Naturschatz – Kuhschelle (Pulsatilla)
Pulsatilla vulgaris

Naturschatz – Kuhschelle (Pulsatilla)

Die Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris), auch Küchenschelle genannt, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 15 bis 40 cm erreicht, sie wurzelt tief und dringt bis zu einem Meter ins Erdreich ein. Sie wächst gern auf Mager- und Kalkschotterhabitaten. Sobald Schnee und Frost den Rückzug antreten, zeigt sie auf ungedüngten Wiesen von März bis Mai ihre fedrigen Blüten, die wie kleine Glocken wirken, bevor sie sich zur Gänze öffnen. Der feine Flaum umgibt die gesamte Pflanze und schützt die Blüte vor kalten Böen und starker Sonneneinstrahlung.

Öffnet sich frühmorgens die Blüte, sammeln sich Hummeln und Bienen an ihr, um sich mit Nektar und Pollen den Honigmagen zu füllen, auch Wildbienen besuchen die Blüten.

Alle Kuhschellen sind giftig!

Pulsatilla vulgaris

Wenn sich nach Beendigung der Blühphase die fedrigen Samen zeigen, übernimmt der Wind die Verbreitung. Auch können sich die Samen an vorbeistreifende Tiere anhaften, oder auch als Bodenkriecher „selbständig“ fortbewegen. Der bei Trockenheit rechtwinklig abgeknickte Federschweif streckt sich durch Wasseraufnahme langsam, während sich die Frucht gleichzeitig ein- bis zweimal um sich selbst dreht. Wechselt trockenes mit nassem Wetter, können sich somit die Früchte eigenständig um etwa 10 bis 20 Zentimeter von der Mutterpflanze fortbewegen. Die Nüsschen besitzen außerdem die Fähigkeit, sich mit ihren scharfen Spitzen durch hygroskopische Bewegungen tief in den Boden einzugraben, um dort später auszukeimen.

Zudem besitzt die Kuhschelle noch eine weitere Art der Ausbreitung, werden durch Tritte von Kühen oder Rehen, die Seitenwurzeln verletzt, entstehen dort neue Blattrosetten und bevölkern teils größere Areale. Das Farbspektrum reicht von weiß, über rot bis hin zu tiefblau.

Die Gewöhnliche Kuhschelle wurde zur Blume des Jahres 1996 gewählt, um auf ihren bedrohten Status aufmerksam zu machen. In der freien Natur stehen diese unter besonderen Schutz und dürfen nicht gepflückt werden.

Der Handel bietet die gewöhnliche Kuhschelle im Frühling an, somit kann man diese besondere Frühlingsschönheit zu sich in den Garten problemlos holen.

Andere Pulsatilla-Arten können auch gelbe Farbtöne haben, wie beispielsweise die Schwefelgelbe Kuhschelle oder auch Gelbe Alpen-Kuhschelle (P. alpina subsp. apiifolia)(P. alpina ssp. sulphurea), diese begeistert Menschen und Insekten ja nach Höhenlage von Mai bis August und wächst bevorzugt auf kalkarmen Böden. Sie braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit und steht im Garten gerne an sandig-humosen, saurem Standort. Weitere Sorten der aparten Schönheit sind unter anderem:

  •  Alpen-Kuhschelle (P. alpina) mit drei Unterarten
  • Große Küchenschelle  (P. grandis)
  • Hallers Kuhschelle  (P. halleri)
  • Berg-Kuhschelle (P. montana)
  • Innsbrucker Küchenschelle (P. oenipontana)
  • Finger-Kuhschelle oder Stern-Kuhschelle (P. patensSyn.Anemone patens L.) mit vier Unterarten
  • Wiesen-Kuhschelle  (P. pratensis) mit einer Unterart
  • Rote Kuhschelle (P. rubra)
  • Steirische Kuhschelle (P. styriaca)
  • Frühlings-Kuhschelle (P. vernalis)

und in Europa heimisch.

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