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Re: Hortus Somnium

Verfasst: Mi 10. Jun 2026, 17:21
von Somnia
Die letzten Tage bestanden aus Baum-Triage. Wen wickel ich ein, und nehme in Kauf, daß die anderen am nächsten Morgen weg sind.
Jetzt hab ich:
- eine geringelt Ulme (Stammdurchmesser 10cm+, war die erste, die ich retten wollte, aber der Biber war schneller)
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- sämtliche heimischen Hasel auf den Stock gesetzt (Triage-Opfer, Hasel können das ab), der Schnabelhasel (nicht-heimisch) wurde verschmäht
- eine gefällte Esche (6cm Stamm)
-Eine halbgeringelte Esche, die ich mit einem Zweig überbrückungsveredelt habe, vielleicht reichts)
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- Ein gefällter Ahorn (8cm Stamm)
- Insgesamt 5 gefällte Prunus
- angeknabberte Hainbuchen, Kornelkirsche, Wildapfel

Und ein gemähtes ex-Biberparadies mit haufenweise Hasendraht um die Gehölze. Teilweise schwierig, wenn Apfel oder Quitte ausladender sind.

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Der Wellant, der dies Jahr mickerte, war ein Wühlmausopfer, vielleicht schaffe ich noch eine Rettung per Okulation.

Tja, und mein schönes offenes Paradies wird eingezäunt.
Die Apfelbsumhecke habe ich nicht eingezäunt, wegen des Vogelnests, und weil die Jungbäume zu klein.
Als nächstes kommt Einschlaghülsen für den Zaun setzen (dafür muss ich um den Käferkeller noch freimachen )
Wildschutzzaun ist bestellt.
Immerhin kann Youko dann im Garten frei laufen, ohne daß ich um die Nachbarshühner oder einen ausbüxenden Hund fürchten muss.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Mi 10. Jun 2026, 20:07
von Ann1981
Das ist ja ein grausame Bilanz. Ich hoffe und wünsche, dass der Hasendraht hilft, bis der Wildzaun errichtet ist.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Mi 10. Jun 2026, 22:53
von Somnia
Dafür habe ich die Ehre, mit meinem Hortus ein perfektes Biberhabitat geschaffen zu haben, bis ich es halt wieder gemäht und zerstört habe. Typisch Mensch halt.
Die Bäume werden wieder wachsen, und wenn man die Menschen mit eingewachsenen Gärten hört, wachsen sie eh zu schnell.

Interessant ist die gefällte Esche, eines der ersten Opfer. Sie treibt aus, und der Austrieb hat schon 20cm.

Heute fieberhaft die Grenze für den Zaun vorbereitet, das war anstrengend und viel Arbeit. Und mein schöner Urwald wirkt gestutzt so zahm.

Dafür war der Biberberater da. Ich habe alles richtig gemacht mit dem Baumeinzäunen. Der Biber sei ein Jungtier, vielleicht 3-5 Jahre (erkennbar an der Höhe, in der die Gehölze auf den Stock gesetzt wurden, ca 30cm. Ein adulter Biber kappt auf ca. 60cm), und man sollte verhindern, daß er eine Familie gründet, sonst fräßen sie alle Bäume in unserem Bach-Tal. Wie auch immer man sowas vermeiden wollte 🤔

Und sie sind am überlegen und diskutieren- bei Starkregen wäre ein Wegschwemmen des Dammes fatal für das Dorf.

Er ist auch der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Bund Naturschutz und er mochte meinen Garten. Der Tonfall in dem das gesagt wurde, war höchst schmeichelhaft.

Alles in allem wieder ein Abenteuer - ich fühle mich geehrt, daß mein Hortus ein Zuhause für ein solches Naturereignis ist.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Do 11. Jun 2026, 06:51
von Simbienchen
Holla die Waldfee, gleich so ein " extremes" Naturereignis! :baum :o
Ich bewundere deine Gelassenheit sehr! :knuddel
Da hilft wirklich nur eine positive Einstellung. In der Tat ein Abenteuer!!
Wir haben bei uns im Dorf das gleiche "Problem", auch hier mussten die Nachbarn ihre Bäume mit Schutzdraht umwickeln. Es scheint aber zu helfen.
Ich wünsche dir viel Kraft und ein gutes Nervenkostüm für all die weitere Arbeit.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Do 11. Jun 2026, 08:11
von Ann1981
Hast du mit dem Mulchen ein Ziel vor Augen?: Humus, Tabula rasa für Neubepflanzung?

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 02:10
von Somnia
Simbienchen hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 06:51 Holla die Waldfee, gleich so ein " extremes" Naturereignis! :baum :o
...
Da hilft wirklich nur eine positive Einstellung. In der Tat ein Abenteuer!!
...
Das Extreme kommt meinem Naturell entgegen. Ich liebe Naturgewalten (Betonung auf Gewalten), und alles, wo die Natur ihre Größe zeigt.

Und positive Einstellung ist eine Sache, die man üben kann. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht auch heftig geschluckt, vor allem, als ich die arme Ulme gesehen habe.
Aber was hilft es, Zeter und Mordio zu schreien, außer einen Teil meiner Lebenszeit mit Negativität zu füllen und die eigene Ohnmacht übermächtig werden zu lassen. Der erste Tag der Triage war schlimm.
Aber die Energie folgt der Aufmerksamkeit, also lenke ich meine Aufmerksamkeit lieber auf die schönen Dinge. Je länger ich mich darin übe, desto besser geht es mir.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 02:22
von Somnia
Ann1981 hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 08:11 Hast du mit dem Mulchen ein Ziel vor Augen?
Es war ein nicht geplanter, sehr poitiver Nebeneffekt, als ich mit dem Tiny Forest angefangen habe, eher ein übriggebliebenes Materiallager.

Ich habe einen Teil der Blätter auch um die Baumscheiben meiner Sträucher gelegt, es ist viel besserer Mulch as Gras/Mulchwurst, was Feuchtigkeit und das Unterdrücken von Quecke und anderen Gräsern angeht.

Die Brombeeraufläufer lassen sich dort auch viel besser jäten..

Und es ist instant-Waldboden, sozusagen. Sehr passendcfür den Tiny Forest.

Ach, die Esche, die das Grab von Feodor🦔⚰ markiert, ist doppelt so groß geworden, wie ihre Schwestern ohne.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 02:26
von Somnia
Der Hasendraht hilft.

Letztes Opfer ist der querwachsende Stamm der Weide, der wegen seines Querwuchses nicht einzuwickeln war.
Ich wollte ihn eh schon länger wegnehmen, hab es aber gelassen, weil er meinem Kompost Schatten spendet.

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Heute konnte ich etwas aufatmen und habe mir in Muße das geflutete Regenrückhaltebecken angeschaut. Auch dieses Paradies kann ich nur genießen, solange es bleiben darf.
Bilder habe ich in den Thread zum Gemeindestreifen am Bach gestellt.

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Sa 13. Jun 2026, 10:34
von Alma
So krass der Eingriff vom Biber und so toll dass er da ist.
Puh, das ist mal Natur live.
Schütze deine Bäume - um die wäre es sehr schade!

Re: Hortus Somnium

Verfasst: Sa 13. Jun 2026, 23:09
von Somnia
Das Einwickeln war schon sehr hilfreich. Allerdings steht das Grundwasser durch den Biberteich jetzt ca 10cm unter der Oberfläche, zumindest am Grenzstreifen.
Da überlege ich, ob das den Bäumen nicht die Wurzeln erstickt, und ob ich die irgendwie höher setzen sollte. Oder ob ich darauf spekuliere, daß der Teich vorübergehend ist, weil die Gemeinde das Becken vermutlich nicht dauerhaft geflutet lässt.
Ach, ich bin grad etwas geschafft und müde, da lass ich das Grübeln und denken besser.
Die Frösche quaken und glucksen viel näher, daß ist schön.