Naturschatz Huflattich – Tussilago farfara
Tussilago farfara

Naturschatz Huflattich – Tussilago farfara

Des Wanderers Klopapier, so tituliert man seine Blätter, die große Fläche zeigen, leicht behaart sind und aus so mancher dringlicher Patsche halfen. Leider ist im Vorfrühling dem Wanderer nicht geholfen, weil sich diese Blätter erst nach der Blüte zeigen. Dafür ist diese Blüte jedes Jahr mehr voluminös, bei günstigen Standorten kann sich der Huflattich mit breiten Massen in der Flur zeigen. Seine Wurzeln schieben sich unterirdisch bis zu 2m weit, beständig weiter, so das der eingenommene Platz als raumgreifend bezeichnet werden kann.

Erst wenn die strahlenden, gelben Blüten verblüht und auch die Samen vom Wind davon getragen sind, erscheinen die zuerst spitz zusammengerollten Blätter, welche sich dann am Stängel entrollen. Der pelzige Bewuchs verschwindet nach einiger Zeit zunächst von der Blattoberseite und bei älteren Blättern dann auch überwiegend von der Unterseite.

Zeitig im Frühjahr erscheinen zunächst nur die sattgelben Blüten, die etwa 300 weibliche Zungenblüten und 30 bis 40 männliche Röhrenblüten enthalten. Diese duften schwach honigartig und schmecken ähnlich wie die Blätter, jedoch etwas süßer. Verblühte Stängel strecken sich beträchtlich und sind bei der Reife der Samen aufrecht stehend, um den Abflug bestmöglichst zu erreichen. Dies begünstigt die Ausbreitung durch Luftbewegungen, ähnlich wie bei Löwenzahn (Taraxacum).

Die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis April. Somit gehört der Huflattich zu den ersten Vorfrühlingsblumen und wird von Bienen, Käfern und Schwebfliegen bestäubt. Auch hier helfen Ameisen bei der Verbreitung der Samen. Der Huflattich dient mehreren in ihrem Bestand gefährdeten Schmetterlingsarten als Futterpflanze, darunter den Raupen des Alpen-Würfeldickkopffalters (Pyrgus cacaliae), der Großen Bodeneule (Rhyacia lucipeta) und der Gelblichen Alpen-Erdeule (Xestia ochreago).

Tussilago farfara

Des Weiteren gilt er als Zeigerpflanze für staunasse Bereiche und ist eine bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz. Schon im Altertum war bekannt, dass Huflattich bei Bronchitis und Asthma hilft, denn die ätherischen Öle der Blüten und Blätter haben eine schleimlösende Wirkung.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Franzosen die Blätter jung als Beigabe zu Salaten verwenden. Wir können uns diese Wirkung bei hartnäckigem Husten und Verschleimung zu nutze machen, indem wir getrocknete Blätter auf einem heißen Ofen verglühen lassen und den Rauch einatmen. Zudem enthält die Pflanze einen hohen Anteil an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Zink, Magnesium, Kieselsäure und Eisen. Knospen, Blüten und genauso Blütenstiele schmecken wunderbar im Salat. Ebenso werden die Blüten als essbare Dekoration genutzt und in Bratlingen verarbeitet. Junge Blätter können auch im  Kräuterquark verwendet werden. Blätter und Blütenstängel schmecken auch als Gemüse gegart, dazu passen gut Kartoffeln. Große Blätter eignen sich als Blattrouladen, gefüllt mit Käse und Gemüse.

Die Blätter können auch Suppen zugegeben werden.

Ab September kann die Wurzel geerntet, zu Bratlingen verarbeitet oder gemeinsam mit anderem Wurzelgemüse gekocht werden. Für den gleichnamigen Tee werden Blüten und Blätter gesammelt und getrocknet. Zwei Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Ein Absud aus Huflattich wird bei schnell fettender Haut und schuppigen, fetten Haaren verwendet. Um diesen herzustellen, braucht man:

500 ml Wasser bis zum Siedepunkt erhitzen, zwei Esslöffel Huflattichblätter hinzugeben und einmal aufkochen lassen. Vom Herd nehmen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Für die Gesichtsreinigung und zum Einmassieren für Haare und Kopfhaut verwenden.

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