Golfstrom und Kipppunkte

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Primulaveris
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Golfstrom und Kipppunkte

Beitrag von Primulaveris »

Das Klima in Europa ist für seinen Breitengrad, verglichen mit Asien oder Nordamerika, sehr freundlich und mild.
So warm ist es hier durch den Golfstrom bzw. den Nordatlantikstrom. Dieses Meeresströmungssystem entsteht durch "thermohaline Zirkulation", dabei spielen Temperaturunterschiede und Salzgehalt eine Rolle. Für die Ausrichtung des Stroms ist zudem, wie bei den Winden, die Corioliskraft mitverantwortlich. Durch Schmelzen der Gletscher und des Grönlandeises sinkt der Salzgehalt im Nordatlantik und steigt die Temperatur, was den Strom verlangsamt.

Nun war immer zu lesen: Bricht der Golfstrom zusammen, was mit dem Kipppunkt der Gröndlandeisschmelze allerspätestens passiert, wird es bei uns (aller Voraussicht nach) merklich kälter.

Manchmal habe ich mich gefragt, ob es dann wirklich sinnvoll ist, hier immer mehr auf z. B. Gehölze aus wärmeren Gegenden zu bauen? Stuttgart (Jahresdurchschnitt 11,5 Grad, okay, Talkessellage) liegt grob auf der Höhe von Quebec (4,3 Grad).

Jetzt las ich: Der Golfstrom wurde in seiner Bedeutung lange überschätzt. Aber leider keine Belege für seinen Einfluss in die eine wie die andere Richtung.

Ein Fakt scheint zu sein, DASS der Golfstrom bereits erheblich geschwächt ist. Das widerspricht nicht der Wärmezunahme, da durch die Verlangsamung, solange er noch fließt, es tatsächlich zuerst wärmer wird.

Ich finde auch wenig über das Windsystem und über z. B. Einfluss auch des Golfstromes darauf. Unsere vorherrschende Westwindströmung ist ja für den freundlicherweise bisher ausreichenden Regen in Europa verantwortlich. Mit der Erwärmung des Nordens erlahmen auch diese Ströme.

Meine Persönliche Beobachtung korrespondiert mit der aus dem Bekanntenkreis: Ostwindlagen (mit trockener Luft) nehmen zu. Die Stabilität der Wetterlagen nimmt zu - die Hochs und Tiefs bewegen sich viel langsamer als gewohnt.
Aber ich finde keine Laien-freundlich aufgearbeiteten und dennoch verlässliche Daten dazu.

Dass der Golfstrom weniger "bedeutsam" sei als vermutet reime ich mir momentan so zusammen, dass die globale Erwärmung derart massiv voranschreitet, dass das bisschen Abkühlung sozusagen nicht mehr ins Gewicht fällt. Aber das ist nur mein Gedanke.

Die Sache mit den Kipppunkten gehört zu denen, von denen ich nichts wissen will, weil sie mir massiv Angst machen und mich massiv traurig machen. Aber bekanntlich ist die Strategie, sich schreckensstarr die Augen zuzuhalten, selten zielführend. Deshalb lege ich sie hier mal auf den Teller :essen .
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Simbienchen
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Re: Golfstrom und Kipppunkte

Beitrag von Simbienchen »

Als ob das Gedankenübertragung war, Primelchen... :knuddel

Ich habe mich erst gestern über dieses Thema unterhalten, weil wir dieses Jahr derart viel Schnee hier hatten wie seit vielen Jahren nicht mehr! Immer öfters höre ich, dass es noch gar nicht sicher ist, in welche Richtung sich unser Klima -durch die Entwicklung des Golfstromes- verändert. Manch einer spricht sogar von einer eventuellen " neuen Eiszeit". Ich gebe nur Gesagtes weiter, ich kann nichts belegen, aber das bietet Stoff für neue Überlegungen und Recherchen. Zumindest sollte man weiterhin die Berichte im Auge behalten und wir uns hier weiterhin austauschen....

Vielleicht ist es bald eher notwendig, sich darüber Gedanken zu machen, sich Pflanzen aus Russlands Breitengraden in den Garten zu setzen....? ;)

Zum Glück sind unsere heimischen Gewächse recht winterhart....
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Re: Golfstrom und Kipppunkte

Beitrag von Tidofelder »

Primelchen Beobachtung kann ich bestätigen. Wohne seit 2018 an der Küste und die Hauptwindrichtung ist Ost, obwohl man hier eher West bis Nordwest erwarten würde. :?
Das Klima bleibt spannend.
Hortus Passiflorus - Grün, wild, ostfriesisch.
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Re: Golfstrom und Kipppunkte

Beitrag von Simbienchen »

Werden wir zukünftig häufiger derartige Kälteperioden im Winter haben?

Wo wir jetzt gerade aktuell winterliche Extremwetterlagen haben, frage ich mich :

Gibt es schon wieder Neuigkeiten zum Kipppunkt resultierend aus den vielen verschiedenen Studien?
Aussage der "Ditlevsen-Studie 2023" im Kontext der Klimaforschung von Peter und Susanne Ditlevsen, die den Kipppunkt schon um 2050 erwartet, mit einem 95%-Unsicherheitsbereich in den Jahren 2025-2095 , macht nicht gerade Hoffnung, wenn die Klimaziele immer weiter in die Zukunft verschoben werden.

Die in diesem Artikel von Stefan Rahmsdorf erwähnte bereits vorhandene Kälteblase würde sich stark ausdehnen und trotz globaler Erwärmung zu einer deutlichen Abkühlung in Nordwesteuropa führen. Was sagt uns das jetzt? Globale Erderwärmung mit zwischenzeitlichen Kälteperioden? Stefan Rahmsdorf liest sich nicht sehr optimistisch...
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge ... rkulation/

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/nat ... e74fc9e8a0

Neuerer Bericht: Kippt der Golfstrom doch nicht?
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/ ... C3%B6nnten.
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Re: Golfstrom und Kipppunkte

Beitrag von Anne »

Das tröstet mich ja ein wenig, dass ihr diese Angst auch habt. Mir schlägt das sehr auf die Stimmung zusätzlich zu meinen anderen Befindlichkeiten. Man sieht es ja jeden Abend auf der Wetterkarte, dass keine Westströmung vorhanden ist, sondern das meiste von sehr nördlich herunterkommt.
Zum Glück ist meine Fichtelgebirgspflanzenwelt Kälte gewohnt, schwieriger war da die kurze Hitzephase im letzten Juli, da haben Kartoffeln und Stachelbeeren in kurzer Zeit schon Verbrennungen bekommen. Da hätte ich wohl einiges beschatten müssen, muss ich mal überlegen. Es hilft ja nichts, kämpfen wir weiter.
Je größer der Dachschaden, desto besser der Blick auf die Sterne. :hurra
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Re: Golfstrom und Kipppunkte

Beitrag von tree12 »

Dein letzter Satz gefällt mir. Wer aufgibt, hat schon verloren, das bewahrheitet sich immer wieder. :dafuer
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