Mythos – Erlen (Alnus)
Alnus

Mythos – Erlen (Alnus)

In Mitteleuropa gibt es die Grün-, die Grau- und die Schwarz-Erle. Sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Erlen sind die einzigen Laubbäume, bei denen die weiblichen Kätzchen verholzen und somit als kleine Zapfen am Baum hängen.

Grau- und Schwarzerlen werden oft an Gewässern gepflanzt, da sie als Uferschutz fungieren. Dieser nährstoffarme Lebensraum wird mit dem Laubfall und mit Wurzelknöllchen mit Stickstoff angereicht, was den Boden verbessert.

Die Erlen bieten zudem zahlreichen Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum.

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Die Grün-Erle (Alnus alnobetula Syn.: Alnus viridis) ist die einzige Strauchförmige hierzulande, sie kann bis zu 6m hoch und über einhundert Jahre alt werden. Die Vermehrung findet über Samen, Wurzelbrut oder durch Absenker von Ästen statt.

Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) wächst rasch in die Höhe von gut 30m, kann bis zu 120 Jahre alt werden und junge Bäume haben ein hohes Lichtbedürfnis, was sie als Pionierbaum ausweist. Sie kann auf zeitweise überschwemmten Standorten überleben. Wird eine Schwarz-Erle gefällt, entsteht durch die Oxidation mit der Umgebungsluft das sogenannte “Bluten” der Erle, weswegen sie auch Rot-Erle genannt wird.

Wobei der Gattungsname Rot-Erle (Alnus rubra) einer amerikanischen Sorte zugeordnet wird!

Die Grau-Erle (Alnus incana) bildet meist krumme Stämme, weswegen das Holz selten verwendet wird. Diese Erle wächst zudem oft mehrstämmig und neigt zur Drehwüchsigkeit.

Schadinsekten an Erlen sind unter Anderem: der Erlenrüssler (Cryptorrhynchus lapathi), die Gespinstmotte (Argyresthia goedartella) und mehrere Epinotia-Arten aus der Familie der Wickler, der Blaue Erlenblattkäfer (Agelastica alni) und der Buchenprachtkäfer (Agrilus viridis). Diverse Pilze ermähren sich von Erlen.

Zudem sind sie als Birkengewächse allergieauslösend.

Erlenholz diente früher zur Herstellung von Holzkohle, welches zu Schießpulver verarbeitet wurde. Es wird als Ersatz für Kirschbaum-, Nussbaum- oder Mahagoni-Holz verwendet. Auch wird Erlenholz für den Bau von Perkussions-Instrumenten (Rassel, Conga, Tamburin u.w.), Streich-, oder Zupf-Musikinstrumenten gewählt.

Als Baum haftet der Erle seit der Keltenzeit ein negativer Ruhm an, da sie mit Hexen und Irrlichtern in Verbindung gebracht wurde, doch zur Ehrenrettung dieses Baumes, sei angemerkt, auf Eichen- und Erlenpfählen wurde Venedig erbaut. Der Erlkönig von Goethe nimmt auch Bezug auf diesen schönen Baum.

Erlen lassen sich auf Stock setzen, um Neuaustrieb zu fördern. Zudem gibt es auch schöne Zuchtformen, wie beispielsweise:

  • ‘Aurea’; 10 Meter hoher, oft mehrstämmiger Baum. Die jungen Triebe sind gelb und werden im Winter orangegelb. Die jungen Kätzchen sind orange, austreibende Blätter sind gelbgrün und werden später hellgrün.
  • ‘Laciniata’; ein 10 bis 12 Meter hoher Baum mit hellgrünen Blättern
  • ‘Pendula’; 6-8m hoher Baum mit hängenden Zweigen

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