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Kleine Klette

Kleine Klette – Arctium minus

Kleine Klette

Eine echte Europäerin.

Die Kleine Klette wächst als zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 1,5 oder 2 Metern. Sie bildet eine bis zu 30 cm tief in den Boden reichende, dicke Pfahlwurzel aus. Die vegetativen Pflanzenteile sind grünlich bis rötlich-purpurfarben und spärlich mit spinnenartigen Haaren bedeckt oder kahl. Der Stängel ist gut verzweigt.

Die Kleine Klette besitzt im ersten Jahr in einer grundständigen Rosette angeordnete und im zweiten Jahr wechselständig am Stängel verteilt angeordnete Laubblätter. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der mit spinnenartigen Haaren bedeckte Blattstiel ist typischerweise hohl, bis zu 40 cm lang und oben gerillt. Die Grundblätter sind mit einer Länge von bis zu 60 cm relativ groß. Die unteren Stängelblätter besitzen eine eiförmige Blattspreite mit gestutzter bis herzförmiger Spreitenbasis. Der Blattrand ist gebuchtet bis gewellt. Nach oben hin werden die Stängelblätter kleiner. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die Blattunterseite ist wollig behaart.

Die Kleine Klette bildet im zweiten Lebensjahr Blütenstände aus. Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Blütenstände sind dornig. Die Einzelblüten (Brakteen) sind mit Haken versehen. Die fast kugeligen, körbchenförmigen Blütenstände weisen einen Durchmesser von etwa 2 cm auf. In den Blütenkörben sind nur zwittrige Röhrenblüten vorhanden. Die Blütenfarbe ist rosa- bis lavendelfarben.

Es werden glatte Achänen mit einem Pappus gebildet. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Kleine Klette

Blütenbiologisch handelt es sich um den „Disteltyp“. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Schmetterlinge.

Ausbreitungseinheit sind die Klett-Fruchtstände mit hakigen Hüllblattspitzen und zahlreichen glatten Achänen. Die zur Fruchtzeit weitgehend geschlossenen Körbchen bleiben im Fell von Tieren hängen und werden zum Teil unversehrt abgerissen, wie dies bei Kletthaftern vorkommt. Danach werden die Klettfrüchte allmählich ausgeschüttelt. Zu Anfang der Reife können die Kletten noch an der Pflanze haften, schleudern dann aber beim Zurückschnellen der sparrig-dürren Pflanze die Früchte aus und werden damit zum Tierstreuer. Bei Nässe bleiben aber auch die Früchte selbst am Tierfell haften und werden damit zum Wasserhafter. Dazu kommt noch die Möglichkeit der Bearbeitungsausbreitung der Früchte durch Körner fressende Vögel, wie beispielsweise durch Distelfinken. Der Pappus der Achänen ist brüchig und hautreizend. Es handelt sich um einen Wintersteher. Nach Vertrocknung der Blütenstände und bei Reife der Früchte heften sich die Haken der Samenstände an Menschen oder Tiere, um so den kompletten Fruchtstand, als Diaspore, zu transportieren.

Samenstand Klette

Durch die Anhaftung der Klette im Fell bei Tieren kann dieser bis zur Haut durch die Bewegung des Tieres gelangen und sich schmerzhaft in dessen Haut bohren. Sofortiges Absammeln hilft dagegen.

Kleine Klette

Die Kleine Klette gedeiht am besten auf stickstoffreichen, aber eher kalkarmen oder kalkfreien, locker-steinigen Lehmböden. Sie besiedelt Ödland, Ufer, Zäune, Wegränder. Im Allgemeinen tritt sie häufig auf.  Sie meidet aber Hochlagen.

Medizinisch wird die Wurzel genutzt. Sie findet Anwendung bei

  • trockene Kopfschuppen mit und ohne Haarausfall
  • trockene, glanzlose Haare
  • trockene, schuppende Ekzeme, auch der Kopfhaut
  • Pilzerkrankungen der Haut, auch Fuß- und Nagelpilz
  • unreine Haut inkl. Akne in den Wechseljahren

Ihre Wirkungen sind antibiotisch, pilzhemmend, leicht abführend. leicht entwässernd, schweißtreibend und wundheilend.

Kletten-Arten werden auch als Raupenfutterpflanzen genutzt:

Großer Hopfen-Wurzelbohrer (Hepialus humuli)
Buchdruckereule oder Adereule (Naenia typica)
Große Bodeneule (Rhyacia lucipeta)

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