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Blattläuse dulden, heißt Nützlinge fördern!

Verfasst: Di 23. Mai 2023, 20:27
von Simbienchen
Jetzt kann man wieder Blattläuse an seinen Pflanzen beobachten! Für viele ein Graus .... für uns ein Segen. 😊
Denn wir wissen um die Wichtigkeit der Anwesenheit der Blattläuse im Garten!

Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft und scheiden zuckerhaltigen Honigtau wieder aus. Damit locken sie wiederum andere Insekten an. Ameisen beschützen Blattlauskolonien vor natürlichen Fressfeinden um sie zu melken. Honigbienen ernten den Honigtau ebenfalls.

Blattäuse vor wenigen Tagen an meinen Rosen:
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Gerade jetzt benötigen unsere Meisen für die Aufzucht der Jungtiere diese kleinen "Schädlinge". Sie sind wie Pralinen für die Nestlinge.

Die gleiche Rose heute, kaum noch Blattläuse vorhanden. Die Meisen haben fleißig gesammelt....
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Eigentlich schade, dass sie als "Schädlinge" abgestempelt werden, denn sie sind enorm wichtig als Nahrungsgrundlage für unsere Bestäuberinsekten und Jungvögel !!

Denn auch unsere Nützlinge sterben, wenn deren Nahrungsgrundlage wegfällt. Wenn der Bestand der Blattläuse verloren geht, finden z.B. auch Marienkäfer, Larven von Schwebfliegen, Gallmücken, Schlupfwespen und Florfliegen (Blattlauslöwe) keine Nahrungstiere mehr. Florfliegen fressen auch als erwachsene Tiere Blattläuse.

Darum ...seid relaxt und erfreut euch an dem Anblick von Blattläusen. Ihr Bestand wird ruckzuck von unseren Nützlingen minimiert.

Geduld zahlt sich aus....tadaaa!
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Re: Blattläuse dulden, heißt Nützlinge fördern!

Verfasst: Mo 8. Dez 2025, 20:28
von Simbienchen
Ich bin ja ein absoluter Fan von Blattläusen, darum kommt jetzt ein Foto- Erguß an Blattläusen für euch... :lol

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Fantastisch oder ? ;)
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Re: Blattläuse dulden, heißt Nützlinge fördern!

Verfasst: Mo 8. Dez 2025, 21:04
von Simbienchen
Natürlicherweise erscheinen im Gartenjahr zuerst die Schädlinge, aber es dauert gar nicht lange, meist sogar unter 5 Tagen , dann haben die Nützlinge ihre Beute entdeckt und ihre Eier platziert. Sehr schnell schlüpfen dann die Larven und dezimieren den Befall innerhalb kurzer Zeit. Hierbei sind Vertrauen und Geduld gefragt, denn es kann schon mal etwas mehr als eine Woche vergehen, bis Marienkäfer-, Schweb- und Florfliegenlarven und all die anderen Nützlinge beginnen aufzuräumen.

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( Nützling Marienkäferlarve)

Gut strukturierte, naturnahe und artenreiche Gärten bieten genug Lebensraum für Nützlinge und machen den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel überflüssig.

Am besten ist es, sich die Helferlein und Gegenspieler der Schädlinge in den Garten zu locken, mit heimischen Pflanzen und Naturmodulen, die den Wohnungssuchenden dadurch zur Verfügung gestellt werden, sind diese rasch zur Stelle.
Bäume, Sträucher und auch blühende Wiesen mit ihrer Vielfalt an Gräsern, Kräutern und Insekten sind wichtige Elemente im Kampf gegen die Schädlinge. Ein wildes Eck im Garten wird als Unterschlupf genutzt von Amphibien und Schuppenkriechtieren, und ist zudem ein Paradies für Schmetterlinge.
Eine kleine Pfütze oder ein Teich stellt für viele am und im Wasser wohnenden Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum dar. Auch Trockenmauern bieten ideale Lebensräume für viele Arten. Nützlinge besitzen ein enormes Potenzial bei der Kontrolle und Regulierung von Schadinsekten.

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Marienkäfer vertilgen bis zu 50 Blattläuse pro Tag (400 Läuse/Käfer/Jahr), eine Florfliegenlarve verspeist 200 bis 500 und eine Schwebfliegenlarve bis zu 600 Blattläuse im Laufe ihres Larvendaseins. Raubmilben verzehren nicht nur bis zu 50 Spinnmilben pro Individuum, sondern auch Pilzsporen und Pilzfäden.

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Die Menge der jagenden Wespen und Hornissen ist nicht zu unterschätzen. Auch sie füttern ihre Brut mit Schädlingen und tragen ihren Teil zur Bekämpfung bei. Ein großer Wespenstaat vertilgt bis zu einem halben Kilo unerwünschter Kleininsekten täglich. An der Spitze dieser Nahrungskette sind alle Vögel, die ihre Nestlinge füttern. Ein einziges Meisenpärchen vertilgt zusammen mit seinem Nachwuchs rund 70.000 Raupen und 20 Millionen Taginsekten im Jahr.
Zur Förderung dieser lieben, oft unauffällig agierenden Mitbewohner, empfiehlt es sich Nistkästen auf zuhängen, oder Totholz (stehend, liegend) im Garten zu belassen.

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(Beitrag von Malefiz übertragen aus dem alten Forum)