Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

tree12
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Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von tree12 »

Sehr gerne möchte ich das Beet unterm Balkon neu gestalten, es wurde mal mit Erde vom Aushub vom Teich befüllt und die Umrandung besteht aus den Resten von Grauwackesteinen. Es ist frühlingshell, aber sobald die Gehölze drum herum belaubt sind, ist es halbschattig bis schattig.

Was dort prima wächst, ist die Hohe Sternmiere, Walderdbeeren,der kleine Odermennig (der wuchert schon fast). Das Beet ist nicht mehr schön, andere Pflanzen, die sonnenhungriger sind, gedeihen nur noch kümmerlich oder sind verschwunden. Meine Idee ist, dort nun Minzen dominieren zu lassen. Ich habe eine Erdbeer-, eine Johannisbeer - und eine Mandarinenminze, von denen die Erdbeerminze wahrscheinlich die zierlichste ist. Noch leben sie in Töpfen und ich möchte sie gerne in das Beet setzen, in der Hoffnung, daß sie sich gegenseitig in Schach halten.

Sollte mal eine MInze dominieren, käme ich gut dran zum Auslichten. Außerdem sind sie schneckenresistent - in der kleinen Trockenmauer um das Beet herum scheinen Heerscharen an Nacktschnecken und Mittelmeerweinbergschnecken zu gedeihen.

Meine Hoffnung ist zudem, daß der Schatten das Wachstum der Minzen eh etwas einbremst (der Boden ist lehmig und eher fest). Hat jemand Erfahrung mit Minzen? Kann das so klappen oder wird das Beet überrannt von den Ausläufern? Wir haben vor Jahren mal eine normale Pfefferminze woanders eingesetzt, die lebt inzwischen das ganze Jahr fast vollschattig und breitet sich sehr langsam und gemächlich aus.

Es ist ja ein Naturgartenprinzip, sehr wuchsstarke Pflanzen mit ähnlich wuchsstarken Pflanzen im Zaum zu halten. :buch
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Dorfgaertner
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Dorfgaertner »

Also als ich die Überschrift sah, dachte ich direkt: mach es nicht! ;)
Ob das was werden könnte weiß ich nicht, ich denke, der Schatten bzw. das Minzeverhalten in selbigem wird der Knackpunkt sein.

Weshalb ich aber schreibe ist, daß ich davon abraten würde, mehrere Minzen in ein Beet zu pflanzen: Monty Don von Gardeners World hat mal darauf hingewiesen, daß die einzelne Minze, wenn man unterschiedliche Sorten zusammenpflanzt, ihren charakteristischen Duft verliert und alle dann mischmaschminzig ähnlich schmecken. Ihm als teetrinkenden Engländer glaub ich das ;) (Falls Du nicht vorhast, die Minze zu trinken ist das natürlich egal)
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Tidofelder »

Ich habe auch mein Minzen frei ausgepflanzt und sie wandern munter durch den Garten. Von den vielen unterschiedlichen Sorten sind nur noch ein oder zwei übrig, die stärkste setzt sich halt durch.
Minzen sind immer auf der Suche nach Nährstoffen und Spurenelementen, jedenfalls liest man das so bei der Recherche. Auch mit Kompostzugabe lässt sich der Wandertrieb nicht wirklich bremsen. Aber das stört mich nicht und so wandern sie durch den Garten immer auf der Suche nach einem neuen Platz.
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von tree12 »

Vielen Dank an Euch beide für Eure ganz unterschiedlichen Sichtweisen. Was ich an den Minzen liebe, ist der Duft, ich brauche sie eigentlich nicht für Tee oder Desserts. Ob sich die Düfte tatsächlich mischmaschen und sich gegenseitig ruinieren, habe ich auch schon überlegt... Und ob die Erdbeerminze als schwächste sich auf Dauer gegen die anderen beiden durchsetzen kann, schwebt mir ebenfalls im Kopf herum. (Das wäre dann eben die natürliche Dynamik im Naturgarten.)

Ok, ich denke nochmal drüber nach, ob ich das wirklich durchführen mag mit den drei fruchtigen Minzen in direkter Nachbarschaft. Immerhin sind es drei Minzen mit wenig bis gar keinem Menthol. Eine solche würde ich wirklich nicht neben Fruchtminzen setzen wollen.
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Dorfgaertner »

Dann versuch doch, nur die Erdbeerminze auszupflanzen und behalte die anderen im Topf. Wenn die per se schon eher schwächlich ist und dann im Halbschatten steht klappt das mit der vielleicht ganz gut...
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Tidofelder »

Aber Minzen scheinen zu den Starkzehrer gehören. Im ersten Jahr nach der Pflanzung gibt es eine gute Ernte und dann lässt es nach. Ich habe letzten Herbst welche ins Gemüsebeet gepflanzt, vielleicht wachsen sie dort besser.
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Alma »

Ja, Minzen wuchern überall hin. Aber wirklich bedrängend sind sie ja nicht weil sie nur sehr schmal und hoch wachsen.
Wenn man ein Beet hat mit nicht hochsensiblen, niedrigen Stauden würde ich sie einfach wachsen lassen.
Ich habe meine Minzen zwischen den Himbeeren - ideale Kombi.
Auch zwischen Großstauden finde ich sie toll und eine Bereicherung
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Ann1981 »

Ich habe sie an einer Stelle als Unterpflanzung für Kleinstrauchrosen. Meine Erkenntnis: Wenn du Minze hast, brauchst du kein "Unkraut" jäten, nur Tee trinken.
"Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit." (Wolle Goethe)
tree12
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von tree12 »

Alma hat geschrieben: Mi 26. Mär 2025, 19:51 Ja, Minzen wuchern überall hin. Aber wirklich bedrängend sind sie ja nicht weil sie nur sehr schmal und hoch wachsen.
Wenn man ein Beet hat mit nicht hochsensiblen, niedrigen Stauden würde ich sie einfach wachsen lassen.
Ich habe meine Minzen zwischen den Himbeeren - ideale Kombi.
Auch zwischen Großstauden finde ich sie toll und eine Bereicherung
Du bist ganz schrecklich... :D Du schriebst von Deinen Himbeeren und sofort tat sich eine ganz neue Idee bei mir auf. Ich könnte die drei Fruchtminzen auch in mein neues Beerenbeet setzen. Das ist noch ganz frühjahrshell und wird später ziemlich schattig. Tja, jetzt habe ich die Qual der Wahl.. ins Beerenbeet, ins Beet unterm Balkon oder doch in Töpfen lassen...?? :lol Und - wer ist schuld? Die Alma.... :hallo ;)
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Re: Minzen im Beet (ohne Rhizomsperre)

Beitrag von Simbienchen »

Ich habe eine Minze seit Jahren unter einem Apfelbaum, klappt auch gut! Super Bienenweide, wenn sie blühen...duftet toll. Sie wandern jetzt in den Rasen, das macht aber nix...vor dem Mähen ernte ich sie.
Zwischen sie habe ich Kaiserkronen gesetzt, die sind verblüht, bevor die Minze hochtreibt.
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"
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