Hortus Pratulum

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KatharinaWiese
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Hortus-Name: Hortus Pratulum
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Hortus Pratulum

Beitrag von KatharinaWiese »

Hortus-Name: Hortus Pratulum
Bedeutung des Hortus-Namens: Kleine Wiese
Dein Name: Katharina Wiese
Postleitzahl : 59929
Hortus-Ort: Brilon
Hortus-Land: Deutschland
Größe in m2: Ca. 1300

Angefangen hat alles im November 2019. Unser damals gekauftes Grundstück bestand quasi nur aus ungesunden Nadelbäumen und einem baufälligen Bungalow. Wenn ich von unserem Grundstück spreche, so meine ich dieses schöne Fleckchen Erde von 1300 qm Fläche auf 550 m Höhe in Brilon im Sauerland. Wir- das sind mein Lebensgefährte Steve, mein vierjähriger Sohn Maris und ich- Katharina Wiese.
Unser Garten wurde quasi komplett gerodet und einmal umgegraben. Das hat den Vorteil, dass man alles nach seinen Wünschen neu gestalten kann, aber den Nachteil, dass man kein bisschen vorhandene Struktur zur Orientierung hat. Und so gab es zumindest am Anfang viele Fehler und Misserfolge. Einen Schatten spendenden schönen Laubbaum habe ich auch schon das ein oder andere Mal vermisst. Aber es wird und hier heißt viel Sonne auch viel „Blüh“- was ich unheimlich liebe, denn die Gärten meiner Kindheit waren eher dunkle, grüne „Höllen“ mit extrem viel Schatten und eher wenig Vielfalt.
Zum Hortusprinzip kam ich über die Suche nach Saatgut. Eine kleine Blumenwiese sollte entstehen. Daher der Name… naja und irgendwie auch weil wir so heißen. 😉
Saatgut fand ich bei Rieger-Hoffmann und nach wenigen Klicks auch die Literatur von Markus Gastl. Das war eine Art Offenbarung. Verdammt ja- da spricht uns jemand aus der Seele! Wir wollten einen Garten für alle. Ein Mini- Naturschutzgebiet vor unserer Haustür.
Seitdem ist viel passiert. Die Blumenwiese wurde ein Schmetterlingssaum auf 0/16 Kalkschotter – bewacht von 9 kleinen Obstbäumen (Birne, Apfel, Nashi Apfelbirne, Hauszwetsche und rote Knorpelkirsche). Mittlerweile ist der Saum wirklich wunderbar angegangen und die Bäumchen hatten in den vergangenen Jahren ihre ersten erwähnenswerten und sehr köstlichen Ernten. Sie wechseln sich ab – mal trägt der eine, mal der andere.
Unsere Zonen entstanden:
Hotspot:
Auf der hangigen Ostseite unseres Hauses in Form eines großen Staudenbeetes und einem mit alten Dachpfannen abgefangenen Hang. In den Hohlräumen der Pfannen stecken nun hohle Schilfrohe und Hauswurz verschiedenster Art. Wildbienen, die dort brüten dürfen wir seitdem jedes Jahr beobachten und es werden jährlich mehr.
Im Frühjahr 2022 entstand unser Vorgarten- ein weiteres Magerbeet mit sehr vielen Ruderalpflanzen mit 0/16 Kalkschotter auf zwei „Terrassen“, die mit alten Bruchsteinen einer abgerissenen Mauer aus den 50ern eingefasst wurden. Hier blühen schon prächtig Natternkopf, Karde, Königskerze …es werden wohl ca. 40-70 verschiedene Arten heimischer Wildstauden sein. Ich habe hier auf die Farben blau, gelb und weiß gesetzt- was in den Jahren nun mit diesen Farben passieren wird, überlasse ich der Natur. Zwiebelblüher fürs Frühjahr folgten.
Die Hotspotzone vorm Haus beherbergt außerdem drei weitere Kirschbäume (Halbstämme): Dönissens gelbe Knorpelkirsche und Kassins frühe Herzkirsche, eine sehr große Steinpyramide als Blickfang und ein mit alten, runden, ehemaligen Teichsteinen eingefasstes Sandarium mit etwas Totholz. Als weiteren Hausbaum haben wir uns für eine Blumenesche Fraxinus ornus entschieden. Diese ist zwar nicht heimisch, bringt aber einige Eigenschaften mit für diesen absolut nicht einfachen Standort : Sie verträgt Wind, Kalk, Hitze, Trockenheit … wird nicht besonders groß und blüht wunderschön.

2024 haben wir unsere Einfahrt schöner ausgebaut : Ein weiteres Magerbeet mit ungewaschenem Sand und Bruchsteineinfassung entstand. Hier blühen Ochsenauge, Ochsenzunge, Natternkopf, Steinbrech, Thymian… mein liebstes Highlight an dieser Stelle ist allerdings unser Bücherhaus in welches wir unsere ausrangierten Bücher stellen, damit sie von Spaziergängern mitgenommen oder gegen andere Bücher getauscht werden. Hier gibt es mittlerweile regen Austausch. Gleich daneben entstand unsere Info – Wand mit unserer Auszeichnung von Naturgarten e.V. , einem Spender für Hortus – Flyer und einer Erklär - Tafel zu unserem Garten.
Auf der eher schattigen Südseite im Vorgartenbereich ebenfalls vorhanden: Ein breiter Streifen mit extra viel Fenchel (Bronze und Gewürzfenchel) und weiteren, hübschen Blühern in überwiegend gelb und rot ( wie schon erwähnt- bisher 😊 )
Unser Balkon ist ebenfalls eine kleine Hotspotzone mit Kübelpflanzen- hier gibt es aber auch Neophyten- Agastache, Lavendel, Hummelschaukel… und normalerweise auch jede Menge Tomaten.
Die gesamten Mauerkronen beherbergen mittlerweile ausrangierte, mit Hauswurz bepflanzte Bremsscheiben…habt ihr das mal ausprobiert? Macht das gerne nach, aber Vorsicht: Macht süchtig!
Der am Anfang erwähnte Wildbienensaum zieht sich auf 0/16 Kalkschotter wie ein Halbmond quer über den unteren Teil des Gartens auf der Süd/Westseite des Hauses und hat volle Sonne. Hier wurde wie schon erwähnt der Schmetterlings- und Wildbienensaum angesät und mit diversen Stauden als Initialpflanzung begonnen. Er gedeiht klasse. In 2022 konnten wir die ersten Glühwürmchen beobachten – diese werden auch jedes Jahr mehr.
Unser Garten ist dank nicht vorhandener Straßenlaternen in der Nacht absolut stockfinster. Ideale Bedingungen für die kleinen Leuchter und eine wunderbare Truppe Fledermäuse.

Was ebenfalls in 2025 entstanden ist: drei weitere Beete an der Ostseite des Grundstückes- eher schattig- ich habe mehrere Sträucher gesetzt : Pfaffenhütchen, Blutpflaume, vier Faulbäume, Hundsrosen, Hechtrosen,… dazu kamen diverse Stauden wie Akelei, Beinwell, Nesselblättriger Glockenblume, Wald-Geißbart und für den Frühling jede Menge Narzissen, sowie eine Masse Schlüsselblumen.

Pufferzone:
Büsche wurden und werden immer mal wieder angepflanzt und ergänzt- um das gesamte Grundstück herum kamen so in den Garten: Kornelkirschen, gemeiner Schneeball, Wilder Wein, Sanddorn, Aronia, Faulbaum, Kreuzdorn, Wildapfel, Felsenbirne, Zierapfel usw…
Es gibt einen offenen Kompost mit mehreren Igelhäusern ( teilweise bewohnt) und einer angrenzenden Totholzhecke
Eine stetig wachsende Totholzhecke von ca. 8 Metern zieht sich auf der Ostseite des Grundstücks am Zaun entlang. Sie ist unterbrochen von Feldrosen, Hundsrosen und Bibernellrosen.
Unser Hortus breitet sich aus: So entstand mit Erlaubnis unter niedrigen Buchen auf Nachbars Grundstück ein großer Reisigaufen
Es gibt diverse Vogeltränken, Tränken am Boden für Igel etc.
Unser gesamtes Grundstück musste leider mit Maschendrahtzaun eingegrenzt werden, aber es gibt alle paar Meter Durchschlupfmöglichkeiten in Form von Abflussrohren. Wir haben aufgrund der Waldnähe sehr viele Rehe, die im ersten Jahr so ziemlich alle Büsche und Stauden radikal heruntergefuttert haben. Besonders Kornelkirschen und Weiden schmeckten ihnen vorzüglich, daher mussten wir handeln.

Ertragszone:
Wir haben uns ein Gewächshaus aus altem Bauholz selbst ausgedacht und zusammengebaut. Dabei hätte uns niemand beobachten dürfen- teilweise haben wir uns beim setzen der Pfosten grandios dämlich angestellt. Nunja. Gekrönt wird unser Gewächshaus von einem alten Buntglasfenster („Nie wieder fahre ich solche Entfernungen für deine bekloppten Ideen!!!“) Ich find es ist sehr schön geworden 😉 Im Gewächshaus wachsen jedes Jahr alte Sorten Tomaten, Spitzpaprika, Basilikum und Dill . Dazwischen ein paar Salate.
Vorm Gewächshaus gibt’s Beete mit Landgurken, Salat und eine Rankhilfe mit Feuerbohnen
Außerdem beherbergt unsere Pufferzone einige Hochbeete ( wir haben leider eine Menge Wühlmäuse…) – hier wachsen Salate, Buschbohnen, Radieschen, rote Rübe.

Pläne für die Zukunft:
! Mehr Leute anstecken mitzumachen und Gleichgesinnte kennenlernen!
Gartenpläne:
• Teiche – Wasser fehlt uns noch sehr
• Es wird ein weiteres, altes Weinfass aufgestellt um noch mehr Regenwasser für die Ertragszone zu sammeln und Wege zu verkürzen
• Mehr Totholz in der Pufferzone in Form einer Stumpery und Aufstockung der Totholzhecken
• Weitere Blumenwiesensaat ausbringen
Pläne Frühjahr/Sommer:
- Im Vorgarten Sichtschutz aus Sonnenblumen aussähen
- Auf der Südseite Maschendrahtzaun mit Feuerbohnen als Sichtschutz bepflanzen/Ausbau Ertragszone
- Weitere Grasfläche zu Blühflächen umwandeln durch gezielte Aussaat und Maht
- Große Wildbienennisthilfe bauen und weitere Flächen schaffen für Wildbienen
- Weitere Pyramiden entstehen lassen
Pläne für irgendwann:
- Carportdach begrünen
- Großes Gewächshaus bauen und altes damit ersetzen
- Gartenhütte für Besucher mit Übernachtungsmöglichkeit bauen
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Zuletzt geändert von KatharinaWiese am Mo 29. Dez 2025, 19:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hortus Pratulum

Beitrag von KatharinaWiese »

Noch ein paar Inspirationen :)
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Re: Hortus Pratulum

Beitrag von KatharinaWiese »

Und noch ein Bilderpaket :)
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Re: Hortus Pratulum

Beitrag von Simbienchen »

Wunderschön !!

Herzlich Willkommen in unserem Forum, liebe Katharina :blumen

...mit Hauswurz bepflanzte Bremsscheiben...nein, tatsächlich bin ich auf diese Idee auch noch nie gekommen. :thumb
Auf meinen Mauern sammeln sich immer mehr gerettete Pflanzschalen vom Wertstoffhof oder Trinkschalen.

Tolle Idee auch mit dem Bücherhaus und euer Buntglasfenster- Gewächshaus finde ich auch ganz entzückend! :bravo

Ich freue mich sehr, dass ihr zu uns ins Forum gefunden habt und uns teilhaben lässt! Freue mich auf weiteres.... :winken
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Re: Hortus Pratulum

Beitrag von Polarwelt »

Hallo Katharina,

vielen Dank fürs übertragen und Willkommen im Forum :blumen .

Ich hab die Eintragung verschoben und die Karte aktualisiert. :schmetterling1

Viele Grüße
Robert
Wer Pyramiden nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Horteln nicht unter zwei Jahren bestraft.
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