Als wir 2013 in unser Haus einzogen und den großen Garten übernahmen, konnten wir unser Glück kaum fassen – auch wenn uns bewusst war, wie viel Arbeit vor uns lag. Das Grundstück liegt am Ende einer Sackgasse und ist daher angenehm ruhig. Zwei Seiten grenzen an Wald und Feld; dazwischen verläuft ein Spazierweg, sodass ein Zaun für unseren Hund (Hovawart „alles meins“ ) unverzichtbar war. Efeu durchzieht heute das Zaungeflecht, und entlang der Grundstücksgrenzen wurden zahlreiche heimische Sträucher gepflanzt. Auch im Inneren des Gartens schaffen Wildsträucher natürliche Abgrenzungen, ergänzt durch verschiedene Obstgehölze.
Ein Bach teilt das Grundstück in zwei Bereiche: Der haushnahe Teil dient unserer intensiveren Nutzung, während die andere Hälfte weitgehend naturbelassen bleibt. Die Pflege des Baches liegt in unserer Hand, doch wir greifen dort nur behutsam ein. Baldrian, Eisenhut, Bärlauch, Mädesüß, Brunnenkresse und viele andere Pflanzen haben sich angesiedelt und prägen diesen feuchten Lebensraum.
Bei jeder Grabung stoßen wir auf Relikte der Vergangenheit – Müll, Plastik, Porzellan. Manchmal scheint es, als sei hier das alte Bauernhaus unter der Erde verborgen. Anfangs gab es kaum Stauden oder Blumen, dafür endlose, kurz gehaltene Wiesenflächen. Im ersten Jahr ließen wir alles bis in den Spätsommer hinein stehen, um zu entdecken, was bereits vorhanden war; lediglich Wege wurden gemäht. Bald zeigten sich Margeriten, Gundermann, Rotklee, Gamander-Ehrenpreis, Günsel, Habichtskraut und Löwenzahn.
Die Wiese am Haus wird nach und nach kleiner, denn dort entstanden Mager- und Staudenbeete mit einheimischen Pflanzen. Die waldnahe Fläche auf der anderen Seite des Baches hingegen ist eine typische feuchte Fettwiese. Sie bleibt weitgehend unverändert und wird nur einmal jährlich gemäht. Viel Baldrian und Mädesüß gedeihen hier, ergänzt durch weitere standortgerechte Arten, die wir gezielt angesiedelt haben.
Zwei alte Salweiden am Bach werden als Kopfweiden geschnitten und bieten unter anderem dem Zaunkönig Nistmöglichkeiten. Entlang des Zauns finden sich Totholzhecken, und im Garten verteilen sich Äste, Reisig und Baumstämme als wertvolle Strukturelemente. Hinzu kommen lockere Steinhaufen, ein Sandarium, eine kleine Trockenmauer aus recycelten Dachziegeln, einige Miniteiche und ein Lichtteich sowie Komposthaufen. Insgesamt ist der Garten recht feucht, stellenweise sogar sumpfig – ideale Bedingungen für Schnecken. Nach einem ersten Versuchsjahr entschieden wir uns daher in der Ertragszone für Hochbeete.
Seit hier nicht mehr gespritzt oder vergiftet wird, erholt sich der Garten spürbar. Nach und nach stellen sich zahlreiche Helfer ein: Immer mehr Vogelarten, Amphibien, Weinbergschnecken und Schnegel, Ringelnattern, Spitzmäuse und viele weitere nützliche Tiere finden hier Lebensraum. Auch die Insektenvielfalt wächst von Jahr zu Jahr. Nichts verlässt diesen Garten, alles wird kompostiert, abgelagert oder sonst wie verwertet.
Der einzige angrenzende Nachbar lässt seinen Garten sehr konventionell pflegen. Zum Glück schirmen einige Sträucher und eine Efeuwand auf alten Totholzstämmen den Bereich ab. Natürlich ist nicht alles perfekt – doch Schritt für Schritt entwickelt sich unser Garten zu einer Oase heimischer Pflanzen. Neophyten sind nur noch vereinzelt zu finden, und die meisten davon gehören zur Ertragszone.
Bedeutung: Schwarzenhaus hieß die ehemalige Hofschaft auf diesem Grundstück
Dein Name: Lin Ottenjann
Postleitzahl: 42579
Hortus-Ort: Heiligenhaus
Hortus-Land: Deutschland
Größe in m2: 1700
Hortus Schwarzenhaus
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Re: Hortus Schwarzenhaus
Hallo Lin,
vielen Dank fürs übertragen und Willkommen im Forum
Ich hab die Eintragung verschoben und die Karte aktualisiert.
Auch hab ein paar der alten Bilder übernommen. Bitte sei so nett und füge der Eintragung noch gerne ein paar aktuelle Fotos hinzu.
Viele Grüße
Robert
vielen Dank fürs übertragen und Willkommen im Forum
Ich hab die Eintragung verschoben und die Karte aktualisiert.
Auch hab ein paar der alten Bilder übernommen. Bitte sei so nett und füge der Eintragung noch gerne ein paar aktuelle Fotos hinzu.
Viele Grüße
Robert
Wer Pyramiden nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Horteln nicht unter zwei Jahren bestraft.
