Ich kann euer Leiden mit dem 'kurz mal im Garten abgestellt' bestens nachvollziehen. Leider gabs noch keine Müllhummeln
[Weg 10-20] Trees schattiger Waldgarten mit Teich
- Dorfgaertner
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Re: [Weg 10-20] Trees schattiger Waldgarten mit Teich
Herzlichen Glückwunsch zu dem Hummel-Erfolg!
Ich kann euer Leiden mit dem 'kurz mal im Garten abgestellt' bestens nachvollziehen. Leider gabs noch keine Müllhummeln
Aber unter gefühlt 100% aller Dinge, die ich länger als 48 Stunden auf dem Rasen stehen lasse, ziehen hier Ameisen ein... Und jeder Pappkarton, der im Freien steht (z.B. eine Pflanzensendung, die noch bis zur nächsten Einpflanz-Aktion warten muss) wird ein Habitat für Asseln, Spinnen, von unten Regenwürmern, Miniatur-Hausschnecken, natürlich Nacktschnecken, und und und. Daß hier die Gemeine Schließmundschnecke wohnhaft ist, weiß ich ausschließlich, weil sie an buchstäblich jedem feuchtgewordenen Karton klebte, den ich je im Garten stehen hatte – irgendwo anders? Noch nie gesehen. Ich hab schon manchmal gedacht, ob ich nicht einfach mal einen großen Berg Pappmüll in eine abseitige Ecke vom Garten kippen sollte, für die Biodiversität 
Ich kann euer Leiden mit dem 'kurz mal im Garten abgestellt' bestens nachvollziehen. Leider gabs noch keine Müllhummeln
»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster
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tree12
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Re: [Weg 10-20] Trees schattiger Waldgarten mit Teich
Der Gartenrundgang gerade bei Sonnenschein und warmen 20 Grad ergab: alle Hummelvölker noch da. Die Müllhummeln scheinen ein sehr großes und vitales Volk zu bilden. Da sind immer drei bis vier Wächterinnen gleichzeitig aktiv, halten niemals inne, sausen auch mal ein Stück weg, kommen dann sofort zurück und schwirren wieder rund um ihren Müllhaufen. Leider kann ich sie nicht bestimmen, sie sind einfach zu schnell.
Auch die Hornissenkönigin ist noch dabei, ihr Primärnest aufzubauen, ich sah sie wieder im Meisenkasten verschwinden. Eine Etage darüber gucken die jungen Kleiber aus dem Kleiberkasten, wahrscheinlich werden sie demnächst ausfliegen. In der Salweide balzen die Stare ganz heftig.
Mein Minzenexperiment ist bisher nur zur Hälfte geglückt: Birnenminze und Erdbeerminze treiben gut aus. Die Erdbeerminze, die ja nicht ganz so stark wuchern sollte, ist nicht mehr da, wo ich sie gesetzt hatte, sondern geht auf Wanderschaft. Von Mandarinen- und Johannisbeerminze ist keine Spur mehr zu sehen, da waren die Schnecken wohl am Werk. Auf jeden Fall werde ich die Johannisbeerminze nachkaufen, der Duft ist so wundervoll. Meine ebenfalls auf der neuen Fläche gepflanzte Ackerglockenblume - als schlimme Wucherin verschrieben - trieb gut aus, jetzt haben die Schnecken sie ganz arg dezimiert.
Vor dem Haus habe ich ja vor ein paar Wochen die Prunus mahaleb gepflanzt (lustig, daß Marcus Burkhard gerade ein Pflanzenporträt über sie eingestellt hat, er lobt sie in den höchsten Tönen). Sie ist jetzt belaubt und macht einen guten Eindruck. Um sie herum habe ich eine kleine Wildblumenfläche eingesät. Diese keimte zunächst hervorragend. Jetzt sehe ich aber kaum noch was...
Die Schnecken waren wohl auch dort am Werk.
Um die Wildbienennisthilfen herum schwirrt es vor lauter raupeneintragenden Solitärwespen und Schmalbienen. Ich kann verkünden, daß die großen Durchmesser keineswegs nur von Mauerbienen belegt werden. Auch die großen Solitärwespen sind dort zugange. Wir werden wirklich neue Nisthilfen zusätzlich aufhängen müssen nächstes Jahr, denn die Nachfrage scheint riesig. Man kann über die Nisthilfen denken, was man will. Hier bei mir habe ich ein gutes Gefühl. Nur wo genug Wildbienen sind, finden sich auch Räuber wie der Zottige Bienenkäfer ein, den ich neulich fotografieren durfte.
Auch die Kuckucksbienen sind mir willkommene Gäste, denn sie gehören zum Kreislauf mit dazu. Gibt es ihre Wirte nicht mehr, sterben auch sie aus. Ich glaube, wenn man weiß, was man tut und die richtigen Plätze zum Anbringen der Nisthilfen hat, drauf achtet, daß sie vor Mittagshitze und vor Regen geschützt sind und natürlich für Nahrungspflanzen sorgt, können die Nisthilfen gute Dienste leisten. Wenn sich große Populationen aufbauen und davon ein kleiner Teil ihren Gegenspieler zum Opfer fällt, ist es so, wie es sein sollte.
Zum Schluß noch ein Appell an alle, die noch einen Platz im Schatten oder Halbschatten für einen heimischen Strauch haben: setzt einen Faulbaum. Da ist bei mir im Moment, wenn nachmittag die Sonne in die Krone fällt, der Bär los. Von der Fliege über die Wildbiene bis zur Hornissenkönigin auf Beutezug ist dort alles zu sehen!! Der Großstrauch kann auch sonnig stehen, wenn genug Bodenfeuchte vorhanden ist. Für kleines Geld wurzelnackt erstehen, setzen, angießen, wenig drum kümmern und sehr bald kommen die ersten Blüten.

Auch die Hornissenkönigin ist noch dabei, ihr Primärnest aufzubauen, ich sah sie wieder im Meisenkasten verschwinden. Eine Etage darüber gucken die jungen Kleiber aus dem Kleiberkasten, wahrscheinlich werden sie demnächst ausfliegen. In der Salweide balzen die Stare ganz heftig.
Mein Minzenexperiment ist bisher nur zur Hälfte geglückt: Birnenminze und Erdbeerminze treiben gut aus. Die Erdbeerminze, die ja nicht ganz so stark wuchern sollte, ist nicht mehr da, wo ich sie gesetzt hatte, sondern geht auf Wanderschaft. Von Mandarinen- und Johannisbeerminze ist keine Spur mehr zu sehen, da waren die Schnecken wohl am Werk. Auf jeden Fall werde ich die Johannisbeerminze nachkaufen, der Duft ist so wundervoll. Meine ebenfalls auf der neuen Fläche gepflanzte Ackerglockenblume - als schlimme Wucherin verschrieben - trieb gut aus, jetzt haben die Schnecken sie ganz arg dezimiert.
Vor dem Haus habe ich ja vor ein paar Wochen die Prunus mahaleb gepflanzt (lustig, daß Marcus Burkhard gerade ein Pflanzenporträt über sie eingestellt hat, er lobt sie in den höchsten Tönen). Sie ist jetzt belaubt und macht einen guten Eindruck. Um sie herum habe ich eine kleine Wildblumenfläche eingesät. Diese keimte zunächst hervorragend. Jetzt sehe ich aber kaum noch was...
Um die Wildbienennisthilfen herum schwirrt es vor lauter raupeneintragenden Solitärwespen und Schmalbienen. Ich kann verkünden, daß die großen Durchmesser keineswegs nur von Mauerbienen belegt werden. Auch die großen Solitärwespen sind dort zugange. Wir werden wirklich neue Nisthilfen zusätzlich aufhängen müssen nächstes Jahr, denn die Nachfrage scheint riesig. Man kann über die Nisthilfen denken, was man will. Hier bei mir habe ich ein gutes Gefühl. Nur wo genug Wildbienen sind, finden sich auch Räuber wie der Zottige Bienenkäfer ein, den ich neulich fotografieren durfte.
Auch die Kuckucksbienen sind mir willkommene Gäste, denn sie gehören zum Kreislauf mit dazu. Gibt es ihre Wirte nicht mehr, sterben auch sie aus. Ich glaube, wenn man weiß, was man tut und die richtigen Plätze zum Anbringen der Nisthilfen hat, drauf achtet, daß sie vor Mittagshitze und vor Regen geschützt sind und natürlich für Nahrungspflanzen sorgt, können die Nisthilfen gute Dienste leisten. Wenn sich große Populationen aufbauen und davon ein kleiner Teil ihren Gegenspieler zum Opfer fällt, ist es so, wie es sein sollte.
Zum Schluß noch ein Appell an alle, die noch einen Platz im Schatten oder Halbschatten für einen heimischen Strauch haben: setzt einen Faulbaum. Da ist bei mir im Moment, wenn nachmittag die Sonne in die Krone fällt, der Bär los. Von der Fliege über die Wildbiene bis zur Hornissenkönigin auf Beutezug ist dort alles zu sehen!! Der Großstrauch kann auch sonnig stehen, wenn genug Bodenfeuchte vorhanden ist. Für kleines Geld wurzelnackt erstehen, setzen, angießen, wenig drum kümmern und sehr bald kommen die ersten Blüten.
- Grevenstein
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Re: [Weg 10-20] Trees schattiger Waldgarten mit Teich
Bei meiner Schwiegermama haben die Hornissen im Meisenkasten letztes Jahr irgendwann aufgegeben. Der Meisenkasten war voll und sie haben wohl gemerkt, dass es zu eng wird. Bin mal gespannt, wie sich die Sache bei Dir entwickelt und hoffe Du berichtest weiter.
Was die Wildbienennisthilfen betrifft bin ich voll bei Dir, es entwickelt sich ein Gleichgewicht und das funktioniert prima. Nach nunmehr 4 Jahren kann ich bei mir nicht mal im Ansatz ein Überhandnehmen der Antagonisten feststellen. Es gibt von vielen verschiedenen Wildbienenarten in meinen Augen gesunde Populationen. Klar sind auch immer mal wieder einzelne Antagonisten zu sehen, aber mehr auch nicht. Daher werde ich neben den vielen natürlichen Nistmöglichkeiten im Freiland, weiterhin Nisthilfen an der Hauswand belassen.
Meine Nisthilfen sind übrigens überwiegend auf der Südseite und mir scheint, die Mittagshitze macht den Wildbienen rein gar nichts aus. Im Gegenteil, wenn die Sonne voll draufsteht, ist in der Regel am meisten Betrieb.
Im Hortus Grevenstein habe ich auch zwei Faulbäume und möchte sie nicht mehr missen. Meine Mama habe ich, in ihrem gerade im Aufbau befindlichen Naturgarten (Nummer 2 nach einem Umzug), sogar zu 3 Faulbäumen überredet.
Zu deinem Appell für den Faulbaum sage ich daher:
Was die Wildbienennisthilfen betrifft bin ich voll bei Dir, es entwickelt sich ein Gleichgewicht und das funktioniert prima. Nach nunmehr 4 Jahren kann ich bei mir nicht mal im Ansatz ein Überhandnehmen der Antagonisten feststellen. Es gibt von vielen verschiedenen Wildbienenarten in meinen Augen gesunde Populationen. Klar sind auch immer mal wieder einzelne Antagonisten zu sehen, aber mehr auch nicht. Daher werde ich neben den vielen natürlichen Nistmöglichkeiten im Freiland, weiterhin Nisthilfen an der Hauswand belassen.
Meine Nisthilfen sind übrigens überwiegend auf der Südseite und mir scheint, die Mittagshitze macht den Wildbienen rein gar nichts aus. Im Gegenteil, wenn die Sonne voll draufsteht, ist in der Regel am meisten Betrieb.
Im Hortus Grevenstein habe ich auch zwei Faulbäume und möchte sie nicht mehr missen. Meine Mama habe ich, in ihrem gerade im Aufbau befindlichen Naturgarten (Nummer 2 nach einem Umzug), sogar zu 3 Faulbäumen überredet.
Zu deinem Appell für den Faulbaum sage ich daher:
"Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln." (William Shakespeare)
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tree12
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Re: [Weg 10-20] Trees schattiger Waldgarten mit Teich
Meinem Mann ist es gelungen, zwei Fotos jeweils einer Müllhummel-Wächterinnen zu machen. Das erste war sehr unscharf und die KI spuckte "Ackerhummel" aus. Das zweite Foto von heute war dann deutlich schärfer und nun sind es wohl ebenfalls "Baumhummeln". Bei stärkeren Völkern sind auch die Hummeln an sich kräftiger und größer und können auch etwas farbenprächtiger ausfallen.
Inzwischen haben wir festgestellt, daß wir sogar ein viertes Baumhummelnest im Garten haben...
Sie haben sich in einem Appartment des Spatzenreihenhauses unterm Dach eingenistet. Auch wenn dort leider nie Spatzen gebrütet haben, sondern höchstens Blaumeisen, roch es trotzdem sicher gut nach "Vogel". Die Reihenhäuser werden auf jeden Fall von Meisen zum Übernachten genutzt.
Als wir eben noch auf dem Balkon saßen, zog eine Fledermaus ihre Kreise.
Inzwischen haben wir festgestellt, daß wir sogar ein viertes Baumhummelnest im Garten haben...
Als wir eben noch auf dem Balkon saßen, zog eine Fledermaus ihre Kreise.
