Hortus Grevenstein
- Amarille
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Re: Hortus Grevenstein
Vielleicht solltest Du doch mal ab und zu alle 2 Wochen den Gartenschlauch in die Hand nehmen und deine Pufferzone wässern. Meine Beobachtungen: ältere Gehölze und Sträucher haben tiefe Wurzeln und kommen ganz gut mit der Trockenheit klar, neuere Pflanzungen sind noch nicht soweit, die gilt es einfach am Leben zu erhalten damit sie die Chance haben mit ihren Wurzeln tiefer zu wachsen. Zu dem tust du den Vögeln und den Insekten einen Gefallen, vor allem den Vögeln. Mit dem Wasserstrahl aus dem Schlauch gibst du den Regenwürmern und sonstigen Kleintieren im Boden den Eindruck "ach, guck, es regnet" und so kommen sie an die Oberfläche zur Freude der Vögel. Wenn ich, alle 2 Wochen wässere sehe ich unter den Sträuchern in der Pufferzone Amseln und Meisen wie sie im Boden picken und den einen oder anderen Wurm im Schnabel haben. Grüne Blätter haben auch die Eigenschaft zu kühlen, auch ein Grund den Bäumen und Sträuchern etwas gutes zu tun. Ich schaffe es nicht dem vertrocknen zu zu schauen, doch ja beim Rasen und im Blumenbeet dann schon. Halten wir diesen Sommer noch aus, nächste Woche soll es wenigstens kühler werden. 
Bisher hat die Natur den Menschen mit erhobenen Zeigefinger gewarnt. Ab sofort zeigt sie uns den Mittelfinger.
- Grevenstein
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Re: Hortus Grevenstein
@Amarille:
Ich kann Dich und andere sehr gut verstehen, dass ihr dem Vertrocknen nicht einfach zuschauen könnt. Bei mir hat es auch ein bisschen gebraucht, bis ich es jetzt offensichtlich kann.
Wo sollte ich anfangen und wo aufhören, welche Pflanze im Freiland bekommt etwas von dem kostbaren Nass und welche nicht? Wenn es ums Wässern geht, können über 600 qm dann doch ganz schon viel werden und hier leidet inzwischen so ziemlich alles.
Kurz stand für den kommenden Sonntag möglicher Regen in unserer Wettervorhersage, ist jetzt zurückgezogen, keinerlei Regen für die nächsten 4 Tage. Frühestens Dienstag wird es was, wenn sich das nicht auch wieder ändert...
Das mit den älteren Gehölzen, die sowas besser ertragen sollten, kann ich bei mir dieses Jahr nicht beobachten. Selbst Gewächse, die vor über 26 Jahren gepflanzt wurden, zeigen bei genauem Hinsehen die beschriebenen Symptome. Zum Beispiel meine beiden "Cornus sanguinea / Roter Hartriegel", sie haben inzwischen kaum mehr frisches Grün. Sogar 26 Jahre alte Ahornbäume, 10-jährige Haselnusssträucher etc. beginnen mit Herbstfärbung und lassen ihre Blätter fallen. Nur die Robinien rechts und links der Einfahrt, denen ich sicherlich nicht nachtrauern würde, denen kann man bisher nichts anmerken.
Am Ende ist es ein bisschen wie mit den Wühlmäusen, nachdem ich sie aktzeptiert habe, kann ich mit den immensen angerichteten Schäden umgehen und muss mich nicht mehr dauernd darüber ärgern. So versuche ich denn auch, mich mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen abzufinden und das Beste daraus zu machen.
Da ich davon ausgehe, dass dies keine Ausnahme-Hitzesommer ist, sondern in nicht allzu ferner Zeit Normalität, also die Regel, nehme ich ebenso an, dass die Bedingungen zukünftig noch härter werden und die Sommer noch heißer und trockener.
Meine Pflanzen müssen sehen, wie sie klarkommen, bei dem was da auf uns alle zukommt, kann bzw. möchte ich ihnen nicht helfen. Nicht wegen der enormen Abwasserkosten, die bei derartigen Versuchen auf mich zukommen würden, sondern eher weil mir mein Gefühl sagt, es wäre für mich nicht der richtige Weg!
Wie meine Mama immer sagt, sie ist ebenfalls praktizierende Naturgärtnerin mit vielen Anwandlungen zur Hortusianerin:
"Nur die Harten kommen in den Garten und bleiben auch dort."
Wir alle haben diese Entwicklungen irgendwie ein stückweit mit zu verantworten und Mitteleuropa ist aufgrund seines bisher eher gemäßigten Klimas nunmal stark betroffen. Zumindest insofern, dass wir derartiges bisher nicht gewohnt sind. Hilft nichts, wir werden uns dran gewöhnen müssen oder weiter in den Norden auswandern.
Ich für meinen Teil, lasse meinen Hortus und die Natur erstmal machen. Mit meiner riesigen Samenbank möchte ich schauen was sich durchsetzt und überlebt, anschließend kann ich die Erfahrungen dann an andere weitergeben. Ich bin sicher, wir werden diese Erfahrungen in Zukunft brauchen und vielleicht mag ja der eine oder andere Mitmensch dann von meinen bescheidenen profitieren.
Falls es Dich (@Amarille) tröstet, tatsächlich habe ich heute früh um 6 Uhr eineinhalb Kannen (ca. 15 Liter) an meine zuletzt gepflanzte "Salix caprea 'Mas' / Männliche Salweide" gegeben. Ein ganz so erbarmungsloser Mitmensch bin ich dann wohl doch noch nicht.
Ich kann Dich und andere sehr gut verstehen, dass ihr dem Vertrocknen nicht einfach zuschauen könnt. Bei mir hat es auch ein bisschen gebraucht, bis ich es jetzt offensichtlich kann.
Wo sollte ich anfangen und wo aufhören, welche Pflanze im Freiland bekommt etwas von dem kostbaren Nass und welche nicht? Wenn es ums Wässern geht, können über 600 qm dann doch ganz schon viel werden und hier leidet inzwischen so ziemlich alles.
Kurz stand für den kommenden Sonntag möglicher Regen in unserer Wettervorhersage, ist jetzt zurückgezogen, keinerlei Regen für die nächsten 4 Tage. Frühestens Dienstag wird es was, wenn sich das nicht auch wieder ändert...
Das mit den älteren Gehölzen, die sowas besser ertragen sollten, kann ich bei mir dieses Jahr nicht beobachten. Selbst Gewächse, die vor über 26 Jahren gepflanzt wurden, zeigen bei genauem Hinsehen die beschriebenen Symptome. Zum Beispiel meine beiden "Cornus sanguinea / Roter Hartriegel", sie haben inzwischen kaum mehr frisches Grün. Sogar 26 Jahre alte Ahornbäume, 10-jährige Haselnusssträucher etc. beginnen mit Herbstfärbung und lassen ihre Blätter fallen. Nur die Robinien rechts und links der Einfahrt, denen ich sicherlich nicht nachtrauern würde, denen kann man bisher nichts anmerken.
Am Ende ist es ein bisschen wie mit den Wühlmäusen, nachdem ich sie aktzeptiert habe, kann ich mit den immensen angerichteten Schäden umgehen und muss mich nicht mehr dauernd darüber ärgern. So versuche ich denn auch, mich mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen abzufinden und das Beste daraus zu machen.
Da ich davon ausgehe, dass dies keine Ausnahme-Hitzesommer ist, sondern in nicht allzu ferner Zeit Normalität, also die Regel, nehme ich ebenso an, dass die Bedingungen zukünftig noch härter werden und die Sommer noch heißer und trockener.
Meine Pflanzen müssen sehen, wie sie klarkommen, bei dem was da auf uns alle zukommt, kann bzw. möchte ich ihnen nicht helfen. Nicht wegen der enormen Abwasserkosten, die bei derartigen Versuchen auf mich zukommen würden, sondern eher weil mir mein Gefühl sagt, es wäre für mich nicht der richtige Weg!
Wie meine Mama immer sagt, sie ist ebenfalls praktizierende Naturgärtnerin mit vielen Anwandlungen zur Hortusianerin:
"Nur die Harten kommen in den Garten und bleiben auch dort."
Wir alle haben diese Entwicklungen irgendwie ein stückweit mit zu verantworten und Mitteleuropa ist aufgrund seines bisher eher gemäßigten Klimas nunmal stark betroffen. Zumindest insofern, dass wir derartiges bisher nicht gewohnt sind. Hilft nichts, wir werden uns dran gewöhnen müssen oder weiter in den Norden auswandern.
Ich für meinen Teil, lasse meinen Hortus und die Natur erstmal machen. Mit meiner riesigen Samenbank möchte ich schauen was sich durchsetzt und überlebt, anschließend kann ich die Erfahrungen dann an andere weitergeben. Ich bin sicher, wir werden diese Erfahrungen in Zukunft brauchen und vielleicht mag ja der eine oder andere Mitmensch dann von meinen bescheidenen profitieren.
Falls es Dich (@Amarille) tröstet, tatsächlich habe ich heute früh um 6 Uhr eineinhalb Kannen (ca. 15 Liter) an meine zuletzt gepflanzte "Salix caprea 'Mas' / Männliche Salweide" gegeben. Ein ganz so erbarmungsloser Mitmensch bin ich dann wohl doch noch nicht.
"Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln." (William Shakespeare)
