Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

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Ann1981
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Ann1981 »

tree12 hat geschrieben: Mo 27. Mai 2024, 09:02 Im Dürresommer sind solche großen Haufen sicherlich auch ein Problem, dort wo Menschen vorbeikommen, Zigaretten wegwerfen oder aus Spaß und Langeweile zündeln.
Die Haufen sind nicht das Problem.
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Simbienchen
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Simbienchen »

......dieses "Problem" habe ich natürlich auch!
Ich doch auch :knuddel ...@Gsaelzbaer . Ich kenne die Problematik auch!

Bewirtschafte meine 1500 qm Wiese ja auch schon seit Jahren, plus den ganzen Wiesenschnitt am Haus. Den nicht so verholzten Wiesenschnitt vom Haus hatte ich getrocknet als Einstreu für die Hühner in einem alten Bettbezug aufgehängt, so hatte ich den ganzen Winter Heu für die Hühner. Natürlich wird der Grünschnitt abhängig von der Größe der Wiese auch mehr und nicht jeder hat die Zeit und Muße, um sich auf diese Weise um seinen Wiesenschnitt zu kümmern.

Ich habe zum Beispiel die Ränder der Wiese mit dem Wiesenschnitt im Herbst "totgemulcht" und konnte sie im darauffolgendem Jahr neu bepflanzen. Die halbverotteten holzigen Reste habe ich dem Kompost zugeführt und später war das ein Teil der Füllung des neuen Hochbeetes. Ich überlege auch schon eine Weile , ob ich mir direkt an der Wiese noch eine schöne Kompoststelle anlege, damit die Wege nicht so weit sind. Es kostet alles Zeit. MIR liegt es halt fern, eigenes Material abzugeben und in der Ertragszone fehlt mir Humus. Um diese Lücken zu füllen bietet sich der Wiesenschnitt super an, aus dem Grunde habe ich mit dem Fermentieren angefangen. Damit lassen sich Massen besser händeln.

Aber es spricht nichts dagegen, den Wiesenschnitt, den man selbst nicht mehr verarbeiten kann, einem anderen Kreislauf zuzuführen, wie du selbst auch beschreibst. Und ja, da ist man dann wieder mit einem Fuß in seiner Ökobilanz, aber einen Tod muß man sterben, wenn man es nicht selbst verwurschtelt. Das ist aber trotzdem was ganz anderes, als Herbstfeuer daraus zu machen. ( Unser Wertstoffhof nimmt auch Wiesenschnitt an...)

Darum bin ich jetzt gespannt, was sich der gute Mensch vom BUND einfallen lässt. :winken

Es ist sowieso die Frage an die Biologen weiterzugeben, ob es noch Sinn macht, überhaupt weiterhin diesem Trend zu folgen und alte Streuobstwiesen umzuwälzen, um neue Blumenwiesen daraus zu machen. Es ist schon länger her, da hatte ich ein Gespräch mit einem Biologen, der sagte, dass der Schaden viel größer als anfangs gedacht ist. Weil man mit jeder Veränderung einer Wiese die natürlichen Gefüge stört. Initialpflanzungen von autochthonen Wildpflanzen wären deutlich schonender. Die kann man schön nach der Mahd in offene Wiesenstellen pflanzen.
tree12
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von tree12 »

Vom Trend, aus Streuobstwiesen reine Blumenwiesen zu machen, habe ich noch nichts gehört... Die Biologen hier vor Ort pflegen viele Streuobstwiesen in Naturschutzgebieten und predigen eigentlich eine frühere Mahd als August... denn durch diese zu späte Mahd entstehen ja erst die Probleme mit dem Schnittgut, das als Viehfutter nicht mehr taugt und das nicht mal die Biogasproduzenten haben wollen.

Bei uns liegt es an der starren Haltung der Unteren Naturschutzbehörde, die aus irgendwelchen Gründen die Mahd in Naturschutzgebieten erst im August gestattet. In dieser Behörde sitzen leider etliche Personen, die eigentlich nicht das passende Studium für ihren Job und nicht das Wissen echter Naturschützer haben. Den Biologen vor Ort sind dementsprechend oft die Hände gebunden, sie würden ja gerne im Juni schon mähen. Dann wäre das Schnittgut ein hochwertiges Viehfutter, selbst für die Haustiere von Privatleuten.

(Im Nachbarkreis geht man offenbar pragmatischer vor, dort wird früher gemäht und es gibt dann sogar diese handlichen Heuballen, die auch Privatleute erwerben können.)
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Simbienchen
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Simbienchen »

Vielleicht sollten wir hier kurz klären, ob wir über rein private Streuobstwiesen, Vereinsweisen oder Gemeindewiesen sprechen. Ich habe mich auf private Streuobstwiesen bezogen.
Wie das Gemeinden oder Vereine handhaben steht nochmal auf einem anderen Stern. Die haben in der Regel nicht derartige Probleme wie wir Privatleute.
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Amarille »

Mein Eingangspost bezog sich auf die privaten Wiesen, weil ich gefragt werde und keine Antwort weiß wie ich erklären kann das Mähgut abgeräumt werden muss, wenn eine Blühwiese gemacht werden will. Dabei spielt nicht die Blüte und Artenvielfalt vordergründig eine Rolle, sondern man denkt weniger mähen = weniger Arbeit. Hier übernehmen jetzt viele die Wiesen und aufgelassenen Weinberge, da die Großbauern die Pacht gekündigt haben. Es ist ja auch schön Opas Wiesen zu übernehmen, auch wenn man keine Ahnung davon hat und nun Ende Mai festgestellt wie hoch das Gras steht, man mit dem Rasenmäher nicht weit kommt, oft für den Transport einen Hänger braucht den man nicht hat. Für Totholz müssen die Bäume geschnitten werden, nur wie? Viele wohnen ja nicht mehr vor Ort, wollen was tun, aber stoßen an ihre Grenzen, suchen Lösungen, ich auch.
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Simbienchen »

Ich verstehe die Problematik sehr gut und wir können gerne darüber weiter nachdenken....@Amarille :thumb

Aber vielleicht können wir für diese Probleme einen anderen Thread aufmachen? :knuddel

(Ich finde das sprengt den Rahmen für diesen Thread, der eigentlich für kleinere Wiesenflächen im eigenen Garten gedacht war ...über dieses Thema sind wir schon längst drüber hinaus.) Ist jetzt nicht schlimm, aber wir sollten diese neuen Gedanken auslagern , dann findet man sie auch später viel besser in der Suchmaschine. Magst dir dafür einen Titel aussuchen und einen neuen Thread aufmachen? :knuddel
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Amarille »

Simbienchen hat geschrieben: Mo 27. Mai 2024, 13:06 Ich verstehe die Problematik sehr gut und wir können gerne darüber weiter nachdenken....@Amarille :thumb

Aber vielleicht können wir für diese Probleme einen anderen Thread aufmachen? :knuddel

(Ich finde das sprengt den Rahmen für diesen Thread, der eigentlich für kleinere Wiesenflächen im eigenen Garten gedacht war ...über dieses Thema sind wir schon längst drüber hinaus.) Ist jetzt nicht schlimm, aber wir sollten diese neuen Gedanken auslagern , dann findet man sie auch später viel besser in der Suchmaschine. Magst dir dafür einen Titel aussuchen und einen neuen Thread aufmachen? :knuddel
Stimmt das ufert jetzt aus, sorry :panik, aber welche Überschrift wird passen? "Machbarkeitsstudie Naturschutz". Vielleicht hast du ja eine bessere Idee...
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Simbienchen »

Ich habe mal einen Thread dazu eröffnet @Amarille ....hier geht's zu diesem Thema dann weiter:

viewtopic.php?t=880

Ich hoffe, das passt so für euch....
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Ann1981
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Re: Zeitversetztes Mähen/ Zeitversetztes Mähmuster/ Mähmanagement im Hortus

Beitrag von Ann1981 »

Wen nach einer Auffrischung des Allgemeinwissens über Streuobstwiesen oder Anlaufstellen für eine Mithilfe auf einer solchen verlangt, könnte in der Folge "Faszination Streuobstwiese: Kulturgut und Lebensraum" des Podcasts "morgen beginnt heute -der Umwelt und Verbraucher Podcast" (des BR) Inspiration finden.
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