Ahoi,
@Simbienchen hat im Februat-Aussaat-Thread gerade Puffbohnen erwähnt und da fiel mir ein, daß ich da auch Neuigkeiten habe, u.a. für
@Amarille
Ich hatte von Amarille '24 die Weinheimer Schwarzsamige Puffbohne zugeschickt bekommen. Nach einigen Irrungen und Wirrungen meinerseits standen die letztes Jahr (sortenrein) im Beet. Leider hat irgendein Tier noch vor der Ernte drei Pflanzen halb ausgegraben und einige wurden merkwürdig von außen angenagt, was ich so auch noch nicht gesehen hatte.
Trotzdem sind genug übrig geblieben, um die Gesamtzahl der Samen von 13 auf immerhin 27 (brauchbare) zu vermehren... Es handelt sich um eine kleinsamige Sorte, deren Pflanzen auch etwas kleiner bleiben. Ein paar Samen sind allerdings farblich umgeschlagen.
Von den 27 schwarzen Samen haben sich 5 entschlossen, ein bißchen größer, faltiger und ein bißchen schwärzer zu werden.
So sehen die nun aus:
Ich neige gerade dazu, die "schwärzeren 5" separat irgendwo möglichst weit weg vom Gemüsebeet zu säen und die übrigen schwarzen Samen dann dort – mal gucken, was passiert.
Amarille, ich meinte ja schon letztes Jahr, daß ich dir welche zurückschicke, aber da sah die Ernte noch vielversprechender aus. Sofern du nicht dieses Jahr gerne selber Puffbohnen anbauen möchtest, würde ich die Samen noch mal versuchen zu vermehren – ich kann dir aber auch welche schicken oder welche von meiner wild gekreuzten "Chaos-Haussorte" abgeben.
Insgesamt geht natürlich noch mal ein Aufruf an alle raus, selber auch Dicke Bohnen anzubauen!
Erstmal ist es, für Geschichtsfans vielleicht interessant, eine der ältesten Feldfrüchte, die der Mensch anbaut – noch älter als Weizen oder Gerste. In Europa wird sie seit 3000 Jahren angebaut und wurde 2600 Jahre lang als "die" Bohne betrachtet, bevor im 16. Jahrhundert die "moderne" Bohne aus Amerika rüberschwappte und die Dicke Bohne verdrängte. In Feddersen-Wierde, einer Siedlung nahe der Wesermündung aus dem 1. Jh. v. Chr. gibt es die ältesten Nachweise für Anbau in sozusagen "dem Gebiet, das heute Deutschland ist" – das ist also noch die späte Eisenzeit.
Zweitens ist es eine auch für Insekten sehr interessante Nutzpflanze: laut NaturaDB gehen da 54 Wildbienenarten ran, und 23 Raupen. Während der Blütezeit ist sie ein zuverlässiger Hummelmagnet. (Sie ist, falls jemand da jetzt nachliest, bei NaturaDB allerdings fälschlich als "Neophyt" eingeordnet – siehe oben)
Drittens verbessert sie den Boden: sie gilt als Schwachzehrer und braucht keine Stickstoffdüngung, sie soll den Boden sogar eher mit Stickstoff anreichern. Zudem bildet sie feine sehr tief reichende Wurzeln und trägt damit dazu bei, auch verdichtete und tiefere Bodenschichten durchlässiger zu machen.
Also, nehmen wir uns Simbienchen als Vorbild und ran ans Gemüsebeet! Jetzt ist die perfekte Zeit!

»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster