Mythos Eichen (Quercus)
Eiche

Mythos Eichen (Quercus)

Knorrig und urig, die Last der Jahre sieht man den Eichen oft nicht an, so schön ist ihre Erscheinung, ob als Einzelbaum, als Allee oder als Wald. Geschichtsträchtig sind einzelne Vertreter dieser Laubbäume. Als Gerichtsbäume, als Galgenbäume, aber auch als Bräutigamseichen fand der Baum Einzug in unsere Erzählungen, Sagen, Gedichten und Gemälden.

junge Eiche

In Europa wächst die heimische Trauben- und Stieleiche, sie werden zu den typischen Vertretern der Weißeichen gezählt.

Eichen sind an ihrer Frucht, der Eichel, zu erkennen und, für geübte Augen, in den einzelnen Arten zu unterscheiden. Die Eichel ist eine Nussfrucht. Diese Bäume beherbergen eine ungewöhnliche Vielfalt an Insekten, bis zu 1000 Arten in einer Krone wurden gefunden, diese Spezialisierung gilt als Zeichen für eine stabile Koevolutionsbeziehung zwischen den betroffenen Lebewesen.

Eichen sind Nahrungshabitat von vielen Schmetterlingen, deren Raupen an ihr fressen. Sie wird in Mitteleuropa nur von der Salweide übertroffen. Beide beherbergen über 100 Arten. Die selten gewordene Vierpunkt-Ameise legt ihre Nester gern am Fuß von Eichen an, spezialisierte Käfer wie der Hirschkäfer, der kleine und große Eichenbock, sowie der Eichen-Widderbock sind dort häufig anzutreffen und auch der Eichelhäher legt, ebenso wie das Eichhörnchen, umfangreiche Vorräte aus Eicheln und anderen Nüssen an. Diese Tiere benötigen daher alte Baumbestände um satt zu werden, zwar erlaubt sich die Eiche alle paar Jahre eine Eichenmast, jedoch braucht auch dieser Baum ein gewisses Alter, bis es zur ersten Fruchtbildung kommt.

Eiche

Diese Bäume können bis zu 40m hoch werden, erreichen teils ein vierstelliges Alter und haben dadurch auch oft einen imposanten Stamm, zu nennen wäre da die Dagobertseiche, die in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts mit 14,86m den größten, bisher gemessenen Stammumfang hatte.

Die Eiche gilt als Lebensbaum, sie steht mit ihrem dauerhaften Holz und ihrer Lebensspanne für das ewige Leben. Die drei ältesten Vertreter in Europa sollen, die 1000-1200 jährige Eiche in Bad Blumau (Oststeiermark), eine Stieleiche in Bulgarien über 1600 Jahre und die Königseiche in Dänemark ca. 1400 bis 2000 Jahre alt geschätzt worden sein. Teils ist so eine Schätzung nicht einfach, weil Eichen innen hohl, trotzdem weiter wachsen können.

Friedrich Gottlieb Klopstock, schrieb 1774 „Die Eiche war bei unseren Vorfahren mehr als etwas Symbolisches, sie war ein geheiligter Baum, unter dessen Schatten die Götter am liebsten ausruhten.“

Eiche

Das Eichenlaub, zierte als Zahlungsmünzen, schon vor Christi Geburt antike Münzen von Epirus, wurde auf Pfennigen im Kaiserreich bis hin zur Neuzeit auf 1,2 und 5 Cent verwandt. Als Papiergeld hervorzuheben ist der 5-DM-Schein, der im Mai 1963 das erste Mal ausgegeben wurde. Als französische Goldmünze, “Marianne”, die Rückbesinnung auf die Revolution, als man aus Dankbarkeit für die gewonnenen Freiheit Eichen pflanzte. Es sollen gegen 1792 gut 60.000 Eichen gewesen sein.
Weiterhin trugen auch Münzen der deutschen demokratischen Republik das EichenLaub auf der Rückseite.

In der Wappenkunde wurde das Symbol für Unsterblichkeit, Standhaftigkeit, Kraft und Beständigkeit oft genutzt, es gab sogar einen Ritterorden. Heutzutage findet sich das Blatt auf militärischen Hoheitszeichen und Orden wieder.

Das wertvolle Holz fand im Schiffsbau Verwendung und wird heutzutage für Möbel, Türen und als Brennholz genutzt.

Als besondere Eiche hervorzuheben, ist die Korkeiche, die im westlichen Mittelmeerraum heimisch ist, da aus ihrer Rinde Korken für Wein, Sekt und Champagner-Flaschen, sowie Korkfußböden und weitere Korkprodukte hergestellt werden.

Siehe auch: https://www.monumentale-eichen.de/

 

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