Hat denn mal jemand von euch selbstgebackenen Vogelkuchen ausprobiert oder bin ich hier die Einzige?
Verfüttert ihr denn gar nichts aus dem eigenen Garten an die Vögel?
Mich hat das früher auch immer sehr geärgert, dass so viele Saaten aus den Futtermischungen gar nicht gefressen wurden, dass ich mittlerweile dazu übergegangen bin, gar kein herkömmliches, käufliches "Vogelfutter" mehr zu füttern.
Das fühlte sich immer so an, als ob man das Geld aus dem Fenster schmeißt. Zumal man ja auch gar nicht immer weiß, woher die ganzen Körner etc kommen und wie hoch sie belastet sind. Früher hatte ich auch immer Ratten an den Futterhäuschen beobachtet, jetzt gar nicht mehr.
Wenn ich ihnen -so wie derzeit, seit über eine Woche eine stark überfrorene Schneedecke - Futter anbiete, dann kommt das überwiegend aus meinem Garten oder aus der Region. Ich füttere grundsätzlich nur noch zu "Notzeiten ". Sie bekommen dann klein geschnittenes Dörrobst, getrocknete Weintrauben, frische eingelagerte Äpfel, selbstgesammelte Nüsse, Kürbiskerne oder Vogelkuchen. Das einzige was ich noch dazukaufe, sind Zutaten wie Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Leinsamen , Eier, Mehl und Öl.
Das Vogelkuchenrezept habe ich mit den Jahren mehr und mehr angepasst, dass es mittlerweile eher "Müslikuchen" heißen sollte ( schmeckt auch so , ich probiere es immer, ist ja aus besten Zutaten). Die Vögel sind ganz verrückt danach, sogar die Eichhörnchen mögen es.
Da ich eine gute Kürbisernte dieses Jahr hatte, habe ich auch Kürbisfleisch ( anstelle von Apfeltrester) mit verbacken. Heute habe ich extra einen Kürbis geschlachtet und daraus 5 Backbleche Vogelkuchen gebacken. Derzeit besuchen täglich über 50 Vögel ( Blau-, Kohl- Sumpfmeisen, Amseln, Buchfinken, Feldsperlinge, Rotkehlchen, Buntspechte, Eichelhäher) die Futterspender, da bleibt nichts über. Nicht ein Krümmel am Boden, das wird alles weggemampft.
Ich wüsste auch nicht, was gegen den Futterkuchen zu solchen Extremwetterperioden sprechen sollte. Macht halt ein bisschen Arbeit, aber das mache ich mir zwischendurch gerne, wenn ich sehe, wie gerne die Vögel ihn mögen.
Zerkrümmelt oder in grobe Stücke gebrochen auf Teller oder ins Futterhäuschen gegeben, verhindert Zankereien unter den Vögeln. Sie schnappen sich ein Stückchen und fliegen damit weg um in Ruhe fressen zu können. Die Buchfinken sammeln gerne die herunterfallenden Reste unter den Futterspendern weg.
Ich schreibe euch mal mein Rezept dazu auf:
( Die Zutaten aus dem Garten können variieren, je nachdem was ihr da habt)
- 200 g gemischtes zerkleinertes Dörrobst (z.B. Äpfel, Birnen, Feigen, Weintrauben, Beeren)
- 100 g gemahlene Nüsse ( z.B.Haselnüsse, Walnüsse)
- 70 g Sämereien, Kerne ( z.B. Brennessel -, Spitzwegerichsamen, Leinsamen, Ölkürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
- 400 g püriertes Kürbisfleisch oder Apfeltrester oder geraspelte Äpfel
- 300 g Haferflocken
- 70- 100 g Mehl ( wird als Kleber benötigt)
3 Eier
- 120 g Öl ( Rapsöl oder Leinöl)
Alles schön miteinander vermengen und zu kleinen Kuchen formen. Reicht für ein Backblech. Bei 175° ( Umluft) ca 20 min backen.
Ach noch etwas....die Stare lieben diese kleinen Kuchen ebenso

"Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde!"