Ich hätte dir sonst gerne angeboten, Saatgut von meinen Wildblumen zu sammeln und zu schicken. Ist dann nicht regional, aber auch aus Bayern / Niederbayern
Mein Garten befindet sich im Ursprungsgebiet 16 auf der Rieger- Hofmann - Gebietskarte, sooo weit liegen wir also nicht auseinander.
Ich habe Wilde Möhre, Wilde Karde, Nachtkerzen, Flachblatt- Mannstreu und Wegwarten. Kannst du dir gerne überlegen, für den Fall, dass du in deiner Umgebung nichts mehr findest.
Ansonsten kannst du regionales Saatgut auch bei Rieger- Hofmann erwerben.
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"
Moin, es ist Herbst!
Mein einer Igel hat schon sein Winterquartier unter meinem Pflanztisch bezogen, habe ihn gestern früh "arbeiten" hören, er suchte sich einige Laubblätter zusammen. Da ich im Mai vorgekehrt hatte, war er schon sehr fleißig!
Normalerweise pflanze ich erst ab 1. Oktober, hat sich hier am Besten bewährt. Auch November ist noch gut, wenn man noch Pflanzen bekommt.
Nachdem aber die Baumscheibe rund im die Süßkirsche nur noch eine Katastrophe war, war sie die letzten Tage dran.
Die über 100/qm Regen der letzten Wochen hat zumindest im Norden des Baumes doch wieder die Taubnesseln kommen lassen. Auf der Südseite war nur noch eine Art Schilfgras, ohne Handschuhe nicht anzufassen, mit riesigem Wurzelballen. DAs ist nun alles raus. Was jetzt wächst:
im Norden die Taubnesseln, der Rest besteht aus:
im Gras gefunden: zwei Beifuß, die ich noch fand, eine Minze, Schafgarbe, die in einer Fuge wuchs
beim auf trockenheitsliebende einheimische Pflanzen spezialisierten Gärtner: großes Windröschen und Steinsame
was ich gestern bei Unkrautzupfarbeiten im öffentlichen Raum retten konnte: der Kreis vorne. War zwischen Schotter aufgegangen und ich durfte mir mitnehmen, was ich wollte. Also ging das mit und Johanniskraut. Zwei Stunden Fahrt, samt interessanter Gespräche in der U-Bahn wegen der Pflanzen.
Scheinen aber die Anstrengung ind der Plastiktüte gut überlebt zu haben.
Falls die Frage nach dem kurzen Gras kommt:
1. rechts geht der Weg in den Garten vorbei, der ist auf 38 cm Breite kurz, weil hoch geht da gar nicht, wird jeden Tag mehrmals begangen
2. ich brauche Mulch für die Gemüsebeete, im Moment stehen sonst nur Quecken und fünf-Finger-Kraut zur Verfügung und beides ist keine gute Idee, die wachsen an! Schon ausprobiert und verflucht!
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gleich hinter der Kellertüre wächste es über den Weg
Baumscheibe der Süßkirsche
Wie der Gärtner, so der Garten. - Hebräisches Sprichwort
Ich nutzte die letzten Regenwoche auch für (Um-)Pflanzarbeiten, auch wenn die Jahreszeit ungewöhnlich ist. Hoffentlich überlebt alles - bei dir wie bei mir - die meist trockenen August und September.
Schafgarbe und Johanniskraut sind eine gute Wahl für trockene Plätze. Sie sollten es schaffen. Berichte doch bitte über die Entwicklung des Steinsame, wenn du Kapazitäten hast! Den finde ich auch schön, bin mir aber noch unschlüssig, wohin mit ihm. Zum Weiß der Schafgarbe und Gelb des Johanniskrauts sieht ein blauer Untergrund bestimmt traumhaft aus.
Ein lieber Freund von uns stammt gebürtig aus Nürnberg und fühlt sich in seiner Wahlheimat Brandenburg wohl, weil wie zu Hause: Kieferngeruch, sandiger, trockener Boden. Da ist Gärtnern schwierig und oft frustrierend.
In "unserem" Garten stehen ein Haufen mittelalter Nadelbäume. Wir haben lehmigen Boden, aber wenn er kein Wasser hat, ist er auch nicht zu gebrauchen. Durch drei Jahrzehnte Mähen und Mahdgut Wegfahren ist er wahrscheinlich weniger als nährstoffarm - also vielleicht ein wenig mit deinen Verhältnissen vergleichbar. Ich beobachtete, dass dort, wo die Walderdbeeren in den letzten vier Jahren eine kleine Mulchschicht aufbauten, es langsam besser wird.
Das Frühlingsfingerkraut finde ich auch lästig. Aus Wiesenbereichen harke ich es regelmäßig raus. An einer Stelle ist es dadurch stark zurückgegangen, an anderen wenigstens nicht sehr viel mehr geworden. Auf deinen Fotos sah ich es eher in beetartigen Anpflanzungen. Vielleicht kann es für dich ja zu einer meditativen Beschäftigung werden, dich hinzusetzen und beim Blick über deinen schönen Garten mit der einen Hand lose herumzuzupfen.
"Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit." (Wolle Goethe)
Liebe Ann,
im Moment stehen die Pflänzchen noch, keine Schnecke war dran.
Boden: Kein Sand! Wie meine Eltern das Grundstück kauften, sagten die Leute im Ort: "da wird nichts wachsen!"
Nun ja, sie hatten nicht ganz unrecht!
Was ich bis jetzt recherchiert habe: bei uns gab es ein Lager einer Luftwaffenbaukompanie, könnte hier gewesen sein, da zwei "Rampen" und zwei Deckungsgräben (dünnwandige Bunker) an beiden Seiten. Dazu zwei Ebenen, die sich durchziehen und eine "Steilküste" zur Straße. Größe ca. 7000 qm auf ca. 200 m Länge. Wurde dann auf 5 Grundstücke aufgeteilt.
Das eine Grundstück wurde vor ca. 3 Jahren zur Hälfte bebaut. Bis dahin war es im Zustand von anno dazumal. Was mich immer überrascht hat, außer Gras wuchs hier nichts! Unten schließt eine Wiese an, die bis ca. 1985 noch viele bunte Blumen hatte. Keine dieser Blumen schaffte den Sprung rauf! Dabei wurde sie zweimal gemäht: einmal nach Johanni und einmal im Oktober. Allerdings wachsen nun seit zwei Jahren von der Straße her Essigbäume in die Fläche.
Der Nachbar von mir im Westen gab auf und schaffte sich einen Aufsitzrasenmäher an. Wir kämpften weiter. Wir haben eine Stelle, wo Grundwasser sehr hoch steht, es wurde untersucht: keine Gift, nur sehr kalkhaltig.
Zwei Ebenen, die obere, eine Grasfläche, gehörte zur westlichen Doppelhaushälfte. Da wurde nur gegrillt, die Kinder spielten bei Sonne und gemäht wurde auch nur ein- oder zweimal im Jahr. Immer nur grün, was die pflanzten ging ein. Irgendwann bekamen es dann meine Eltern zum Gärtnern.
Die untere gehörte schon immer uns. Meine Eltern bauten dann eine Mauer mit L-Steinen zur Wiese, weil das Hochwasser immer ein Stück wegschwemmte. Wir haben zwar eine Mauer, aber wenn es etwas höher als Normal ist, dann brauche ich Gummistiefel. Also wurde Sand/Erde zum Auffüllen angefahren und die Gemüsebeete sind "hochgelegte Beete", die Höhe wurde immer wieder den Wasserständen angepasst. Im Moment sind sie sehr hoch, aber das hat was mit Parkinson zu tun.
Hier wuchs was, ganz langsam, von der Mauer weg und in die Grasfläche. Inzwischen, nach über 45 (!!!!) Jahren überwiegen Gänseblümchen, Klee, kriechender Günzel, Spitz- und Breitwegerich, Herbstlöwenzahn und Margeriten. Das Gras ist auf dem Rückzug.
Oben bin ich noch nicht so weit. Da bin ich schon dankbar, dass nach über 12 Jahren Königskerzen wachsen und sich aussäen. Margeriten sind immer noch sehr spärlich, letztes Jahr hatte ich einen Johanniskrautstengel. Nun soll auf einem Stück das Gras, das schilfartig ist, weg und ich will aussäen, die Blumen, die entlang meiner täglichen 8 km Fahrradstrecke blühen. Ich hatte die Fläche schon geimpft, die Pflanzen wurden zu Schneckenfutter, auch die, die die Schnecken nicht mögen. Aber freiwillig wächst hier fünf-Finger-Kraut (das ich vorher nicht hatte).
Zur Schräge zwischen den beiden Ebenen. Hier waren früher Brennnesseln zu Hause, inzwischen aber Waldmeister, Bärlauch, Frühlingsblüher (Schneeglöckchen, Krokusse) und Gundermann, der über alles wächst, wo er drüber kommt. Quadratmeterweise! Da ist mir schon einiges deswegen kaputt gegangen. Aber er schmeckt gut!
Dann bekam ich bei meinem ersten Tag der offenen Gartentüre von einem älteren Herrn einen Tipp. Ganz im Osten sah das Blumenbeet schlimm aus. Die Zwetschge, die inzwischen kaputt ist, eine Sauerkirsche, vier todunglückliche Wurmfarne. Er sagte mir, ich solle es mal mit den großblättrichen Kaukasusvergißmeinnicht versuchen. Ich kaufte fünf Pflanzen. Zweie kümmern inzwischen, aber - warum auch immer - der Wurmfarn breitet sich aus, Akelei, Schöllkraut, Waldmeister und Spitzwegerich wachsen inzwischen hier. Als Bodendecker vertreiben die Walderdbeeren inzwischen das Pfennigkraut. Hin und wieder reiße ich ganze Büschel raus, wenn es wieder den ganzen Weg überwuchert. Das kommt vom Nachbarn rüber, er liebt es.
Fast vergessen: hart wie Beton bei Trockenheit. Wir hatten nun 130 Liter Regen pro qm, ich komme knappe 20 cm in den Boden. War lustig früher: bei uns wuchsen Rettiche und Karotten nach oben, statt in die Erde! Aber, Regenwürmer lieben ihn! Wenn er feucht ist, findet man jede Menge.
So, ich ende mal mit meinem Roman hier.
PS: bevor jemand fragt, was das hinter dem Schnittknoblauch ist: es wurde als "Erdbeerspinat" ausgesät, ist es aber nicht.
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Margeriten kommen wieder
Gänseblümchen neben dem Hochbeet
Wiese unten - da gibt es nicht viel zu mähen
Schnittknoblauch
Zuletzt geändert von Kunterbunt am Mi 6. Aug 2025, 18:43, insgesamt 2-mal geändert.
Wie der Gärtner, so der Garten. - Hebräisches Sprichwort
Am Wochenende oben an der Mauer Quecken an den Sandsteinen reduziert und mal nachgeschaut, was vom Färberweid übrig blieb. Eine Pflanze! Die Quecken in Zusammenarbeit mit dem fünf-Finger-Kraut haben es wieder geschafft! Die bekommen alles kaputt!
Nur ein Lein hat zudem die Schneckenattacke überlebt! Aber eine Bekannte hat Quendel für mich, bei der wuchert es alles zu. Da werden einige Pflanzen umziehen.
Dabei stöberte ich unter einer "Grasmatte" einige Asseln auf, die in der Sandsteinritze verschwanden. Da ich noch einige Sandsteine rumliegen hatte, entstand nun ein überdeckter Eingang. Die ehemalige Feuerschale ist schon länger bepflanzt (keine gute Idee bei Hitze und Trockenheit) und steht nun auch da. Ich hoffe, dass die Feuerschalenbewohner dann über die Sandsteine wachsen.
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Wie der Gärtner, so der Garten. - Hebräisches Sprichwort
Der Gemüsegarten samt Birne (Kletterhilfe für die geschenkte Kürbispflanze), Kornelkirsche und Apfelbaum. Dazwischen noch die Johannisbeeren, eine kleine Pyramide aus Feldsteinen, ebener kleiner, fast zugewachsener Wasserstelle, Erdbeeren und Kräutern.
Auf dem Champignon bin ich aus Versehen getreten, als ich eine der zwei überlebenden Pflanzen der geimpften Blühwiese fotografieren wollte.
Und eine Frage: auf was bezieht sich die 70:30? Auf die Anzahl der verschiedenen Pflanzen oder auf die qm, auf denen die Pflanzen wachsen? Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist es die Hummel, die sich erst überlegt, ob sie bei einer Pflanze lernen soll, wie sie an den Nektar kommt. Fällt ihre Bilanz negativ aus, lässt sie es bleiben. Also eine Pflanze neine, ein qm "Hurra"!
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Wie der Gärtner, so der Garten. - Hebräisches Sprichwort
Zudem entsteht eine neue Wohnanlage für Mauerbienen, der sandige Untergrund und die richtige Lage der Häuser fehlt. Da muss noch Sand hin und ich muss sie drehen. Das Schneckenhaus ganz rechts gehört nicht zur Anlage, es ist noch vom Erbauer bewohnt. So wie es ausschaut, darf ich mich nächstes Jahr wieder auf junge Weinbergschnecken freuen! Eine Paarung habe ich durch Zufall gesehen. Sie bewohnen den ganzen, nur durch einen Weg getrennten, Mittelstreifen im Garten.
Das andere Foto ist die Vorderansicht eines Sommerschlafplatzes für Igel.
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Wie der Gärtner, so der Garten. - Hebräisches Sprichwort
Deine Hochbeete sehen außen wie innen sehr schmuck aus.
Im Hortus wird ein Verhältnis von 70% heimischen Pflanzen zu 30% nicht-heimischen Pflanzen angestrebt. Mehr gebietstypische Pflanzen gehen natürlich immer. Ich weiß allerdings (noch) nicht, ob damit die Arten oder die Masse gemeint ist. Das birgt ja Schummelpotenzial.
"Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit." (Wolle Goethe)
Ann1981 hat geschrieben: Sa 9. Aug 2025, 13:40
Deine Hochbeete sehen außen wie innen sehr schmuck aus.
Im Hortus wird ein Verhältnis von 70% heimischen Pflanzen zu 30% nicht-heimischen Pflanzen angestrebt. Mehr gebietstypische Pflanzen gehen natürlich immer. Ich weiß allerdings (noch) nicht, ob damit die Arten oder die Masse gemeint ist. Das birgt ja Schummelpotenzial.
Beides...!
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"
Kunterbunt hat geschrieben: Sa 9. Aug 2025, 10:07
Und eine Frage: auf was bezieht sich die 70:30? Auf die Anzahl der verschiedenen Pflanzen oder auf die qm, auf denen die Pflanzen wachsen? Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist es die Hummel, die sich erst überlegt, ob sie bei einer Pflanze lernen soll, wie sie an den Nektar kommt. Fällt ihre Bilanz negativ aus, lässt sie es bleiben. Also eine Pflanze neine, ein qm "Hurra"!
Genau!
Man kann sich das gut an dem Beispiel eines Schmetterlings merken, der sich die Pflanzen für seine Eiablage sucht. Er wird dort seine Eier ablegen, wo die Bestände seiner Futterpflanzen groß genug sind, seine Raupen zu ernähren.
Hat man zum Beispiel eine wilde Möhre in einem Quadratmeter
kanadische Goldrute, dann wird der Schwalbenschwanz dort seine Eier nicht ablegen. Ist es andersherum, eine Goldrute in einem Quadratmeter Wilde Möhren, sehen die Chancen sehr gut aus.
Die 70:30 beziehen sich aber auch auf die Artenvielfalt der heimischen Pflanzen im gesamten Garten. Weil wir viele Insekten haben, die unterschiedliche Nahrungspflanzen brauchen, wegen den unterschiedlichen Pollen- und Nektarwerten, den unterschiedlichen Blühzeiten siehe Trachtband , wegen der holzigen Stängel als Winterquartier, wegen dem unterschiedlichen Nistmaterial, etc etc....UND die Futterpflanzen für die Nachkommen.
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"