Ich verstehe deine Abneigung zu Kompost vom Kompostplatz, da bin ich auch eher vorsichtig. Wer weiß, was da alles drin ist.
Darum war eines meiner ersten Aktivitäten im Garten, die Kompoststelle einzurichten. Es heißt nicht umsonst " Gold des Gärtners".( Nichtsdestotrotz ist es aber erstmal für den einen oder anderen eine Möglichkeit schnell und ohne lange Wartezeit anzufangen, Kompost muss ja auch erstmal reifen. Es gibt ja auch Gärten, die nicht genügend Material liefern.Man kann ja auch wirklich richtig guten Dauerkompost käuflich erwerben. Hat dann dementsprechend natürlich seinen Preis. )
Ich warte auch lieber die Verrottungsphasen mit meinem eigenen Material ab und habe ein Hochbeet, dessen Befüllung über mehrere Jahre nur durch Kompost entstanden ist. Alles was im Garten angefallen ist, kam dort hinein und ich muss sagen, das ist mein bestes Beet. Da wachsen und gedeihen auch Möhren, Petersilienwurzeln und Sellerie, die direkt im Boden bei mir nie etwas wurden. Scheinbar hat dieser Komposthumus die richtige Konsistenz für derartige Wurzelgemüse. Deshalb habe ich mir im Herbst weitere Hochbeete angeschafft, die ich auch mit eigenem Kompost aus verschiedenen Rottephasen miteinander geschichtet habe.
Das Thema Humus ist sehr komplex, ich beschäftige mich mit diesem Thema auch gerade etwas intensiver, weil ich einen sehr schweren Lehmboden habe, der schwer zu bearbeiten ist. Mulchen allein hat leider nicht geholfen, darum gehe ich jetzt wieder über auf das Anlegen von Beeten.
Das ist richtig, Kompost allein hält das Wasser nicht, es bedarf an ligninhaltigen ( zerkleinert, damit unsere Microorganismen sie angreifen und zersetzen können), also kohlenstoffhaltige Materialien, die ein Kohlenstoffgerüst haben, die dem Humus sehr nahe sind. Und es kommt auf den Rottegrad an. Es sind die Huminstoffe, die wasserbindend sind. Sie sollten 1/3 des Kompostes ausmachen. Es bedarf an stabilen Kohlenstoffmolekülstrukturen/ Kohlenstoffverbindungen wenn ich das richtig verstanden habe.
Da hast du die richtige Methode von deinem Vater übernommen

. Die richtige Bodenbearbeitung ist nicht nur wichtig für das Bodenleben, auch für uns " alternden" Gärtner, je einfacher desto besser. Walter Witte erklärt in seinem Kompostverfahren (Microbielle Carbonisierung), dass
beim Umgraben Sauerstoff in den Boden gebracht wird , welcher mit dem Kohlenstoffgerüst oxidiert und somit zerfällt. Damit können dann alle Nährstoffe ins Grundwasser entweichen und die Wasserhaltefähig schwindet. Somit erklärt sich für mich, warum die No- Dig-Methode so erfolgreich ist.
Habt ihr euch schon mal Gedanken dazu gemacht, eure Vegetationsperiode für Gemüse zu verlängern oder ist das eher kein Thema für euch? Einige von uns gehen immer mehr dazu über, auch im Winter etwas auf den Beeten stehen zu lassen. Aus diesem Grund sprach ich auch die Kompostbeete an, weil man die entstehende Abwärme nutzen kann.
"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"