Vorziehen und plastikfreie(?) Anzucht im Haus

Primulaveris
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Vorziehen und plastikfreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Primulaveris »

Aus dem alten Forum: https://hortus-netzwerk.de/forum/topic/ ... -pflanzen/

Ich ziehe mal dieses Thema aus dem alten Forum herüber.
Anlass: Gerade war ich gefühlt seit Jahren das erste Mal in einem Gartenmarkt und sah, dass es Anzuchtnäpfe (Multipot-Tabletts) aus (angeblich nachhaltig gewonnenem) Naturkautschuk gibt. Die sind also plastikfrei, spülmaschinenfest und robust, auch elastisch, um die kleinen Sämlinge herauszudrücken beim Vereinzeln.
Ich kannte das nicht, vielleicht gibt es das schon lange? Für Gärtnereien fände ich das toll, allerdings auch eine einmalig ziemliche Investition. Die oft verwendete Kokosfaser wächst nun mal auch nicht im hiesigen Wald...

Wie zieht ihr Pflanzen vor, wie pflegt ihr sie, wo stehen sie? Wie beschriftet ihr sie, wie gießt ihr?

Ich nehme normalerweise alte, gesammelte Plastiktöpfchen, aber ich habe keinen ganz guten Platz in der Wohnung - eigentlich haben wir unter den meisten Fenstern Heizkörper. Da haben alle mit Gewächshaus, Wintergarten, großen Fenstern es gut... Beim Besprühen befeuchte ich immer unsere Holz-Sprossenfenster. Und die Scheiben. Das ist auch nicht perfekt. Also bin ich neugierig, wie andere das machen :-) .
Frauke
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Frauke »

Ich nutze die vielen Töpfe von Strickler und Co.. einen Teil der Staudencontainer habe ich zurück gegeben und den Rest behalten. Darin kann ich gut vorziehen. Im Haus geht es leider auch nicht so gut. Wir haben da keinen wirklich adäquaten Platz. Es ist zu dunkel und da wo Licht wäre , ist es zu warm .Ich hab daher immer mit einer Pflanzenlampe gearbeitet .Das funktioniert auch , kostet aber natürlich Strom und die Pflanzenlampe ist bestimmt auch nicht sonderlich ökologisch. Aber die werdenden Pflänzchen schiessen dann nicht und wachsen kräftig. Plastik ist eh so ein Thema : der Folientunnel ...
Die Folie und der Tunnel sind hochwertig und es hält sicherlich etliche Jahre. Aber am Ende bleibt da auch Müll zurück.
Anzuchtplatten nutzen inzwischen viele Gartenfreunde. Ich habe mir keine gekauft weil ich ja so viele Blumencontainer hier habe. Die sind dann gut genutzt und ansonsten verschenke ich mal einen mit einer kleinen Staude darin :biene
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Alma
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Alma »

das ist mein Lieblingssortiment. Bonsaischalen, als Beschriftung ein Kieselstein aus dem Garten und als Beschriftung im Beet Holzwäscheklammer am Stecken
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Tidofelder »

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Für Artischocken und Mariendisteln nehme ich zur Zeit Klopapierrollen.
Das mit den Wäscheklammern muss ich auch ausprobieren.
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Pettersson
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Pettersson »

Tidofelder hat geschrieben: Di 20. Feb 2024, 09:27 ... zur Zeit Klopapierrollen...
Die hatten bei mir letztes Jahr nach einiger Zeit Schimmel.
Der wahre Reichtum eines Menschen bemisst sich an der Zahl der Dinge auf die er verzichten kann. (H.D. Thoreau)
Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben. (H.C. Andersen)
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von farbenfroh »

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Zu meinem Erschrecken habe ich Folgendes gelesen: Noch bedenklicher als Plastik oder mindestens genauso sind die neuen nassfesten Verpackungen, von denen wir alle annehmen, dass sie aus Packpapier / Pappe / ± »öko« seien. Laien können die nicht unterscheiden. Sie sind mit Zusatzstoffen, oft Nanopartikeln, versehen, um sie wasserdicht zu machen bzw. als Aromabarriere. Sie können direkt in den Boden geraten oder (unwissend) übers Altpapier. Von dort kommen sie wieder in den Kreislauf, ohne herausgefiltert werden zu können und damit spätestens beim Kompostieren in den Boden. Daher ist alles Wiederverwendbare (wie Anzuchtplatten) zu empfehlen oder Behältnisse aus Holzfasern.
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Amarille »

Plastik hat auch Vorteile, plastikfreie Alternativen sind oft/meist auch nicht unbedenklich da man diese oft im Biomüll oder Kompost meint entsorgen zu können. Ich ziehe meine Vorkulturen in 1x gekauften kleinen Plastiktöpfen an, darin können die Keim-/Setzlinge erstmal recht lange bleiben bis die Töpfe komplett durchwurzelt sind. Die Töpfchen stehen in einer Pflanzwanne (leider gibt es die nur aus Plastik). Ich gieße nie in die Töpfchen, sondern geb das Wasser in die Wanne, so kann sich jedes Pflänzchen das Wasser holen das es meint zu brauchen. Pikiert werden die Pflänzchen dann in gebrauchte Töpfe. Diese kleinen Anzuchtstöpfchen haben ich jetzt schon seit über 10 Jahren, nach Gebrauch werden sie gesäubert und gestapelt bis zum nächsten Einsatz. Bisher zeigen sie keinerlei Ermütungserscheinungen und halten ganz sicher noch etliche Jahre. Meine Überzeugung ist, es gibt Plastik, Plastik ist manchen anderen Material oft überlegen und wenn ich Plastik nachhaltig und jahrelange im Gebrauch habe und irgendwann dann doch entsorgen muss, dies dann sachgerecht im Müll mache und nicht in der Landschaft, hab ich damit kein Problem. Aber ich war schon in der Schule immer mit ner 3 zufrieden :-).
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Amarille »

Im Haus ziehe ich lediglich Paprika und Tomaten vor. Salate und andere Kulturen mögen es gar nicht zimmerwarm. Die stell ich, mit Haube, immer draußen, in eine geschützten, sonnigen Ecke. Dort keimen und wachsen sie langsamer, aber gesünder und fester. In den Gärtnereien wird die meiste Voranzucht in den Kalthäuser gezogen.
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Re: Vorziehen und plastifreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von farbenfroh »

Amarille hat geschrieben: Do 29. Feb 2024, 09:16 Plastik hat auch Vorteile, plastikfreie Alternativen sind oft/meist auch nicht unbedenklich da man diese oft im Biomüll oder Kompost meint entsorgen zu können.
[… ]
Meine Überzeugung ist, es gibt Plastik, Plastik ist manchen anderen Material oft überlegen und wenn ich Plastik nachhaltig und jahrelange im Gebrauch habe und irgendwann dann doch entsorgen muss, dies dann sachgerecht im Müll mache und nicht in der Landschaft, hab ich damit kein Problem. Aber ich war schon in der Schule immer mit ner 3 zufrieden :-).
:thumb
Habe ich bislang auch so gemacht. Plastik ist nicht das Problem, wenn es (mgl. schadstoffrei) wieder in dem Kreislauf recycelt werden kann. Was ich mit meinem Beitrag ausdrücken wollte, ist die Bedenklichkeit der (Nano-)Beschichtungen … also das, was man auf den ersten Blick nicht sieht. Die neuen nassfesten Papiere (Verpackungen) sollten eigentlich die Plastikverpackungen ersetzen, sind aber, so wie es aussieht, noch viel schlimmer.
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Re: Vorziehen und plastikfreie(?) Anzucht im Haus

Beitrag von Tidofelder »

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Ich probiere die Anzucht in umgedrehten Schraubdeckelgläser aus. Als Substrat dienen Quelltabletten aus Kokoshum.
Auf dem Bild ist gekeimter Schnittsellerie zu sehen.
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