Pflanzendatenbank: Das Thema des Monats November 2020 – Laubbäume

Pflanzendatenbank: Das Thema des Monats November 2020 – Laubbäume

Die „Kinder“ der Pflanzendatenbank des Hortus-Netzwerks stellen sich vor. Jeden Monat findet Ihr hier ein neues Thema, zu dem zehn passende Pflanzen vorgestellt werden.

In diesem Monatsthema geht es um Laubbäume

Bäume bieten nicht nur Nahrung, Lebensraum und Schutz für Vögel, Insekten und Kleintiere. In Zeiten des Klimawandels dienen Bäume immer mehr zur Beschattung von Arealen bei Hitzewellen sowie zum Schutz des Erdreiches bei Starkregen.

Spätherbst und Winter sind die Pflanzzeiten für Laubbäume. Zu dieser Zeit haben sie meist ihre Blätter abgeworfen und das (Um)Pflanzen ist mit weniger Stress verbunden als zu anderen Jahreszeiten. Dadurch verbessern sich die Chancen für ein schnelles und gesundes Wachstum am neuen Standort.

Bei der Pflanzung sollte man folgendes beachten:

  • Das Pflanzloch sollte etwas größer als der Wurzelballen sein und mit Humus befüllt werden.
  • Der Baum sollte nicht tiefer gepflanzt werden, als er vorher gestanden hat.
  • Der Zwischenraum um den Ballen wird mit Erde (bei schweren Böden mit einem Erde-Sand-Gemisch) aufgefüllt und gut angedrückt. Zusätzlich sollte der gepflanzte Baum die ersten 1-2 Jahre durch Baumpfähle gestützt werden.
  • Nach der Pflanzung muss der Baum gut gewässert werden, damit die Wurzeln „einschlämmen“ (also einen guten Kontakt zum Erdreich bekommen). Dabei hilft ein sogenannter Gießrand. Dazu häufelt man Erde am Rand des Pflanzloches an, so dass das Gießwasser nicht ablaufen kann.
  • Zum Schluss wird um den Baum herum noch eine Mulchschicht aufgebracht. Diese Schicht schützt vor Kälte und Trockenheit, sollte aber nicht höher als 5 cm sein und den Stamm nicht berühren (Fäulnisgefahr).
  • Im ersten Jahr sollte der junge Baum immer gut gegossen werden, ab dem zweiten Jahr stellt man das Gießen langsam nach und nach ein.

 

 

Sorbus aucuparia – Eberesche

Einer der wertvollsten Bäume für die Natur ist die Eberesche, denn sie bietet zahlreichen Insekten, Vogelarten und Säugetieren Nahrung in Form von Nektar und Beeren. Der in Europa heimische Baum wächst schlank in die Höhe und wird bis zu 12 Metern hoch. Dabei erreicht er gerade mal eine Breite von 4-6 Metern. Die Eberesche ist sehr anpassungsfähig und stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort. Auf nährstoffreichen, durchlässigen Böden, die frisch bis feucht sind, gedeiht der Baum am besten. Mit Nässe kommt die Eberesche zurecht, ältere Bäume auch meist mit Trockenheit. Pro Jahr wächst die Eberesche ca. 30-60 cm und die dunkelgrünen, schmalen Blätter färben sich im Herbst gelb bis orangerot.

Aus den Beeren lässt sich Marmelade und Likör herstellen, roh sind die Beeren aber für den Menschen nicht genießbar.

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Acer campestre – Feldahorn

Der in Europa heimische Feldahorn ist ein bis zu 15 Meter hoher Baum, der eine Breite von ca. 9 Metern erreichen kann. Sein Wachstum pro Jahr liegt bei ca. 50-60 cm. Kaum ein Baum ist so vielseitig wie der Feldahorn. Er kommt mit längeren Trockenphasen ebenso zurecht wie mit „nassen Füßen“ für einen kürzeren Zeitraum. Normaler Gartengrund ist ihm zwar lieber, aber er wächst auch auf verdichteten Böden. Er verträgt sowohl Sonne wie auch Schatten und ist extrem schnittverträglich. Dadurch kann er ebenso gut zu einer wind- und blickdichten – durchaus hohen – Hecke kultiviert werden, die ein gutes Vogelschutz- und Vogelnist-Gehölz abgibt.

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Fagus sylvatica – Rotbuche

Dieser Baum ist vielen eher als Hecke bekannt, denn die Rotbuche verträgt radikale Rückschnitte und kann zu blickdichten Hecken beliebiger Höhe erzogen werden. Als Baum kann die in Europa einheimische Rotbuche bis zu 400 Jahre alt werden, eine Höhe von bis zu 30 Metern und eine Breite von bis zu 8 Metern erreichen. Der Zuwachs pro Jahr beträgt ca. 20-50 cm. Die Rotbuche ist schattenverträglich und kommt auf nährstoffreichen Böden, die frisch bis feucht sind, am besten zurecht. Das gelbbraune Laub wird erst sehr spät abgeworfen. Auf den Klimawandel reagiert sie in Regionen mit immer heißeren und vor allem langen trockenen Perioden sensibel.

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Aesculus hippocastanum – Rosskastanie

Für eine Rosskastanie braucht man vor allem eines: Platz! Der imposante Baum kann eine Höhe von bis zu 25 Metern und eine Breite von bis zu 20 Metern erreichen. Sein dichtes Blattwerk spendet reichlich Schatten in heißen Sommern. Im Mai schmückt die im 16. JH aus dem Balkan eingeführte Rosskastanie jeden Garten mit ihren großen weißrosa Blüten, die stark von Insekten angeflogen werden. Im Herbst dienen die Kastanien nicht nur als Bastelmaterial, sondern auch als Waschmittel oder Wildfutter.

Der Standort für eine Rosskastanie kann sonnig bis schattig sein, der Boden nährstoffreich und frisch bis feucht. In den letzten Jahren hat der Schädlingsbefall durch die Larven der Miniermotte stark zugenommen und vermehrt auftretende lange Trockenperioden schwächen viele der schönen Bäume zusätzlich, so dass sie krankheitsanfällig werden können.

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Ulmus ‘Wredei’ – Goldulme

Mit einer Wuchsbreite von ca. 4-5 Metern gehört die Goldulme zu den schmalen Bäumen. Sie wächst langsam (20-30 cm pro Jahr) bis zu einer maximalen Höhe von ca. 8-9 Metern. Die Goldulme gehört zu den „buntesten“ Bäumen unserer Region, denn sie wechselt gleich zweimal im Jahr ihre Farbe. Nach einem leuchtend gelben Blattaustrieb im Frühling verändert sich die Farbe bis zum Sommer zu einem schönen gelbgrün/hellgrün, manchmal finden sich zusätzlich normalgrüne Zweige. Im Herbst färbt sich das Laub dann wieder gelb, bevor es abgeworfen wird.

Als Tiefwurzler kommt die Goldulme recht gut mit Trockenperioden zurecht, ein frischer bis feuchter, nährstoffreicher Boden in sonniger bis halbschattiger Lage ist ihr aber lieber. Ihre Anfälligkeit für das Ulmensterben (eine weit verbreitete Krankheit, die durch Schlauchpilze und Ulmensplintkäfer verursacht wird) ist erheblich geringer als bei anderen Ulmenarten.

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Quercus petraea – Trauben-Eiche

Die heimische Trauben-Eiche wächst pro Jahr ca. 30-50 cm, bis sie eine Höhe von bis zu 40 Metern und eine Breite von bis zu 20 Metern erreicht hat. Das dichte Blattwerk dieses mächtigen Baums ist nicht nur hervorragende Raupennahrung, sondern auch ein guter Schattenspender in heißen Sommern, zumal die Trauben-Eiche mit Trockenheit besser zurecht kommt als manch anderer Baum. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, an den Boden stellt die Trauben-Eiche keine besonderen Ansprüche. Die Eicheln im Herbst dienen vielen Tieren als Nahrung und eignen sich gut für Herbstdekorationen.

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Sorbus torminalis – Elsbeere

Schon die Römer kannten die in Mittel- und Südeuropa heimische Elsbeere. Sie wächst pro Jahr bis zu 50cm bis sie eine maximale Höhe von ca. 15 Metern und Breite von bis zu 10-12 Metern erreicht hat. Die ahornähnlichen Blätter färben sich im Herbst orange bis rot und werden zu einem wunderschönen Blickfang. Die kleinen Früchte der Elsbeere sind essbar, wenn sie überreif geerntet werden, den meisten sind die Beeren aber viel zu sauer. Daher finden sie vorwiegend bei der Wein-/Schnapsherstellung Verwendung. Wer sie nicht selbst verwendet, macht Vögeln und Kleintieren eine große Freude, denn bei ihnen sind die sauren Beeren als Nahrung sehr beliebt.

Die Elsbeere bevorzugt nährstoffreiche Böden in sonniger bis halbschattiger Lage, wächst aber auch auf weniger guten Böden. Als tiefgehender Herzwurzler kommt der Baum mit längeren Trockenperioden zurecht.

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Prunus mahaleb – Steinweichsel

Die kleine Steinweichsel erreicht bei einem jährlichen Zuwachs von maximal 40 cm ihre Endhöhe von nur ca. 6 Metern relativ schnell. Mit 4-5 Metern Breite gehört sie zu den schmalern Bäumen. Ursprünglich aus Südeuropa/Nordafrika stammend ist die Steinweichsel seit ca. zwei Jahrhunderten in Mitteleuropa bekannt. In Regionen, in denen lange Trockenperioden zunehmen, gewinnt dieser Baum zunehmend an Bedeutung, denn er kommt mit solch einem Klima gut zurecht. Er stellt kaum Ansprüche an den Boden und bevorzugt einen sonnigen Standort, der nicht zu feucht sein sollte. Seine Blüten werden im Frühjahr von Insekten gut angeflogen und die kleinen Früchte dienen vor allem Vögeln als Nahrung, denn sie sind zwar für uns Menschen genießbar, aber bitter und herb. Die Steinweichsel verträgt starken Rückschnitt, wächst dann aber eher strauchartig und kann deshalb auch als Heckengehölz genutzt werden.

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Malus sylvestris – Wildapfel

Dieser heimische Kleinbaum kann bei guten Bedingungen bis zu 10 Metern hoch werden, meist erreicht er aber lediglich eine Höhe von ca. 6 Metern und eine Breite von bis zu 4 Metern. Der Standort sollte nicht nur sonnig bis halbschattig sein, sondern auch nährstoffreich und nicht zu trocken. Die Blüten bieten von Mai bis Juni vielen Insekten Nahrung. Die kleinen, holzigen Äpfel sind zwar essbar, aber sehr sauer und meist auch bitter. Man kann sie also getrost den Vögeln und Kleintieren überlassen, die dieses Nahrungsangebot ab September sehr schätzen.

Meist wächst der Wildapfel mehrstämmig eher als Wildstrauch und kann daher gut in Mischhecken intigriert werden.

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Juglans regia – Walnuss

Eigentlich aus Südosteuropa und Westasien stammend, gilt die Walnuss auch im Süden Deutschlands als heimische Art, da sie schon von den Römern in Südwestdeutschland angebaut wurde. Ein Walnussbaum benötigt Platz – viel Platz, wird er doch bis zu 25 Metern hoch und bis zu 15 Metern breit, wobei sich seine Zweige auch bodennah ausbreiten, wenn man ihn lässt. Die ab September gebildeten Nüsse werden von Eichhörnchen und anderen Kleintieren gerne angenommen, die Menschen nutzen die äußerst gesunde Walnuss seit mehr als 9000 Jahren als Nahrungsmittel.

Der stattliche Baum bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit tiefgründigem und nährstoffreichem Boden, der frisch bis feucht sein sollte. Junge Bäume sollten vor starkem Frost geschützt werden.

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