Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

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ParsNaturae
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Hortus-Name: Hortus Pars Naturae
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Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von ParsNaturae »

Hortus-Name: Hortus Pars Naturae
Bedeutung des Hortus-Namens: Garten als Teil der Natur
Dein Name: Juliane
Postleitzahl (oder franz. Region): 14612
Hortus-Ort: Region Falkensee / östliches Havelland
Hortus-Land: Deutschland
Größe in m2: Grundstück 1000m², Gartenfläche ca. 2/3 davon

Liebe alle,


ich hatte mich 2022 schon einmal hier angemeldet, um unseren Garten vorzustellen. Leider folgten kurz darauf mehrere persönliche Schicksalsschläge und ich habe das Projekt nicht weiter verfolgt. Mittlerweile konnte ich wieder zur Ruhe kommen und Kraft sammeln. Hier also der 2. Anlauf!

Am Anfang

2013 haben wir einen Garten im östlichen Havelland übernommen, später dann dort unser Haus gebaut. Waren am Anfang noch der Wuchs von Wildkräutern für unsere Meerschweinchen ausschlaggebend, erwuchs daraus ein großes Interesse am naturnahen Gärtnern sowie ökologischen Wirtschaften. Gemeinsam mit einer lokalen Initiative engagierte ich mich anschließend mehrere Jahre in Sachen Umwelt- und Naturschutz. Das brachte tolle Synergieeffekte zustande und nicht zuletzt dadurch entwickelte sich unser Garten immer mehr in Richtung Naturgarten. Mein Besuch bei der lieben Sara und ihrem Hortus Nova et Vetera gleich um die Ecke vor einigen Jahren hat mich ebenfalls ermuntert, den Garten Richtung Hortus zu entwickeln.

Irgendwo habe ich dann mal folgenden Spruch gelesen: „Garten als Teil der Natur, Natur als Teil des Gartens“ und fand ihn so herrlich passend. Nicht abgegrenzt von der übrigen Natur, sondern alles ineinandergreifend. So, wie die drei Zonen ja auch verzahnt sind. Daraus leitete ich unseren (künftigen) Hortusnamen ab: Hortus Pars Naturae – Der Garten als Teil der Natur.

Mein letztes Projekt war das Kartieren unserer Pflanzen bei NaturaDB. Ich freue mich, dass von bisher 120 Arten 114 Wildformen/einheimische Sorten sind. Die einheimischen Pflanzen überwiegen also deutlich.

Die drei Zonen

1. Hot-Spot-Zone
Diesen Teil umzusetzen war am schwersten, da unser Grundstück im Zuge des Hausbaus großteils mit „guter Gartenerde“ ( :pfeiffen ) aufgeschüttet wurde und wir nicht mehr den Vorteil des mageren märkischen Sandbodens nutzen konnten. Hätten wir uns nur eher Gedanken gemacht! Zu spät. Wir magern nun seit Jahren nach und nach stellenweise ab und auch den Vorgarten – gehört zur Gemeinde – dürfen wir naturnah erhalten. Mit Saatgut von Rieger Hofmann (Wiese) haben wir 2024 und 25 nochmal einige Stellen im Garten eingesät, sodass sich nun schöne, artenreiche Wieseninseln entwickeln. Erste Erfahrungen mit der Sense konnte ich ebenfalls machen und werde unbedingt am Ball bleiben. :dafuer

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2. Pufferzone
Unser Garten wird an drei Seiten von Sträuchern und Hecken begrenzt. Darunter: Haselnuss, Feldahorn, Liguster, Felsenbirne, Kreuzdorn sowie Beerensträucher (= Ertragszone), schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, wolliger Schneeball sowie ein großer Weißdorn als Baum.
Es ist eine bunte Mischung primär aus Hecke und vereinzelt solitär stehenden Gehölzen.

3. Ertragszone
Wir bewirtschaften Hochbeete und Beete auf Erdniveau. Hier bauen wir Gemüse und Kräuter an. Ich achte darauf, ausschließlich samenfestes Saatgut zu benutzen, idealerweise aus der Region (z.B. von Keimzelle, Dreschflegel und dem VERN e.V.). Daneben gibt es Beerensträucher (u.a. Johannes-, Josta-, Stachel-, Him- und Brombeeren) und Obstbäume (Apfel, Birne, Bauernpflaume) sowie Nüsse (Walnussbaum, Haselnusssträucher). An zwei Kompoststellen stellen wir unsere eigene Komposterde her. Unsere im Durchschnitt 4-6 Meerschweinchen helfen netterweise mit, indem sie reichlich Hinterlassenschaften produzieren. :taptap Wir haben ausgeprägte Brennnesselbestände, aus denen ich Jauche herstelle. So bildet sich ein schöner Kreislauf und wir kaufen nichts von außen nach. Gegossen wird fast ausschließlich in der Ertragszone, fast alles andere ist standortgerecht angepflanzt und kommt prima mit Trockenheit klar. Ausnahme Sumpfbeet, hier gießen wir nach, wenn der Bedarf da ist. Wenn wir gießen, nutzen wir Regenwasser (3x 600l). In sehr heißen, trockenen Jahren weichen wir auf Brunnenwasser aus (ungern). Wir versuchen, soviel Wasser wie möglich zu sparen und schauen uns Techniken aus anderen Klimazonen ab (z.B. Ollas aus Spanien).

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Naturmodule
Vorab: Wir sind dem Prinzip des „Hortelns“ verfallen. Immer mit offenen Augen unterwegs, sammeln wir gerne Material ein und nutzen es weiter.

1) So ist u.a. unser Teich entstanden. Leider ist es kein klassischer Naturteich, sondern „nur“ eine Teichschale. Diese gehörte einer Freundin, die sie wegwerfen wollte. Viel zu schade! Also haben wir sie übernommen und mit einheimischen Pflanzen bestückt, u.a. Froschlöffel, Sumpf-Schwertlilie und Krebsschere. Gleich im ersten Jahr siedelten sich Frösche sowie Hufeisen-Azurjungfern an.

2) Um unsere Schwengelpumpe (läuft mit Brunnenwasser) herum ist eine kleine Sumpfzone entstanden. Hier wachsen u.a. Blutampfer, Blutweiderich und Rote Lichtnelken.

3) Mehrere Totholzstapel und wilde Ecken dürfen sich langsam zersetzen. Hier ist üblicherweise viel Mulm zu finden und einiges Getier, was unserem treuen Igel seit Jahren sehr gefällt. Letzterer überwintert immer sehr zuverlässig unter einer Europalette und ignortiert geflissentlich sowohl wilde Ecken als auch ein extra für ihn gebautes Igelhaus.

4) Auf große Nisthilfen verzichten wir und setzen auf kleinteilige Lebensräume. Nichtsdestotrotz haben wir Vogelkästen aufgehängt (werden sehr gut angenommen), ein Hummelhaus gebaut (bisher nicht angenommen) und schaffen zusätzlichen Wohnraum für Wildbienen (z.B. markhaltige Stängel). Unser Sandarium ist zu schattig gelegen und wird bisher nicht angenommen, das müssen wir noch einmal neu planen.

ungünstig angelegtes Sandarium:
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Ich bin jetzt schon wieder sehr gespannt, was diese Saison passiert! Unsere Pflanzen wandern sicher wieder munter durch den Garten, neue Biotope werden entstehen und ich bekomme hoffentlich einige Tiere vor die Kameralinse. Und: ich merke, dass ich bisher fast nur Detailaufnahmen unseres Gartens habe. Diese Saison werde ich unbedingt mal "Übersichtsbilder" machen und hier nachreichen. :cool Nach und nach lege ich einige Bilder und Geschichten rund um unseren Garten nach.

Viele Grüße aus dem Havelland/Brandenburg!
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ParsNaturae
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Re: Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von ParsNaturae »

Und hier noch ein paar weitere fotografische Eindrücke:

Unser ganzer Stolz - Ein Weißdorn! Im Frühjahr prächtige Blüten und Gesummse, im Herbst reichlich Früchte und viel Gezwitscher.
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Kornelkirsche: Kaum gesetzt, hat sie umgehend geblüht. Seit zwei Jahren wächst und wächst und wächst sie.
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Echte Felsenbirne - Ich liebe sie! :liebhab Irgendwo zwischen "Für die Natur" und "Ertragszone".
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Wilde Möhre - Sie möchte hier regelmäßig die Weltherrschaft an sich reißen. :lol
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Reiche Ernte - wechselt jedes Jahr. Wir probieren gerne Neues aus. Eine Konstante bilden Sträucher und Bäume, die fast ohne Arbeit immer wieder beträchtliche Ernten bringen.
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Re: Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von Polarwelt »

Hallo Juliane,

herzliche Willkommen bei uns :hallo

Ich habe den Hortus eingetragen und vorgestellt. :biene :schmetterling1

Viel Spaß weiterhin im Netzwerk.

Gruß Robert
Wer Pyramiden nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Horteln nicht unter zwei Jahren bestraft.
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Re: Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von ParsNaturae »

Hallo Robert,

einen ganz lieben Dank - Mein Mann und ich sind überwältigt! :hurra Das ging ja ratzfatz. Danke für deine Mühe und ich freue mich auf das Netzwerk.

LG Juliane
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Alma
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Re: Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von Alma »

Hi und willkommen!
Sieht alles mega aus!!
Nur kurz zum Sandarium - ich habe ein natürliches Bodenbienenvorkommen. da scheint erst spät nachmittags die Sonne hin. Es existiert dort seit Jahren und die Bienen fliegen halt erst wenn die Sonne drauf scheint.
Niemals aufgeben - vielleicht wirds noch was und die Bienen haben es einfach noch nicht gefunden....
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Re: Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von tree12 »

Kann Alma nur zustimmen.. mein Sandarium ist eigentlich zu klein und es ist auch der falsche Sand (den haben wir bei einem Freund damals abgeholt, der ihn übrig hatte und nichts mit ihm anfangen konnte). Ich hoffte anfangs trotzdem auf Wildbieneneinzug, weil das Sandarium in meinem schattigen Garten einen Fleck mit ordentlich Sonne bekommen hatte.

Wildbienen sind zwar bislang nicht gekommen, dafür ist der Übergang vom heißen, trockenen Sandarium zur benachbarten bodennahen Vogeltränke (lehmig, feucht, halbschattig) eine Oase für die Weibchen des seltenen Großen Leuchtkäfers geworden. Zumindest habe ich genau dort schon häufiger welche gesehen. Es sind ja oft genau diese Grenzen, wo zwei Habitate mit unterschiedlichen Bedingungen in einander übergehen, die für Lebewesen besonders attraktiv sind.

Aus diesem Grund bleibt mein kleines Sandarium mit dem Maurersand und der Vogeltränke nebenan in der Art und Weise auch bestehen. Ich habe lediglich ein paar wenige Pflanzen in den Sand eingesetzt, wie einen Sandthymian.

Fast nichts in einem Naturgarten ist "nutzlos". In meiner kleinen dreckigen Pfütze, in die auch immer Vogelfutter reinfällt, leben Schlammwürmer und Spitzschlammschnecken. In das Mehlschwalbendoppelnest (in das nie Schwalben einziehen werden) wird gerade Nistmaterial eingebracht, diesmal sogar in beide Nester gleichzeitig. Vermutlich sind es Blaumeisen.

Irgendjemand profitiert immer... :cool Es sind halt oft nicht die Lebewesen, für die das Habitat eigentlich geplant war.
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Re: Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur

Beitrag von tree12 »

Noch ein Tipp zum Hummelhaus: es muß im Vollschatten stehen, sollte nicht mal Morgensonne abbekommen! Vielleicht kannst Du "Mäuseduft" als Lockmittel verwenden. Ich habe etwas Laub aus einem bodennahen Vogelnistkasten, in dem eine Maus wohnte, in den Nebeneingang des Hummelhauses gestopft. In der betreffenden Saison zog dann tatsächlich eine Steinhummelkönigin ein.

Alles Wissenswerte rund um Hummeln findest Du auf www.pollenhoeschen.de
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