Hi Ihr,
Hat wer Erfahrung mit Baumpatenschaften?
Hier im Ort gibts es einige die sich gerne an Baumpflanzungen beteiligen würden. Sei es finanziell oder mit Wässern.
Damit das kein furchtbares Durcheinander wird und jeder mitreden will brauch es da ein vernünftiges Konzept.
Baumpatenschaft
- Amarille
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Re: Baumpatenschaft
Bei uns im Ort gibt's ein Baumkataster wo alle Gemeindebäume mit: Standort, Pflanzjahr, Zustand alle 3 Jahre aufgeführt wird. Hat ein Baum einen Pflegepaten wird das notiert (nur mit Hinweis "Pate" aus Datenschutz). Die Paten selbst werden extra geführt und bekommen als Dank jährlich einen Gutschein von 20 € für unser hiesiges Gartencenter. Was mir fehlt ist die Kennzeichnung am Baum "ich werde ehrenamtlich gepflegt", es sollte für jeden Paten eine Einweisung geben wo genau beschrieben und gezeigt wird wie die Pflege aussehen muss. Da diese Einweisung bei uns nicht durchgeführt wird, gibt es Paten die anvertraute Bäume falsch schneiden (teilweise Äste ab bis zum Stamm, am besten noch bevor das Laub fällt). Durch die unterlassenen Kontrollen und auch mal Erklärungen wenn was falsch läuft sind jetzt nach 20 Jahren von den Patenbäume: 60% der Bäume abgängig (verschwunden), 30% in schlechtem Zustand, nur 10% stehen noch gesund.Alma hat geschrieben: Sa 27. Jun 2026, 14:48 Hi Ihr,
Hat wer Erfahrung mit Baumpatenschaften?
Hier im Ort gibts es einige die sich gerne an Baumpflanzungen beteiligen würden. Sei es finanziell oder mit Wässern.
Damit das kein furchtbares Durcheinander wird und jeder mitreden will brauch es da ein vernünftiges Konzept.
Soweit ich weiß fördern manche Bundesländer über ihr Umweltamt Klimabäume. Vielleicht findest du da was im Netz oder fragst beim Rathaus nach.
Zuletzt geändert von Amarille am Sa 27. Jun 2026, 15:14, insgesamt 2-mal geändert.
Ich bin aus der Zeit gefallen... 
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tree12
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Re: Baumpatenschaft
Das ist meines Wissens in der Kommune ganz genau geregelt. Da muß man sich bei der Stelle melden, wahrscheinlich auch das Grünflächenamt und nachhören, was es für Vorschriften gibt (z. B. keine giftigen Pflanzen setzen, Platz rund um den Baumstamm muß freibleiben zwecks Kontrollen, die Höhe der Begleitpflanzen etc.) Es gibt Papierkram und man muß unterschreiben usw.
"Einfach so loslegen" ist nicht erlaubt... wir sind ja schließlich in Deutschland...
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Re: Baumpatenschaft
Ich wünschte unsere Gemeindeverwaltung wäre ein bisschen Deutschland. Hier leben wir im rechtsfreiem Raum, jeder kann in und mit der Natur machen was er will, es gibt keine Kontrollen und keine Konsequenzen.
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Re: Baumpatenschaft
@tree12
Nein, ganz so ist das nicht.
Da in Deutschland Föderalismus und Kommunale Selbstverwaltung (Art. 28 Grundgestz) die höchsten Staatsprinzipien sind, hat jede Kommune die Befugnis, das Grünflächenwesen selbst zu regeln. Das ist ähnlich sinnvoll wie der Bildungsförderalismus, weil man überall das Rad neu erfinden zu müssen meint.
Die meisten, gerade kleine Kommunen im ländlichen Raum, haben gar kein Konzept aus Geldmangel. Einige größere Kommunen haben welche, aber wie gesagt, jedes anders und nicht immer von Kompetenz gestreift.
In Jena sieht es mit den Baumpatenschaften prima aus, sogar die Schilder gibt es und die Stadt spendiert die Erstbepflanzung darunter.
Hier in Westthüringen ist die Ansicht zu Stadtbäumen "die machen Schweinerei ", ergo gibt es kein Konzept und kaum Stadtbäume. Im Gegenteil: hier wurden auf einem Schulhof Linden mit Pflanzjahr 1907 für einen angeblich notwendigen Stützmauerneubau gefällt. Für die Stützmauer ohne jeglichen Riss waren dann monatelange Presslufthammerorgien notwendig (baufällig???). Aber dann waren viele Lehrerparkplätze vorhanden. Die restlichen Linden einer Allee wurden seit den 1990ern alle paar Jahre mit einem Kopfschnitt gequält, viele andere schon vorher von Anwohnern beseitigt, damit das Laub keine "Schweinerei" macht. Auch viele in der jüngeren Generation haben wenig Interesse an öffentlichen Bäumen, da sie mit langen Pendelwegen, oft Schottergärten und flachgemähten Rasenflächen andere Prioritäten setzen.
Aber genau da versuchen wir anzusetzen. Im Vorvorgarten, das ist der einen guten halben Meter breite begrünte Teil des städtischen Gehsteiges vor dem nördlichen Vorgarten, haben wir üppig blühende Spornblumen und verschenken Ableger und Sämlinge an jeden, der fragt. Das bietet einen kleinen Aufhänger für Gespräche. Wir haben außerdem noch Bergflockenblumen, die lange blühen und den Boden bedecken. Außerdem hatte die Stadt Kriechmispeln in der Ursprungsbepflanzung. Die sind zwar nicht einheimisch, haben aber im Winter mit ihren Früchten für die Amseln noch Futter, wenn der Feuerdorn der Nachbarin abgegrast ist. Hier kommen andere Vögel als in unserem südlichen Garten hinter dem Haus.
Nein, ganz so ist das nicht.
Da in Deutschland Föderalismus und Kommunale Selbstverwaltung (Art. 28 Grundgestz) die höchsten Staatsprinzipien sind, hat jede Kommune die Befugnis, das Grünflächenwesen selbst zu regeln. Das ist ähnlich sinnvoll wie der Bildungsförderalismus, weil man überall das Rad neu erfinden zu müssen meint.
Die meisten, gerade kleine Kommunen im ländlichen Raum, haben gar kein Konzept aus Geldmangel. Einige größere Kommunen haben welche, aber wie gesagt, jedes anders und nicht immer von Kompetenz gestreift.
In Jena sieht es mit den Baumpatenschaften prima aus, sogar die Schilder gibt es und die Stadt spendiert die Erstbepflanzung darunter.
Hier in Westthüringen ist die Ansicht zu Stadtbäumen "die machen Schweinerei ", ergo gibt es kein Konzept und kaum Stadtbäume. Im Gegenteil: hier wurden auf einem Schulhof Linden mit Pflanzjahr 1907 für einen angeblich notwendigen Stützmauerneubau gefällt. Für die Stützmauer ohne jeglichen Riss waren dann monatelange Presslufthammerorgien notwendig (baufällig???). Aber dann waren viele Lehrerparkplätze vorhanden. Die restlichen Linden einer Allee wurden seit den 1990ern alle paar Jahre mit einem Kopfschnitt gequält, viele andere schon vorher von Anwohnern beseitigt, damit das Laub keine "Schweinerei" macht. Auch viele in der jüngeren Generation haben wenig Interesse an öffentlichen Bäumen, da sie mit langen Pendelwegen, oft Schottergärten und flachgemähten Rasenflächen andere Prioritäten setzen.
Aber genau da versuchen wir anzusetzen. Im Vorvorgarten, das ist der einen guten halben Meter breite begrünte Teil des städtischen Gehsteiges vor dem nördlichen Vorgarten, haben wir üppig blühende Spornblumen und verschenken Ableger und Sämlinge an jeden, der fragt. Das bietet einen kleinen Aufhänger für Gespräche. Wir haben außerdem noch Bergflockenblumen, die lange blühen und den Boden bedecken. Außerdem hatte die Stadt Kriechmispeln in der Ursprungsbepflanzung. Die sind zwar nicht einheimisch, haben aber im Winter mit ihren Früchten für die Amseln noch Futter, wenn der Feuerdorn der Nachbarin abgegrast ist. Hier kommen andere Vögel als in unserem südlichen Garten hinter dem Haus.
Viele Grüße
Poco Loco
__________________________________________________
"Es wird durchgeblüht." Karl Foerster
Poco Loco
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Re: Baumpatenschaft
https://www.naturadb.de/pflanzen/cotoneaster-dammeri/
Diese nichtheimischen Mispelarten sind teilweise invasiv oder haben zumindest die Tendenz dazu. Vielleicht kann man die vom öffentlichen Grund nach und nach beseitigen...??
Bei uns in der Kommune ist es so, daß man Wünsche zur Pflege einer Baumscheibe offiziell beim Grünflächenamt anmelden muß. Dann wird man belehrt, was alles sein darf und was nicht. Die Regeln sind eher streng. Man verpflichtet sich, alles im Sinne der Gemeinde zu erledigen und unterschreibt eine Art Vertrag. Es gibt auch Schilder, die lauten: "Dieses Beet wird in Patenschaft gepflegt" (wohl auch, um städtische Arbeiterkolonnen davon abzuhalten, alles zu roden, was sie vorfinden).
Ein für mich eher kurioser Fall: eine kleine Baumscheibe mit einem nichtheimischen Laubbaum und 40 cm nichtheimischem Bodendecker drunter trägt dieses Schild. Dabei gibt es dort für einen Paten nix zu pflegen. Der Bodendecker ist so hoch und dicht, daß dort eh sonst rein gar nichts wächst. Da gibt es weder Hundehaufen noch Müll zu beseitigen. Naja, vielleicht bekommt der Baum hin und wieder mal einen Eimer Wasser, das kriege ich aber nicht mit...
@Poco Loco
Diese nichtheimischen Mispelarten sind teilweise invasiv oder haben zumindest die Tendenz dazu. Vielleicht kann man die vom öffentlichen Grund nach und nach beseitigen...??
Bei uns in der Kommune ist es so, daß man Wünsche zur Pflege einer Baumscheibe offiziell beim Grünflächenamt anmelden muß. Dann wird man belehrt, was alles sein darf und was nicht. Die Regeln sind eher streng. Man verpflichtet sich, alles im Sinne der Gemeinde zu erledigen und unterschreibt eine Art Vertrag. Es gibt auch Schilder, die lauten: "Dieses Beet wird in Patenschaft gepflegt" (wohl auch, um städtische Arbeiterkolonnen davon abzuhalten, alles zu roden, was sie vorfinden).
Ein für mich eher kurioser Fall: eine kleine Baumscheibe mit einem nichtheimischen Laubbaum und 40 cm nichtheimischem Bodendecker drunter trägt dieses Schild. Dabei gibt es dort für einen Paten nix zu pflegen. Der Bodendecker ist so hoch und dicht, daß dort eh sonst rein gar nichts wächst. Da gibt es weder Hundehaufen noch Müll zu beseitigen. Naja, vielleicht bekommt der Baum hin und wieder mal einen Eimer Wasser, das kriege ich aber nicht mit...
@Poco Loco
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Re: Baumpatenschaft
Aha, schon mal sehr interessant, dass das ein recht chaosstiftenden Thema ist.
Das können wir hier nicht brauchen.
Auch irgendwelche Schilder wer hier was spendet oder macht werde ich hier nicht aufstellen oder zulassen. Das kostet ja mehr als die Baumpflege.
Das können wir hier nicht brauchen.
Auch irgendwelche Schilder wer hier was spendet oder macht werde ich hier nicht aufstellen oder zulassen. Das kostet ja mehr als die Baumpflege.
