tree12 hat geschrieben: Fr 4. Apr 2025, 22:04
Also, bei mir kreuzen die Karnevalsprimeln sich wild durcheinander, vermutlich auch mit der Primula vulgaris, es gibt bei mir alles von weiß bis purpur, sechs bis sieben Farbschattierungen. Die bunten Farbtupfer manchmal schon im tristen Dezember/Januar tun einfach nur gut... später versorgen sie erste Hummelköniginnen, Wollschweber und Schmetterlinge.
Mittlerweile bin ich viel gnädiger und wohlwollender den Primeln gegenüber als bei Hauskauf. Besonders im Vorgarten, wo ich nicht mehr eingegriffen habe, haben sich die nettesten Farbtöne in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander entwickelt. Im Moment eher ungewöhnlich ist ein sattes Gelb, wie man es von den klassischen Osterglocken her kennt.
Ich habe die Hoffnung auf sich kreuzende Primeln auch noch nicht aufgegeben – Geduld ist ja bekanntlich die erste Tugend des Gärtners
Jetzt im Moment, nachdem ich das Beet vor kurzem von sonstigem Beikraut befreit habe, keimen lauter kleine Irgendwasse, wovon mindestens eine Gruppe auffällig kreisförmig um eine der Primeln herum angeordnet ist. Ich werde mal beobachten, ob das vielleicht mein erhoffter diverser Nachwuchs ist
Primeln waren eine der ersten Blumen in meiner Kindheit, an denen ich sozusagen "botanische Beobachtungen" gemacht habe – also etwa wie die neuen Knospen sich bilden und zur Blüte heranwachsen, aber auch, daß sie damit halt auch irgendwann im Jahr aufhören, egal wie gut man sie pflegt. Ähnlich auch Usambara-Veilchen, eine heute ebenfalls als eher bieder geltende (allerdings Zimmer-) Pflanze. Ich weiß jetzt nicht, ob das Image der Primel für deine "Ungnade"

verantwortlich war, aber das wird ihr ja allgemein öfters zum Verhängnis. Dabei sind das wirklich, ich möchte zum altmodischen Wort "bestrickend" greifen

, also wirklich bestickende kleine Zeitgenossen, die jetzt zwar keine ökologischen Powerhäuser sind, aber doch einen berechtigten Platz in jedem Garten haben

Mein Wort zum Samstag

»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster