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Re: [Weg 01-26] bunter kleiner Garten

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 17:02
von Simbienchen
Hallo Norbert,
Hallo Jutta,

auch von mir ein herzliches Willkommen und Ankommen in unserem Forum :blumen
Schön, dass ihr da seid :thumb Darf ich fragen, wie ihr auf das Drei Zonen Konzept aufmerksam geworden seid?

Ich fand es auch sehr interessant, eure Erfahrungen zur Aufwertung des Bodens zum Anbau zu lesen. Gibt es in "Hessisch Sibirien" auch tiefere Temperaturen und kürzere Vegetationsperioden?
Ihr baut auch nach der No Dig- Methode an, reicht euer eigener Kompost dafür aus, um die Beete humusreicher zu gestalten? Ich fragte mich direkt beim Lesen, ob euch Kompostbeete beim Wassersparen und für längeren Erntezeiten dienlich sein könnten? Der Einsatz von Olla' s kam mir auch direkt in den Sinn, da ihr von Wasserknappheit spracht.

Ich freue mich auf den weiteren Austausch mit euch und wünsche euch noch viel Spaß und Inspiration hier in unserem Forum... :winken

Re: [Weg 01-26]

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 19:41
von norbert
Simbienchen hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 17:02 Gibt es in "Hessisch Sibirien" auch tiefere Temperaturen und kürzere Vegetationsperioden?
Ihr baut auch nach der No Dig- Methode an, reicht euer eigener Kompost dafür aus, um die Beete humusreicher zu gestalten? Ich fragte mich direkt beim Lesen, ob euch Kompostbeete beim Wassersparen und für längeren Erntezeiten dienlich sein könnten? Der Einsatz von Olla' s kam mir auch direkt in den Sinn, da ihr von Wasserknappheit spracht.
Die Bezeichnung 'Hessisch Sibirien' bezieht sich wohl vor allem auf die Temperaturen. Nach wiederholt eigenen Erfahrungen ist es um Fulda manchmal deutlich über 10 Grad kühler als in Frankfurt (Entfernung gerade mal 100 km). Es liegt halt an der Lage zwischen Mittelgebirgen (Rhön, Vogelsberg) und natürlichen Hindernissen zum Abfluss von Kaltluft. Die kürzere Vegetationsperiode rührt von den kühleren Temperaturen her und dazu speziell der Lage unserer Parzelle am sonnenabgewendeten Hang.

Im Garten graben wir nicht um, weil Umgraben beschwerlich ist und letztlich nachteilig für die Bodenfruchtbarkeit. Und dann haben wir gelesen, dass es eine 'no dig'-Methode gibt. Aber inhaltlich passt es schon. Die Idee zum Nicht-Umgraben hab ich eigentlich von meinem Vater.

Zur Verbesserung des Bodens hätte der Kompost allein nicht ausgereicht. Wir achten auf Bedeckung des Bodens (Gründüngung, Mulchen), lassen beim Ernten nach Möglichkeit die Wurzeln im Boden und lassen Erntereste an Ort und Stelle liegen, vertiefen bei Bedarf Saat-/Pflanzrillen und füllen das mit Kompost-Erdgemisch auf (z. B. bei Möhren) usw..

Kompostbeete - ach. Das seh ich hier und da bei Nachbarn. Die haben keinen Nerv/keine Zeit/kein Wissen/keine Geduld/keine Kenntnisse/..., sich mit dem Boden zu beschäftigen und packen dann mit oder ohne Pflanzrahmen/Palettenrahmen/... Zeug aus Plastiksäcken oder vom städtischen Kompostplatz da hin. Manchmal wächst da etwas, schmeckt aber nicht so dolle (meine ich) und manchmal wächst da nichts. Letzteres wird vermutlich daran liegen, dass das Substrat gandenlos überdüngt ist. Du merkst meine Abneigung vermutlich.

Kompost allein hält nicht sonderlich gut Wasser. Es braucht dazu noch Vermischung mit tonigem oder lehmigem Material (bei Jägegut haftet davon etwas an).

Ollas werden gewiss sehr hilfreich sein bei einzelnen Pflanzen oder bei kleinen Beetflächen (wie es sich bei Hochbeeten gibt). In Reihen von Erbsen, Bohnen, Knoblauch, Zwiebeln usw. kann ich mir deren Nutzen bei unserer Bewirtschaftung nicht vorstellen. Und ja, das kann auch an meinem unzurreichendem Vorstellungsvermögen liegen.

Re: [Weg 01-26] bunter kleiner Garten

Verfasst: Mo 26. Jan 2026, 19:27
von Simbienchen
Ich verstehe deine Abneigung zu Kompost vom Kompostplatz, da bin ich auch eher vorsichtig. Wer weiß, was da alles drin ist.
Darum war eines meiner ersten Aktivitäten im Garten, die Kompoststelle einzurichten. Es heißt nicht umsonst " Gold des Gärtners".( Nichtsdestotrotz ist es aber erstmal für den einen oder anderen eine Möglichkeit schnell und ohne lange Wartezeit anzufangen, Kompost muss ja auch erstmal reifen. Es gibt ja auch Gärten, die nicht genügend Material liefern.Man kann ja auch wirklich richtig guten Dauerkompost käuflich erwerben. Hat dann dementsprechend natürlich seinen Preis. )
Ich warte auch lieber die Verrottungsphasen mit meinem eigenen Material ab und habe ein Hochbeet, dessen Befüllung über mehrere Jahre nur durch Kompost entstanden ist. Alles was im Garten angefallen ist, kam dort hinein und ich muss sagen, das ist mein bestes Beet. Da wachsen und gedeihen auch Möhren, Petersilienwurzeln und Sellerie, die direkt im Boden bei mir nie etwas wurden. Scheinbar hat dieser Komposthumus die richtige Konsistenz für derartige Wurzelgemüse. Deshalb habe ich mir im Herbst weitere Hochbeete angeschafft, die ich auch mit eigenem Kompost aus verschiedenen Rottephasen miteinander geschichtet habe.

Das Thema Humus ist sehr komplex, ich beschäftige mich mit diesem Thema auch gerade etwas intensiver, weil ich einen sehr schweren Lehmboden habe, der schwer zu bearbeiten ist. Mulchen allein hat leider nicht geholfen, darum gehe ich jetzt wieder über auf das Anlegen von Beeten.

Das ist richtig, Kompost allein hält das Wasser nicht, es bedarf an ligninhaltigen ( zerkleinert, damit unsere Microorganismen sie angreifen und zersetzen können), also kohlenstoffhaltige Materialien, die ein Kohlenstoffgerüst haben, die dem Humus sehr nahe sind. Und es kommt auf den Rottegrad an. Es sind die Huminstoffe, die wasserbindend sind. Sie sollten 1/3 des Kompostes ausmachen. Es bedarf an stabilen Kohlenstoffmolekülstrukturen/ Kohlenstoffverbindungen wenn ich das richtig verstanden habe.

Da hast du die richtige Methode von deinem Vater übernommen :thumb . Die richtige Bodenbearbeitung ist nicht nur wichtig für das Bodenleben, auch für uns " alternden" Gärtner, je einfacher desto besser. Walter Witte erklärt in seinem Kompostverfahren (Microbielle Carbonisierung), dass
beim Umgraben Sauerstoff in den Boden gebracht wird , welcher mit dem Kohlenstoffgerüst oxidiert und somit zerfällt. Damit können dann alle Nährstoffe ins Grundwasser entweichen und die Wasserhaltefähig schwindet. Somit erklärt sich für mich, warum die No- Dig-Methode so erfolgreich ist.

Habt ihr euch schon mal Gedanken dazu gemacht, eure Vegetationsperiode für Gemüse zu verlängern oder ist das eher kein Thema für euch? Einige von uns gehen immer mehr dazu über, auch im Winter etwas auf den Beeten stehen zu lassen. Aus diesem Grund sprach ich auch die Kompostbeete an, weil man die entstehende Abwärme nutzen kann.

Re: bunter kleiner Garten (Beschreibung)

Verfasst: Mo 26. Jan 2026, 20:44
von Polarwelt
norbert hat geschrieben: Fr 23. Jan 2026, 20:32
Polarwelt hat geschrieben: Fr 23. Jan 2026, 17:18 Hallo Jutta und Norbert,

um uns die Überprüfungen zu vereinfachen, habe ich den Garten mit der Erweiterung [Weg] im Titel versehen und auch den Titel angepasst um einen Bezug zu Eurem werdenden Hortus herzustellen.
Diesen bitte nicht entfernen, nach erfolgreicher Eintragung wird dieser dann durch mich gelöscht.

So ist auch ersichtlich, dass der Garten von mir geprüft wurde. Solltet Ihr der Meinung sein, dass Ihr soweit seit und Ihn erneut überprüfen lassen wollt, dann markiert mich einfach im Beitrag.

Ich finde da ensteht etwas ganz tolles und ich bin voller Erwartung die Entwicklung Eures Gartens mitverfolgen zu dürfen. :biene :frosch

Danke Gruß Robert
Hallo Robert,

herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und den Hinweis. Grundlegende Änderungen sind im Garten nach den 5 Jahren Aufbau nicht mehr vorgesehen. Er wird sich hier und da ein bisschen weiterentwickeln - wie das bei jedem Garten so ist. Aber das hat dann eher mit Praktikabilität oder Anpassung an klimatische Verhältnisse zu tun. Die inzwischen erprobten Strukturen werden gewiss bleiben.
Wenn das Alles zum Konzept eines Hortus passt, ist das für uns sehr erfreulich. Wenn nicht - nun ja, dann ist das so und dann passt es nicht.

Viele Grüße
Norbert
Hallo Norbert,

euer Garten hat unserer Meinung nach viel Potential ein Hortus zu werden. Ertrags- und Hotspotzone sind erkennbar , eine eigene Pufferzone ist nicht vorhanden, stattdessen ist euer Garten eingebettet in einer fremden Pufferzone, wovon euer Garten profitiert. Das Drei - Zonen - Konzept beinhaltet einen integrativen Ansatz, indem wir auch Lebensräume für Tiere und Insekten schaffen, damit jeder Hortus zu einem Trittstein gegen das Artensterben wird. Da sehen wir bei euch noch viel Luft nach oben. Vielleicht guckt ihr euch noch mal eine Weile länger unsere Gesinnung an , ob ihr da nicht doch vielleicht in irgendeiner Art und Weise mitgehen könnt und Spaß daran habt, noch ein paar Naturmodule zu integrieren etc ...

Geplante Projekte , wie das geplante Sandarium können wir leider nicht in unsere Beurteilung einbeziehen, die Strukturen müssen schon vorhanden sein.
Lasst euch einfach Zeit, jeder neu vorgestellte Garten hat eine Probezeit, wo man sich einfühlen kann. Näheres hierzu findest du unter
viewtopic.php?t=1195


Grüße Robert