Wir haben ein Waldgrundstück und ich möchte auf neu geschaffenen Lichtungen alle möglichen Wildpflanzen ansiedeln. Das Saatgut habe ich seit letzten Herbst gesammelt und frage mich nun wann und wie ich es idealerweise ins Freiland bringe.
Ich habe schon viel hilfreiches in dieser Rubrik zu dem Thema gelesen und es scheint nicht eine klare Antwort auf die Frage des Zeitpunkts zu geben. Hier meine Gedanken dazu:
Grundsätzlich ist jeder Zeitpunkt möglich. Um die Kaltkeimer für dieses Jahr mitzunehmen, müsste ich noch im Winter sähen, je früher desto besser. Dagegen spricht, dass die Samen dann länger liegen und eventuell gefressen werden. Auch die potentiell feuchtere Witterung im Frühjahr würde eher für ein frühes aussähen sprechen. Geht ihr da mit?
Ich habe vor, die Lichtungsflächen leicht mit einer Hacke aufzulockern, da sie ziemlich dicht verwachsen sind. Um Dunkelkeimern bessere Chancen zu geben und vor Fraß zu schützen habe ich bisher die Samen nach dem Ausbringen leicht mit Erde und/oder Laub abgedeckt, weiß aber noch nicht was daraus geworden ist. Macht das Sinn?
Freue mich über Rückmeldungen zu meinem Vorhaben.
Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
- GrizzlyimGarten
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Re: Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
Ich bin weder Fachmann noch Experte. An der Natur würde ich mich richten: Die Pflanzen wachsen, versamen sich und lassen den Samen fallen. Genau das würde ich mir dem gesammelten Saatgut machen, es einfach breitwürfig verteilen. Aus meiner Sicht werden dann die Pflanzen gedeihen, denen der Standort zusagt, andere setzten sich eben nicht durch.
Ich kenne die Stelle nicht. Sollte dort bewachsener Boden vorherrschen, dann könnte man hier und da sicherlich für offenen Boden sorgen, ist später die Frage nach der Pflanzenkonkurrenz und der damit aufkommenden Frage, werden sich die mit Unterstützung gesäten Pflanzen halten, wenn keine weitere Hilfe erfolgt?
Für mich ist deine Frage schwer einzuschätzen, da ich die Bedingungen nicht kenne und auch nicht weiß, welche Pflanzen du dort ansiedeln möchtest, ob denen die Bedingungen (Licht/Wasser/Boden/Konkurrenz) zusagen.
Vielleicht konnte zur Entscheidung beitragen.
Ich kenne die Stelle nicht. Sollte dort bewachsener Boden vorherrschen, dann könnte man hier und da sicherlich für offenen Boden sorgen, ist später die Frage nach der Pflanzenkonkurrenz und der damit aufkommenden Frage, werden sich die mit Unterstützung gesäten Pflanzen halten, wenn keine weitere Hilfe erfolgt?
Für mich ist deine Frage schwer einzuschätzen, da ich die Bedingungen nicht kenne und auch nicht weiß, welche Pflanzen du dort ansiedeln möchtest, ob denen die Bedingungen (Licht/Wasser/Boden/Konkurrenz) zusagen.
Vielleicht konnte zur Entscheidung beitragen.
- Ann1981
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Re: Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
Deiner Beschreibung nach geht es dir gerade hauptsächlich darum, wie du die Samen vor Vogelfraß schützen kannst?
Eigentlich gar nicht. Für eine erfolgreiche Vermehrung produzieren Pflanzen deshalb so massiv viele Samen.
Wenn du den Boden bearbeitest, werden auf jeden Fall Vögel kommen um nach Essbarem (Käfer, Würmer) zu suchen. Wenn möglich würde ich viele kleine Flächen öffnen, um die Wahrscheinlichkeit zu streuen, und bis zur Aussaat ein paar Tage warten.
Ich digitalisiere zur Zeit mein Gartentagebuch und lese, was ich an Sämerein schon im Garten ausbrachte, wovon ich aber nie ein Pflänzchen sah. Hoffentlich habe ich ein paar Vögelchen damit gefüttert, sonst explodiert der Garten irgendwann.
Dein Vorhaben finde ich toll.
Eigentlich gar nicht. Für eine erfolgreiche Vermehrung produzieren Pflanzen deshalb so massiv viele Samen.
Wenn du den Boden bearbeitest, werden auf jeden Fall Vögel kommen um nach Essbarem (Käfer, Würmer) zu suchen. Wenn möglich würde ich viele kleine Flächen öffnen, um die Wahrscheinlichkeit zu streuen, und bis zur Aussaat ein paar Tage warten.
Ich digitalisiere zur Zeit mein Gartentagebuch und lese, was ich an Sämerein schon im Garten ausbrachte, wovon ich aber nie ein Pflänzchen sah. Hoffentlich habe ich ein paar Vögelchen damit gefüttert, sonst explodiert der Garten irgendwann.
Dein Vorhaben finde ich toll.
"Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit." (Wolle Goethe)
- Alma
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Re: Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
Hier meine Erfahrung:
Wichtig ist dass die Samen auf offenem Boden ausgesät werden. Dort das Saatgut ausstreuen und fest andrücken oder leicht einrecheln. Saatgut einfach auf die Wiese werfen funktioniert nicht.
Gute Zeiten sind ab Anfang Februar bis spätestens Ende März oder ab August bis Ende September. In den Zeiten ist es oft feucht genug und lange genug feucht für die Keimung.
@janc76 welches Saatgut hast du denn gesammelt?
Waldlichtung hört sich eher nach Halbschatten/Schatten an??
Ich bin ganz gespannt...
Wichtig ist dass die Samen auf offenem Boden ausgesät werden. Dort das Saatgut ausstreuen und fest andrücken oder leicht einrecheln. Saatgut einfach auf die Wiese werfen funktioniert nicht.
Gute Zeiten sind ab Anfang Februar bis spätestens Ende März oder ab August bis Ende September. In den Zeiten ist es oft feucht genug und lange genug feucht für die Keimung.
@janc76 welches Saatgut hast du denn gesammelt?
Waldlichtung hört sich eher nach Halbschatten/Schatten an??
Ich bin ganz gespannt...
Re: Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
Erstmal vielen Dank für eure Antworten!
Ich weiß dass meine Frage sehr unspezifisch ist. Das liegt vor allem daran, dass ich Samen von sehr vielen verschiedenen (50-100) Wildpflanzenarten gesammelt habe, so dass ich auf keine bestimmten Standortansprüche eingehen kann, sondern einen allgemein möglichst gut funktionierenden Ansatz verfolge. Ich habe vor die Lichtungen im Wald groß genug zu machen so dass sonnige, halbschattige und schattige Standorte entstehen und insgesamt soll es auch eher ein lichter Laubmischwald als eine dunkle Monokultur werden.
Meine Frage bezog sich nicht nur auf Verlust durch Fraß, sondern darauf, allgemein die besten Bedingungen für die Keimung und den Wuchs von Wildpflanzen zu schaffen, wie oben beschrieben eben als Mittelweg für alle Arten insofern das möglich ist.
Ich nehme mit, dass ein Öffnen des Bodens wichtig und ein leichtes Andrücken bzw. Überdecken der Samen von Vorteil ist.
Bei der Pflanzzeit habe ich verstanden, dass ein Ausbringen vor Winterende Sinn macht wegen der Kaltkeimer und der Feuchtigkeit, frage mich aber warum ich es nicht dann nicht auch schon früher sähen kann.
Ich hoffe ich habe alles richtig verstanden und freue mich auch über weitere Erfahrungsberichte und Tipps.
Ich weiß dass meine Frage sehr unspezifisch ist. Das liegt vor allem daran, dass ich Samen von sehr vielen verschiedenen (50-100) Wildpflanzenarten gesammelt habe, so dass ich auf keine bestimmten Standortansprüche eingehen kann, sondern einen allgemein möglichst gut funktionierenden Ansatz verfolge. Ich habe vor die Lichtungen im Wald groß genug zu machen so dass sonnige, halbschattige und schattige Standorte entstehen und insgesamt soll es auch eher ein lichter Laubmischwald als eine dunkle Monokultur werden.
Meine Frage bezog sich nicht nur auf Verlust durch Fraß, sondern darauf, allgemein die besten Bedingungen für die Keimung und den Wuchs von Wildpflanzen zu schaffen, wie oben beschrieben eben als Mittelweg für alle Arten insofern das möglich ist.
Ich nehme mit, dass ein Öffnen des Bodens wichtig und ein leichtes Andrücken bzw. Überdecken der Samen von Vorteil ist.
Bei der Pflanzzeit habe ich verstanden, dass ein Ausbringen vor Winterende Sinn macht wegen der Kaltkeimer und der Feuchtigkeit, frage mich aber warum ich es nicht dann nicht auch schon früher sähen kann.
Ich hoffe ich habe alles richtig verstanden und freue mich auch über weitere Erfahrungsberichte und Tipps.
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tree12
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Re: Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
Mein spontaner Gedanke zum Thema ist, daß ein "zu frühes" Aussäen mehr (natürliche) Gefahren fürs Saatgut beeinhaltet. Nicht nur Fraß durch Vögel, sondern auch durch Mäuse oder andere Tiere. Und durch Faulen bei zuviel Nässe. Oder Weggeschwemmtwerden bei Starkregen.
Ergänzen könnte man das Lieblingssaatgut im Frühjahr auch durch vereinzelte Stauden, die man kauft und auf die Flächen pflanzt. So wäre doppelt gewährleistet, daß sie sich langsam vermehren. Nur mit Saatgut könnte es zu lange dauern, bis sich alles, was man gerne hätte, auf Dauer dort etabliert.
Ergänzen könnte man das Lieblingssaatgut im Frühjahr auch durch vereinzelte Stauden, die man kauft und auf die Flächen pflanzt. So wäre doppelt gewährleistet, daß sie sich langsam vermehren. Nur mit Saatgut könnte es zu lange dauern, bis sich alles, was man gerne hätte, auf Dauer dort etabliert.
- Amarille
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Re: Wie sähe ich Wildpflanzen frei am besten aus?
Säe doch einfach die Hälfte Samen im Februar und die andere Hälfte im Herbst aus. Probieren geht über studierenjanc76 hat geschrieben: Sa 10. Jan 2026, 16:44 Erstmal vielen Dank für eure Antworten!
Ich weiß dass meine Frage sehr unspezifisch ist. Das liegt vor allem daran, dass ich Samen von sehr vielen verschiedenen (50-100) Wildpflanzenarten gesammelt habe, so dass ich auf keine bestimmten Standortansprüche eingehen kann, sondern einen allgemein möglichst gut funktionierenden Ansatz verfolge. Ich habe vor die Lichtungen im Wald groß genug zu machen so dass sonnige, halbschattige und schattige Standorte entstehen und insgesamt soll es auch eher ein lichter Laubmischwald als eine dunkle Monokultur werden.
Meine Frage bezog sich nicht nur auf Verlust durch Fraß, sondern darauf, allgemein die besten Bedingungen für die Keimung und den Wuchs von Wildpflanzen zu schaffen, wie oben beschrieben eben als Mittelweg für alle Arten insofern das möglich ist.
Ich nehme mit, dass ein Öffnen des Bodens wichtig und ein leichtes Andrücken bzw. Überdecken der Samen von Vorteil ist.
Bei der Pflanzzeit habe ich verstanden, dass ein Ausbringen vor Winterende Sinn macht wegen der Kaltkeimer und der Feuchtigkeit, frage mich aber warum ich es nicht dann nicht auch schon früher sähen kann.
Ich hoffe ich habe alles richtig verstanden und freue mich auch über weitere Erfahrungsberichte und Tipps.
Ich bin aus der Zeit gefallen... 
