Kräuterspirale auf schmaler Grundfläche im Hortus Megabombus
Nachher - Die Kräuterspirale ist fertig, die Kräuter stehen schon zum Einpflanzen bereit

Kräuterspirale auf schmaler Grundfläche im Hortus Megabombus

Die Planung

2017 erstellten wir unsere Kräuterspirale als erstes Element der Ertragszone im Hortus Megabombus. Wir entschieden uns nach längerer Überlegung für einen Standort vor der Ligusterhecke, der lichttechnisch nicht perfekt ist (Halbschatten), jedoch für uns am praktischsten erschien. Die Spirale liegt nur wenige Meter von der Küchenausgangstür entfernt.

Den lichttechnischen Nachteil glichen wir etwas über die Ausführung der Spirale aus. Wir planten eine große Höhe der Spirale, insbesondere im mittleren Bereich. Der Turm hat eine Höhe von über 1m. Trotz der schmalen Grundfläche.

Wir konnten die Spirale zwar fast vier Meter breit planen. Bis zur Ligusterhecke stand uns jedoch nur etwas mehr als ein Meter zur Verfügung. Deshalb vermörtelten wir die Steine, um insbesondere den hohen Turm standsicher zu bekommen. Wir verwendeten alte Ziegel aus einer Ziegelei aus dem 19. Jahrhundert und kombinierten diese mit Natursteinen aus Tuff.

Im hinteren Bereich lassen wir einige Vertikalfugen offen. Damit gibt es etwas Platz in den Fugen für Kriech- und Kleintiere. Nachfolgend beschreiben wir die einzelnen Schritte.

Vorher – Die Fläche für die Kräuterspirale vor der Ligusterhecke
Nachher – Die Kräuterspirale ist fertig, die Kräuter stehen schon zum Einpflanzen bereit

 

Schritt 1: Aushub, Schotterpolster und Grundsteinlegung

Zunächst hoben wir die Grube für die Spirale aus, im Durchschnitt etwa 35cm Lehmboden. Anschließend füllten wir die Grube lageweise mit Kalk-Naturschotter auf, um eine verdichtete, kapillarbrechenden Tragschicht zu schaffen und mögliche Setzungen zu verhindern. Nach dem Einbau einer 10 cm starken Lage verdichteten wir intensiv, bevor die nächste Lage eingebracht wurde.

Aushub des Lehmbodens, im Mittel 35 cm. Der vertiefte Bereich links wurde für das Mörtelfass vorbereitet.
Merle füllte den ersten Eimer mit dem Naturschotter auf.

Dann erfolgte die Grundsteinlegung. Das braune Recycling-Papier stellt die Schablone für die innere Rundung dar.

Sobald die Tragschichthöhe erreicht war, wurde der Grundstein gelegt. Da der mittlere Turm kreisrund werden sollte, nutzten wir eine Schablone.

 

Die weitere Form setzten wir dann nach Augenmaß. Wichtig war, dass die erste Reihe “im Lot” und sorgfältig gemauert wurde.

Besonders wichtig war, das Mörtelfass gerade (eben) einzubauen. Um noch etwas justieren zu können, planten wir unter dem Fass noch eine 5cm hohe Sandschicht über dem Schotter ein. Nachdem das Fass genau ausjustiert war, füllten wir es direkt mit Wasser auf, damit es bei den weiteren Arbeiten nicht mehr verrutschte.

Dass Fass ist eingebaut und aufgefüllt. Die erste Ebene (Steinreihe) ist nahezu abgeschlossen

Die historischen Ziegel kamen aus einer alten Ziegelei und wurden erstmals um 1830 verbaut. Die unterschiedlichen Färbungen sind durch Sinterungen entstanden. Um die Mauerung etwas aufzulockern, integrierten wir ein paar Tuff-Natursteine. Dies erkennt man später insbesondere im oberen Bereich des Mauerwerks.

Die gebrauchten Ziegel aus einer Ziegelei, erstmalig 1830 verbaut
Die Natursteine aus Tuff

 

Schritt 2: Erstellen des Mauerwerks

Nachdem die erste Reihe gemauert war, ging es nahezu spielerisch weiter. Da die Tuffsteine integriert wurden und optisch die Mauer unterbrachen, war das Mauern einfach und konnte nahezu ohne Wasserwaage durchgeführt werden. Im hinteren Bereich verfüllten wir die Vertikalfugen nur teilweise, so dass hier noch etwas Platz für Kleintiere gibt.

Das Mauern war nahezu ohne Wasserwaage möglich. Wichtig ist, dass “Fuge über Fuge” vermieden wird. Ansonsten wird es instabil.
Zwischenstand – die Randbereiche sind schon fertig. Jetzt muss noch der Turm komplettiert werden.
Fertig! Gemauert und gesäubert – jetzt kann die Spirale befüllt werden.

 

Schritt 3: Befüllen der Kräuterspirale

In einer Kräuterspirale sollen verschiedene “Zonen” hergestellt werden. Die Feuchtzone nah am kleinen Teich, die Normalzone und die mediterrane Zone, in der es keine Staunässe geben darf und das Wasser schnellstmöglich abfließen soll.

Das bedeutete für unsere Kräuterspirale, dass je weiter vom kleinen Teich (Kübel) entfernt der Standort immer trockener werden soll. Im Turm, dem höchsten Punkt, erreicht dann die mediterrane Zone ihren buchstäblichen Höhepunkt. Das bedeutete, dass am kleinen Turm vor allem versickerungsfähiges Material eingebaut wurde. Im mittleren Bereich wurde die Normalzone und im Bereich des Teiches die Feuchtzone hergestellt.

Bis ca. 30cm unter Oberkante Mauerwerk wird zunächst noch die versickerungsfähige Kalkschotterlage eingebracht und verdichtet.
Die tiefe Zone am “Teich” wird mit Blumenerde aufgefüllt.
Der mittlere Bereich erhält zunächst eine Lage mit dem örtlichen Lehmboden. Wie hier zu erkennen ist, läuft der Lehmboden am Turm aus.
Der Lehmboden wird noch leicht abgedeckt mit Blumenerde. Besonders wichtig: Im Bereich der Mediterranen Zone wird der Sand-/ Schotteranteil immer größer. Dies ist an der Färbung der oberen Lage zu erkennen.

 

Schritt 4: Bepflanzen der Kräuterspirale

Wir wählten für die Kräuterspirale im Hortus Megabombus überwiegend mehrjährige Kräuter aus. Wir pflanzten beispielsweise Lavendel, verschiedene Thymiansorten, Rosmarin, verschiedene Pfefferminzen, Salbei, Liebstöckel, Brunnenkresse, Pimpinelle, Sauerampfer und vieles mehr.

Die Bepflanzung wird den Zonen angepasst. Oben im Turm sind Rosmarin und Lavendel in der mediterranen Zone gut zu erkennen.
Blick von vorne.

 

Zwei Jahre später

Erweitert wurde die Kräuterspirale noch um den 40cm breiten vorgelagerten Streifen. Hier brachten wir das Saatgut mit unterschiedlichen Kornblumen und Jungfer im Grünen aus.

 

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Autor:
Kai Scholz
Hortus Megabombus

Urheberrechte der Bilder und Texte liegen beim Autor Verwendung nur nach vorheriger Genehmigung.

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