Robert Jeanrond-Bürgerpark Kleinblittersdorf

Der “Robert Jeanrond-Bürgerpark” ist ein öffentlicher Park, das Gelände gehört der Gemeinde Kleinblittersdorf im Saarland. Der Park wurde 2019 nach dem früheren zweimaligen Bürgermeister Robert Jeanrond benannt. Zuvor wurde das Gelände lediglich nach der Flurbezeichnung “In der Bemelswies” genannt, die Bürger nannten es “Schnookeloch” (wegen der vielen Mücken in den Feuchtwiesen). Umbenannt wurde der Park, um die Erinnerung an die Protestbewegungen der Bürger Klein- und Großblittersdorfs bzw. der gesamten Region 1957 gegen die schädlichen Emissionen eines französischen Kohlekraftwerks und 1987-88 gegen den Umbau dieses Kraftwerks in eine Müllverbrennungsanlage wach zu halten. Bürgermeister Robert Jeanrond gelang es mithilfe vieler protestierender und Geld spendender deutscher und französischer Bürger letztendlich, dass das Kraftwerk gekauft und 1990 abgerissen werden konnte. Ohne die Beseitigung dieser durch die Bürger “Dreckschleuder” genannten Anlage wäre es nicht möglich gewesen, dass Kleinblittersdorf heutzutage Teil des Biosphärenreservats Bliesgau ist, eines von deutschlandweit 16 durch die UNESCO anerkannten Schutzgebieten.

Der Park liegt also direkt an der Grenze zu Frankreich, zwischen einem Hügel aus 220 Mio Jahre altem Muschelkalk und der Saar. Ein Bach, der “Tiefenbach”, führt vom Hügel aus einer Klamm kommend Sommer wie Winter Wasser zu und speist somit einen  Teich und ein Feuchtbiotop. Leider sind die früheren Feuchtwiesen nicht mehr vollständig erhalten, da das Gelände nach dem Krieg als Schutthalde genutzt wurde. Dennoch gibt es noch Zonen mit Feuchtwiesen, in denen viele Weiden wachsen.

In den 1990er Jahren angelegt, danach lange Zeit vergessen und verwildert, hat der Park seit 2015 eine neue Blütezeit: Es hat sich ein Verein gegründet (“Dorfentwicklung Kleinblittersdorf e.V.” – www.de-klb.de) aus sehr engagierten Kleinblittersdorfer Bürgern, die den Park sanieren, pflegen, um- und ausbauen und durch das Einbringen verschiedener Naturmodule in seinem ökologischen Wert weiter anheben. Durch Öffentlichkeitsarbeit, Workshops mit Kindern, Führungen, Zusammenarbeit mit Ämtern, Schulen, Hochschulen, Experten usw. soll hier ein Park mit Modellcharakter entstehen, der das Umweltbewusstsein der Bürger steigert und gleichzeitig ein Ort für Freizeit und Erholung für alle Generationen ist.

Die bereits vorhandenen Gegebenheiten

-Bach, Teich, Feuchtbiotop, magere Wiesen, Weiden-Wäldchen

wurden durch den Verein in Eigenarbeit teilweise saniert (Teich: war undicht, wurde repariert; ebenso Wege und Sitzbänke) und erweitert durch die Naturmodule

-Trockenmauern, Kräuterspirale, Sandarium mit Totholzhaufen und Eidechsenburg, Blühflächen (einheimisches Saatgut und klassischer Bauerngarten), Insektenhotel, Entenbruthaus, über 50 neue einheimische Sträucher, 10 Nisthilfen für Meisen sowie Fledermauskästen.

Zum Entdecken der Natur, der Sinne und zur Entspannung wurden bzw. werden noch gebaut

-Kräuter- und Beerengarten, Barfußweg, Aussichtsterrasse, naturkundliche Infotafeln, Klangpfad, Meditationsrondell, Kinder-Spielepfad “Alte Spiele”.

Es wird versucht, so wenig und so angepasst wie möglich zu mähen, mit Experten wurden die Wiesen untersucht auf Pflanzenvielfalt, mit Schmetterlingsexperten werden gezielt Pflanzen für die Entwicklung von Schmetterlingen ausgesucht und eingebracht. An einem anderen Ort wurde bereits eine Schmetterlingsspirale nach Rainer Ulrich mit 28 Pflanzen- und Wildpflanzenarten realisiert, alle Infos zum Nachmachen finden sich auf der Homepage des Vereins (www.de-klb.de).

Unter den Tieren, die den Park mittlerweile für sich entdeckt haben, sind

-teilweise seltene Schmetterlinge wie Kleiner Schillerfalter u.a., Eisvogel, sämtliche Vogelarten, Ringelnatter, Blindschleichen, Nutria, Blässhühner, Stockenten, Graureiher, Nilgänse, Wasserfrösche, Gelbwangenschildkröten (wohl ausgesetzt worden), Goldfische im Teich, Füchse, Rehe und Wildschweine, die zum Trinken und Fressen kommen und natürlich viele Kleinstlebewesen und Insekten.

Vernetzt sind wir mit

-Biosphärenzweckverband Bliesgau, DELATTINIA Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes, Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, Bliesgau-Ranger, NABU Fechingen-Kleinblittersdorf, Schmetterlingsexperte Rainer Ulrich, Wassergärtner, Naturgarten-Profi, Ökologisches Schullandheim Spohns Haus, Hochschule der Bildenden Künste Saar – und jetzt auch Hortus-Netzwerk.

  • ehemaliger Bürgermeister Kleinblittersdorfs 1968-74 und 1987-92
  • Rebekka Abdul Zuhra Katte
  • 66271
  • Kleinblittersdorf / Saarland
  • Deutschland
  • 17.838
  • https://www.de-klb.de
  • rebekka.katte@yahoo.de

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Tolles Projekt, zwar nicht direkt eine Lebensinsel, aber trotzdem Interessant für das Netzwerk. :schaufel:

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