unser Zeitalter und unsere Art zu Leben lässt keinen Raum für solch ein wunderbares Tier. Wie soll man das auch Menschen erklären, die mittlerweile so entfremdet von der Natur sind, dass sie sogar Angst vor Wildbienen haben und sie für Wespen halten? Wehe da läuft mal ein Wolf durch die Straße....

"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"