Alma hat geschrieben: Fr 27. Feb 2026, 18:18
Gibts eigentlich Infos - und wenn ja wo - welche Pflanze Kalt-Kühl-Warm-Keimer ist??
Ich finde da wirklich extrem hilfreich die Seite des "Templiner Kräutergartens" https://templiner-kraeutergarten.de
Dort gibt es u.a. eine sehr große Auswahl vieler heimischer Wildpflanzen, und oft in Bio-Qualität. (Ich habe da auch schon mehrfach bestellt und die Qualität ist sehr gut.)
Da gibt es auf der Seite der jeweiligen Pflanze unter dem Reiter "Anbau" den Punkt "Aussaathinweis" mit einem kurzen Code, z.B. "N1". In der Leiste ganz oben auf der Seite gibt es unter "Informationen" auch einen Punkt namens "Aussaathinweis", und dort sind die Codes dann erklärt. Z.B. "N1": "Diese Samen keimen schnell und problemlos bei Temperaturen um 20°C." usw.
Ist ein kleines bißchen unpraktisch, aber eine anwenderfreundlichere Anleitung zu Keimungsansprüchen und -bedürfnissen ist mir trotzdem noch nicht untergekommen. Da sie wie gesagt ein großes Sortiment haben, lohnt es sich da durchaus, mal nachzugucken (und natürlich ggf. zu bestellen )
P.S. Ich bin mit dem Kräutergarten weder verwandt noch verschwägert
»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster
Zum Stand der Entscheidungen in Brüssel. Info von Arche Noah vom April 2026:
Letzte Woche, am 22. April 2026, hat in Brüssel ein wichtiger politischer Trilog-Termin zum neuen EU-Saatgutrecht stattgefunden. Das ernüchternde Ergebnis: Die EU droht, die vorhandenen Potentiale für eine vielfältige, klimafitte Landwirtschaft gegen die Wand zu fahren.
Die EU-Saatgutrechts-Reform droht, vollkommen in die falsche Richtung zu laufen
Schon 2014 waren die freie Weitergabe von Saatgut zum Erhalt der Vielfalt und die regionale Saatgutproduktion Knackpunkte des damaligen Versuchs, das EU-Saatgutrecht zu reformieren. Jetzt wird wieder versucht, die verschiedenen Formen europäischer Landwirtschaft über einen Kamm zu scheren und unfaire Regeln festzulegen:
• Stichwort „Freie Weitergabe von Saatgut zur Erhaltung der Vielfalt an Kulturpflanzen“: Das könnte schon bald Geschichte sein! Stattdessen drohen massive Einschränkungen und überbordende Bürokratie zu Lasten von Bäuer:innen und Konsument:innen.
• Stichwort „Gleiche Bedingungen für ungleiche Betriebe“: Laut Gesetzesvorschlag dürfen Saatgut-Unternehmen unbegrenzte Mengen von Saatgut zum Zweck der Züchtung oder Forschung weitergeben. Gleichzeitig sollen Erhaltungsorganisationen und Bäuer:innen aber bei der Weitergabe kleiner Mengen strenge Auflagen erfüllen – eine klare Diskriminierung!
• Stichwort „Regionale Einschränkung“: Bauern und Bäuerinnen sollen ihr Saat- und Pflanzgut nur mehr in ihrer eigenen Region weitergeben dürfen. Das ist inakzeptabel, denn wir brauchen vielfältige Kulturpflanzen über Regions- und Landesgrenzen hinaus – für Innovation und Widerstandskraft genauso wie für schmackhaftes, gesundes Essen.
Tausende lokale Gemüse- und Getreidesorten sind die nötige Versicherung für eine gesunde und widerstandsfähige Landwirtschaft. Vielfaltssorten haben die Kraft, sich an veränderte klimatische Bedingungen wie Trockenheit und Hitze anzupassen, sie sind oft robuster und schmackhafter und sie kommen ohne chemische Dünger und Pestizide gut zurecht. Gerade jetzt, wo die „Straße von Hormuz“ blockiert wurde und damit die Versorgung des Weltmarkts mit diesen Agro-Chemiekalien gefährdet ist, sieht man, wie verletzlich die industrielle Landwirtschaft heute ist.
Vielfalt und Bio-Landwirtschaft sichern unsere Ernährung! Ein vielfaltsförderndes EU-Saatgutrecht ist nicht in erster Linie ein Dienst an der Kulturpflanzenvielfalt selbst, es ist ein Dienst an unser aller Versorgung mit gesunden Lebensmitteln!
Info: ARCHE NOAH Saatgutpolitik aus Brüssel