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Ringeltaube; Hortus Columbarium

Ringeltaube – Columba palumbus

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  • Beitrag veröffentlicht:17. September 2022
  • Beitrags-Kategorie:Tiere
Ringeltaube; Hortus Columbarium

Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben (Columbidae). Sie ist die größte Taubenart Mitteleuropas und besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Osten bis Westsibirien und Kaschmir. Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen. Ringeltauben, im deutschsprachigen Raum auch Waldtauben genannt, bewohnen bewaldete Landschaften aller Art, aber auch Alleen, Parks und Friedhöfe, heute auch bis in die Zentren der Städte. Die Ernährung erfolgt wie bei den meisten Arten der Familie fast ausschließlich pflanzlich. Die Ringeltaube ist je nach geografischer Verbreitung Standvogel, Teilzieher oder überwiegend Kurzstreckenzieher und verbringt den Winter vor allem in West- und Südwesteuropa.

Männchen sind etwas größer und schwerer als Weibchen. Bei adulten Ringeltauben der Nominatform sind der vordere Rücken und der Schulterbereich schiefergrau bis graubraun, der übrige Rumpf ist oberseits blaugrau. Kropfbereich und Brust sind diffus gräulich weinrot, zum Bauch hin wird die Färbung heller und ist vor den Unterschwanzdecken sehr hell grau. Der Kopf ist blaugrau. Auf den Halsseiten und im Nacken befinden sich von oben nach unten ein grünes metallisch schimmerndes Band, dann nur auf den Halsseiten ein weißer Fleck und dann wiederum auf Halsseiten und Nacken ein glänzend purpurrotes Band. Der Schnabel ist an der Basis rosa bis rot, am Ende orange bis gelblich mit einer hornfarbenen Spitze. Die fleischige Membran über den Nasenöffnungen ist weiß. Die Beine und Zehen sind hell- bis dunkelrot. Die Iris ist hellgelb.

Die Nahrungsflüge können sich je nach Angebot auf die Nestumgebung beschränken, aber auch regelmäßig über Entfernungen von 10 bis 15 Kilometer erfolgen. Die Nahrungssuche erfolgt sowohl auf dem Boden, als auch, im Gegensatz zu den anderen mitteleuropäischen Tauben, zu erheblichen Teilen auf Bäumen und Sträuchern. Zur Nahrungssuche bilden die geselligen Tiere oft kleine Schwärme.

Hauptnahrung sind in Europa Eicheln, Bucheckern und Getreidesamen. Daneben wird jedoch je nach dem lokalen Angebot ein sehr breites Spektrum weiterer Vegetabilien gefressen, dazu zählen grüne Blätter, Knospen und Blüten verschiedener Pflanzen, Beeren und andere Früchte, Wurzelknollen (z. B. Kartoffeln oder Rüben), sowie Eichengallen. Städtische Populationen können sich hauptsächlich von Brot und anderen Backwaren ernähren. Tierische Nahrung wird gelegentlich aufgenommen, am häufigsten offenbar Schildläuse sowie Schmetterlingsraupen und -puppen, vereinzelt auch Regenwürmer. Offenbar zur Deckung des Kalkbedarfs werden manchmal Muscheln und Schnecken gefressen.

Ringeltauben werden im Mai oder Juni des Jahres nachdem sie geschlüpft sind geschlechtsreif. Die Tiere leben überwiegend in einer monogamen Saisonehe, zumindest bei nicht ziehenden Populationen kommen offenbar auch Dauerehen vor. Allerdings nur, wenn aus der vorhergegangenen Brutsaison gemeinsame Jungtiere hervorgegangen sind. Bleibt die Verbindung ohne Nachwuchs, so suchen sich 100 Prozent der Ringeltauben für das nächste Jahr einen neuen Partner. Paare, die erfolgreich gemeinsam gebrütet haben, bleiben dagegen mitunter über Jahre zusammen.

Hauptfeind adulter Ringeltauben ist in West- und Mitteleuropa der Habicht, in Südeuropa auch der Habichtsadler. Andere Greifvögel wie Wanderfalke, Sperber, Mäusebussard und Uhu erbeuten weniger häufig die Art. Beim Uhu kann die Ringeltaube regional zu den Hauptbeutetieren gehören.

Die ältesten Vögel wurden in Großbritannien und der Schweiz beringt und  wurden 15 Jahre und 11 Monate, 16 Jahre und 4 Monate sowie 17 Jahre und 8 Monate alt.

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