Mythos Hainbuchen (Carpinus)
Carpinus betulus

Mythos Hainbuchen (Carpinus)

Die gemeine Hainbuche (Carpinus betulus) ist die einzige Art, die in Mittel-Europa beheimatet ist. Sie wurde auch Hagebuche genannt, wobei das “hag” im althochdeutschen Einfriedung bedeutet, was sich auf die Schnittfähigkeit bezieht.

junge Heckenpflanzung

Oft sieht man die Hainbuchen als Hecke, selten in Einzelstellung, wo sie aber auch eine schöne Erscheinungsform darstellt. Sie kann 25m Höhe erreichen und gut 150 Jahre alt werden, aber durch das auf Stock setzen kann man dieses auch ein wenig strecken.

Hainbuchen sind monözisch, es kommen männliche und weibliche Blüten auf einem Individuum vor. Die Blütenstände sind Kätzchen. Die Bestäubung übernimmt der Wind. Blütezeit ist im April und Mai. Die Fruchtstände sind im Herbst oft Unterschlupf von Kleinstinsekten. Man kann sich aus den Samen der Hainbuche problemlos selbst Bäumchen heran ziehen. Der Samen braucht den Kältereiz um zu keimen. Die Früchte lösen sich erst während der Wintermonate ab und beschreiben dabei eine schraubenförmige Flugbahn.

ältere Hecke

Sie verträgt heiße Sommer und ist winterhart bis minus 30°. Das Holz ist weiß bis grauweiß, was ihr auch den Namen Weißbuche einbrachte, sehr schwer und hart, noch härter als das Holz der Buchen (Fagus), die im Übrigen nicht mit ihr verwandt ist. Das Holz wurde früher im Klavierbau genutzt, als Parkett verbaut, da es kaum über ausgeprägte Jahresringe verfügt. Auch für Webstühle und landwirtschaftliche Geräte wurde es eingesetzt, da es sich frisch gut, aber getrocknet nicht mehr spalten lies.

Unter den über 70 Insektenarten, die die Hainbuche befallen, wie zum Beispiel der Hainbuchensplintkäfer (Scolytus carpini), wobei dieser nicht spezialisiert vorkommt. Außerdem sind gut 200 Pilze bekannt, die den Baum befallen. Sämlinge und Früchte werden von Nagetieren gefressen. Wildverbiss kommt vor.

Schon während der Römerzeit wurden Hainbuchenhecken gepflanzt, da sie im Zusammenspiel mit Heckenrosen, Brombeeren und dornigen Wildobst in undurchdringlicher Form zusammen wuchsen und zur Hainbildung neigt. Als Wehrhecken mit Äxten angehauen und umgeknickt, war der Wuchs für Fußsoldaten schwer überwindbar.

gut Schnitt verträglich

Als Heilpflanze kann sie gegen Übermüdung und Erschöpfung hilfreich sein.

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