Re: Klimawandel
Verfasst: So 2. Aug 2026, 16:47
Gib nicht auf! Jetzt ist der beste Zeitpunkt um Schatten auf dem Grundstück zu planen.Amarille hat geschrieben: Sa 1. Aug 2026, 16:20 Der Unterschied liegt derzeit zwischen Trockenheit, Dürre und Unwettern mit Hagel, Sturm, Starkregen und Hitze. In meinem Garten herrscht Dürre zusammen mit extremer Hitze. Ohne Wasser blüht nichts mehr, im Gemüsebeet steht tägliches gießen an mit dem Ergebnis einer kleinen Ernte. Ich zieh jetzt den Sommerstecker: die tollen Gurken haben die neuerlichen 38° beleidigt mit dem abwerfen der Blüten quittiert, Tomaten wachsen in den Himmel ohne Blüten, Wurzelgemüse wächst erst gar nicht. Nächste Woche wieder neue Hitze ohneRegen, unser Regenwasservorrat von 3000l musste bereits 2x mit Brunnenwasser der Gemeinde aufgefüllt werden. Nun geb ich auf. Alles was nicht mehr funktioniert kommt raus um Wasser und meine Energie zu sparen. Bleiben dürfen die Paprika und Physalis, die kommen noch super. Die freien Flächen werden für Herbst- und Winteranbau vorbereitet. Selbst die Anzucht gestaltet sich derzeit schwierig, ein Tag nicht aufgepasst sind sie vertrocknet. Es ist frustrierend einen Sommer zu haben und nichts wächst und gibt uns Gemüse aus dem Garten, Selbstversorgung funktioniert nicht mehr, jedenfalls nicht im Süden.
So haben wir vor vielen Jahren in einem heißen Dürresommer (7 Monate ohne Regen auf unserem Südhang; wenn die Großwetterlage dann doch mal eine Schauer brachte, dann regnete alles an dem kleinen Hügel in ca einem Kilometer Entfernung ab, so dass bei uns nichts mehr ankam) auch alles an Gemüsepflanzversuchen aufgegeben.
Wir haben dann im Herbst Bäume gepflanzt als Spalier in Nord-Süd-Ausrichtung, um erstmal etwas Mittagsschatten zu schaffen. Heute bei den im Schatten toll wachsenden, in der Sonne aber verbrannten Brombeeren haben wir beschlossen, die Spalierbäume auf 2,5 - 3 m Höhe zu lassen statt auf 2 m, also beim anstehenden Sommerschnitt einfach mehr Höhe zu geben.
Außerdem haben wir in Hausnähe noch Schatten vom westlichen Walnussbaum. Hier überlege ich, wie ich am besten noch ein paar stachellose Brombeeren integrieren kann.
Auch bei den diesjährigen Tomaten (erster Versuch seit vielen Jahren) hatte ich anfangs Zweifel, ob sie zu schattig stehen, da sie nur ca. 3 Stunden Spätvormittagssonne abbekommen und den Rest des Tages im Vollschatten des östlichen Walnussbaumes stehen. Aber im Gegenteil: auch wenn ich nicht mehr zum Vereinzeln gekommen bin, hängen sie voll dank regelmäßiger Urindüngung voller großer Tomaten und wir haben gestern die ersten geerntet.
Auch ein benachbarter Architekt hat mir gesagt, dass er inzwischen jeden Bau nach dem Schatten plant. Erst wenn Schatten verfügbar ist, macht ein Bau Sinn. Die Aussage fiel im Zusammenhang mit Balkonen. So ist ein Südbalkon im Sommer ohne Schatten nicht mehr nutzbar.
Natürlich dauert so eine Umgestaltung mehrere Jahre, bis die Bäume eingewachsen sind und zumindest im ersten Standjahr brauchen sie auch regelmäßige Wasergaben. Aber mit Gießmulde, mulchen und wir waren von beim Pflanzen eingegrabenen Fallrohrstücken zur direkten Wurzelbewässerung begeistert, mit denen die Verdunstung deutlich verringert wurde, sind alle wurzelnackt gepflanzten Bäume angegangen.
Wenn Du brauchst, dann können wir Dir gerne Walnussbaumsetzlinge im Herbst schicken. Sag nur Bescheid.
Das gilt auch für alle anderen. Wir haben mehr als fünfzig kleine Bäumchen (20-30 cm) und können gerne welche weiter geben.