[Weg 07-26] Hortus Chelidonium
Verfasst: So 19. Jul 2026, 15:04
Bedeutung: Chelidonium majus, das Schöllkraut ist zu anfangs ziemlich dominierend im Garten gewesen, vieles haben wir auch stehen gelassen. Da es sowohl eine Wild- als auch alte Heilpflanze ist, passt es gut zu unser Vorstellungen eines Natur- und Heikräuter/ Bauerngarten als Hortus und es blüht und blüht
Name: Philipp & Lisa (Urtica)
PLZ: 21339, Niedersachsen
Größe in m2: +/-300m2
Hallo allerseits,
endlich traue ich mich mal unseren Garten vorzustellen, nachdem ich schon eine Weile hier mitlese. wir haben Garten und Haus im Sommer 2025 übernommen. Da wir das Haus ökologisch kernsanieren, war im ersten Sommer nur das nötigste im Garten angesagt: eine riesige Seerose aus dem Teich entfernen, um dann die Fische wegzugeben und ein wenig Strukturerhalt im Gemüse- und Staudengarten.
Im Prinzip ist der Garten schon ganz gut angelegt gewesen: Pufferzone gut eingewachsen, Ertragszone mit Kompost-Wirtschaft, Laubhaufen, Totholz und Steine vorhanden, Wildpflanzen willkommen, Regenwassernutzung mit derzeit 3 Tonnen, was bisher hier in Norddeutschland ausreicht... Ein paar invasive Bewohner haben sich aber auch über die Zeit eingeschlichen, Naturmodule sind ausbaubar und vor allem magere Standort (noch) Mangelware. Wir möchten aber nicht blindlinks alles rausreißen und umbuddeln, alles darf sich langsam entwickeln. Erstmal eine/zwei Saison beobachten und erforschen ist die Devise.
Stand Juli 2026
Pufferzone: Es ist ein Endreihenhaus Garten, zu einer kleinen Straße begrenzt von einer ca 30m langen alten Hecke an einem kleinen Hang.
- Arten: ein schöner alter Efeu (Altersform) umrandet die Ertragszone im hinteren Teil des Gartens, unter unserer großen Edelkastanie im vorderen Bereich neben dem Haus ist auch ein alter Efeu. Unter der gesamten Hecke ist eine dicke Laub- und Wurzelschicht, die Igeln und Mäusen Unterschlupf bietet.
- weitere Arten, die wir in der Hecke bestimmen konnten: vornehmlich Liguster, ein nicht heimischer Spierstrauch, Traubenkirschen, Wildkirsche, Weißdorn, Brombeere (wohl auch schlitzblattriege) ua, ... Unter- und durchwachsen zB von filzigem Hornkraut, Efeu, Platterbsen und Immergrün. Es wachsen am Hang Wildkräuter wie natürlich Schöllkraut, Kompasslattich, Löwenzahn, Mohn, Ferkelkraut, Beifuß usw. Ich schneide regelmäßig die Mahonie raus, da sie leider in den dichten Wurzeln nicht ohne viel Kollateralschäden auszugraben ist... Auch Goldrute kommt immer wieder hier und da
- zu den Nachbarn: drei Rosen (irgendwelche fruchtbaren Kulturformen) Jostabeere und Apfelbeere mit Giersch Unterbewuchs, Brennessel, Klettenlaubkraut, Waldmeister, Storchschnabel, Farn auch Mohn, Kornblume, Minzen ua.
Hotspot-Zonen: Derzeit bestimme ich die vorhandenen Pflanzen in mehreren '4 Jahreszeiten' Staudenbeeten / Hochstaudenfluren und Randbepflanzungen und nehme invasive Arten raus/ dämme sie ein (silberblättrige Goldnessel, kanadische Goldrute, Nachtkerze, Berufkraut)
Es gibt Standorte im hinteren Garten nach Süden, neben dem Haus nach Osten und vor dem Haus nach Nord mit Abendsonne.
Der Anteil heimischer Pflanzen ist derzeit vermutlich ca 70% wobei ich nicht jede kleine Pflanze bestimmt habe. Eine Auswahl (nicht alles streng heimisch) die ich bisher halbwegs identifizieren konnte (Süd+ Obst) ua: Palmblatt-Nieswurz, Scharbockskraut, Blaustern, Narzissen, Buschwindröschen, Winterlinge, Krokusse, Wiesen-Schlüsselblume, Gewöhnlicher Erdrauch, Efeu-Ehrenpreis, Hunds-Kerbel, Traubenhyazinthen, Tulpen, Gundermann, Waldmeister, Wald-Erdbeere, Kriechender Günsel, Schöllkraut, purpur Taubnessel, Vogelmiere, Gewöhnliches Hirtentäschel, Dolden-Milchstern, Akelei, Futterwicke, Kornblume, Fingerhut, Acker-Vergissmeinnicht, Kletten-Labkraut, Wiesen-Sauerampfer, große Brennessel, Zwerg-Storchschnabel, Nelkenwurz, Gartenwolfsmilch, Gewöhnliches Greiskraut, Pfirsichblättrige Glockenblume, Wiesen-Pippau, Saat-Lein, Hopfenklee, Brunnenkresse, Rübsen, Echtes Johanniskraut, Weißer Mauerpfeffer, Breit- und Spitzswegerich, Mutterkraut, Weißklee, Katzenminze, Rainfarn, Wildes Löwenmaul, Zitronenmelisse, großblütige Königskerze, Kohl- Gänsedistel, wilde Malve, Wurmfarn, Schafschwingel und jede Menge weitere Gräser, die ich nicht bestimmen konnte und eine Stockrose
Vor dem Haus: ua. Geflecktes Lungenkraut, Blauroter Steinsame, Gemeiner Frauenmantel, Acker- Glockenblume auch nicht heimisches wie Taglilie, Lavendel und Garten Sonnenauge. Eine Kletterhortensie
-was ich gern noch hätte: kleinere Magerwiesenbeete, ein Steinbeet neben dem Teich. Einen alten Flieder entfernen dafür einen Apfelbaum pflanzen... Ach und Käferkeller, Nisthilfen und und und
Ertragszone: es gibt
- ein Gewächshaus, derzeit mit Tomaten, Gurken, Basilikum, Rucola
- Ein Gemüsegarten, dieses Jahr: drei Schwestern (Milpa), Salate, Bohnen, Erbsen, Kartoffel, physalis, Rettich, Rüben, Minigurke, alles selbst gezogen aus samenfestem Bio Saatgut. Ringelblume, Mohn, Borretsch, Löwenzahn usw wachsen von allein... umranden die Beete und es blüht und summt schön.
- Gehölze: Himbeere, rote Johannesbeeren, Brombeere, Jostabeere, schwarze Apfelbeere, alter Kirschbaum, Quitte, Esskastanie, auch ein Rhabarber
- 2 Hochbeete mit Erdbeeren und Schnittlauch und Knoblauch
Es gibt verstreut noch Zitronenmelisse, Minze, Lavendel, Salbei, Rosmarin, Thymian, Estragon, Majoran, Winter-Bohnenkraut ...
Zwei alte Schnell-Komposter sind in Betrieb, sollen noch zu einem Superbeet umgebaut werden. Ich würde gern Flächenkompost ausprobieren.
Mulch für die Beete kommt derzeit hauptsächlich vom Rasenschnitt von den Wegen und Grünschnitt von Rändern.
Naturmodule:
Ein wachsender Steinhaufen neben dem Teich, Totholz als Beetumrandungen, ein Totholzhaufen im Halbschatten neben den Haus, wo sich durch eine Baustelle auch eine Art Sandbeet entwickelt hat, daran grenzt ein Strauchhaufen/ Benjes(h)ecke und Laubhaufen. Auch unter der Kastanie ist ein Laub- und Strauchhaufen.
- der Teich ist neben der Terrasse und mit Sumpfschwertlilie, Flatterbinse, Blutweiderich, Kleine Wasserlinse, Sumpfdotterblume, Farn, Hornkraut und viel Algen
und neuerdings einem Teichfrosch 
- 3-4 kleinere Wasserstellen, 5 Nistkästen im Garten verteilt
- ein Miniteich in Mörtelkübel mit einem Teil der Seerose
- provisorische Trockenmauer und Ziegelsteinhaufen
Wir beobachte noch was sich so zeigt und machen uns erstmal mit den Gegebenheiten und dem Garten vertraut. Währenddessen lerne ich mehr und mehr zum Hortus Konzept, bestimme jede Pflanze und Insekten die ich entdecke und beobachte. Ich habe meine ersten Mulchwürste gedreht, wir haben Vögel beobachtet (neben Spatz, Kohl- und Blaumeise, Rotkehlchen, Stieglitz, Amsel und co hat im Efeu eine Mönchsgrasmücke gebrütet, ein Gartenrotschwanz kam vorbei sowie ein Girlitz. Zwei Igel streunern nachts umher.
Beobachtete Insekten (bestimmt mit ObsIdentify) :
zB Rotschopfige Sandbiene, Gehörnte Mauerbiene, Rostrote Mauerbiene, Rotbäuchige Wespenbiene
Braunbürstige Hosenbiene, Erdhummel, Ackerhummel, Vierzehnpunkt Marienkäfer
Bänderschnecken, Schließmundschnecke
Nachtigall Grashüpfer, Plink (was es alles gibt
), Faulbaum Bläuling, Kleiner Kohlweisling, Admiral, Große Pechlibelle, Goldfliege, Laufwölfe ....
Ich freue mich auf den Austausch hier im Forum und habe schon viele nützliche Dinge gelernt
Grüße
Urtica
Name: Philipp & Lisa (Urtica)
PLZ: 21339, Niedersachsen
Größe in m2: +/-300m2
Hallo allerseits,
endlich traue ich mich mal unseren Garten vorzustellen, nachdem ich schon eine Weile hier mitlese. wir haben Garten und Haus im Sommer 2025 übernommen. Da wir das Haus ökologisch kernsanieren, war im ersten Sommer nur das nötigste im Garten angesagt: eine riesige Seerose aus dem Teich entfernen, um dann die Fische wegzugeben und ein wenig Strukturerhalt im Gemüse- und Staudengarten.
Im Prinzip ist der Garten schon ganz gut angelegt gewesen: Pufferzone gut eingewachsen, Ertragszone mit Kompost-Wirtschaft, Laubhaufen, Totholz und Steine vorhanden, Wildpflanzen willkommen, Regenwassernutzung mit derzeit 3 Tonnen, was bisher hier in Norddeutschland ausreicht... Ein paar invasive Bewohner haben sich aber auch über die Zeit eingeschlichen, Naturmodule sind ausbaubar und vor allem magere Standort (noch) Mangelware. Wir möchten aber nicht blindlinks alles rausreißen und umbuddeln, alles darf sich langsam entwickeln. Erstmal eine/zwei Saison beobachten und erforschen ist die Devise.
Stand Juli 2026
Pufferzone: Es ist ein Endreihenhaus Garten, zu einer kleinen Straße begrenzt von einer ca 30m langen alten Hecke an einem kleinen Hang.
- Arten: ein schöner alter Efeu (Altersform) umrandet die Ertragszone im hinteren Teil des Gartens, unter unserer großen Edelkastanie im vorderen Bereich neben dem Haus ist auch ein alter Efeu. Unter der gesamten Hecke ist eine dicke Laub- und Wurzelschicht, die Igeln und Mäusen Unterschlupf bietet.
- weitere Arten, die wir in der Hecke bestimmen konnten: vornehmlich Liguster, ein nicht heimischer Spierstrauch, Traubenkirschen, Wildkirsche, Weißdorn, Brombeere (wohl auch schlitzblattriege) ua, ... Unter- und durchwachsen zB von filzigem Hornkraut, Efeu, Platterbsen und Immergrün. Es wachsen am Hang Wildkräuter wie natürlich Schöllkraut, Kompasslattich, Löwenzahn, Mohn, Ferkelkraut, Beifuß usw. Ich schneide regelmäßig die Mahonie raus, da sie leider in den dichten Wurzeln nicht ohne viel Kollateralschäden auszugraben ist... Auch Goldrute kommt immer wieder hier und da
- zu den Nachbarn: drei Rosen (irgendwelche fruchtbaren Kulturformen) Jostabeere und Apfelbeere mit Giersch Unterbewuchs, Brennessel, Klettenlaubkraut, Waldmeister, Storchschnabel, Farn auch Mohn, Kornblume, Minzen ua.
Hotspot-Zonen: Derzeit bestimme ich die vorhandenen Pflanzen in mehreren '4 Jahreszeiten' Staudenbeeten / Hochstaudenfluren und Randbepflanzungen und nehme invasive Arten raus/ dämme sie ein (silberblättrige Goldnessel, kanadische Goldrute, Nachtkerze, Berufkraut)
Es gibt Standorte im hinteren Garten nach Süden, neben dem Haus nach Osten und vor dem Haus nach Nord mit Abendsonne.
Der Anteil heimischer Pflanzen ist derzeit vermutlich ca 70% wobei ich nicht jede kleine Pflanze bestimmt habe. Eine Auswahl (nicht alles streng heimisch) die ich bisher halbwegs identifizieren konnte (Süd+ Obst) ua: Palmblatt-Nieswurz, Scharbockskraut, Blaustern, Narzissen, Buschwindröschen, Winterlinge, Krokusse, Wiesen-Schlüsselblume, Gewöhnlicher Erdrauch, Efeu-Ehrenpreis, Hunds-Kerbel, Traubenhyazinthen, Tulpen, Gundermann, Waldmeister, Wald-Erdbeere, Kriechender Günsel, Schöllkraut, purpur Taubnessel, Vogelmiere, Gewöhnliches Hirtentäschel, Dolden-Milchstern, Akelei, Futterwicke, Kornblume, Fingerhut, Acker-Vergissmeinnicht, Kletten-Labkraut, Wiesen-Sauerampfer, große Brennessel, Zwerg-Storchschnabel, Nelkenwurz, Gartenwolfsmilch, Gewöhnliches Greiskraut, Pfirsichblättrige Glockenblume, Wiesen-Pippau, Saat-Lein, Hopfenklee, Brunnenkresse, Rübsen, Echtes Johanniskraut, Weißer Mauerpfeffer, Breit- und Spitzswegerich, Mutterkraut, Weißklee, Katzenminze, Rainfarn, Wildes Löwenmaul, Zitronenmelisse, großblütige Königskerze, Kohl- Gänsedistel, wilde Malve, Wurmfarn, Schafschwingel und jede Menge weitere Gräser, die ich nicht bestimmen konnte und eine Stockrose
Vor dem Haus: ua. Geflecktes Lungenkraut, Blauroter Steinsame, Gemeiner Frauenmantel, Acker- Glockenblume auch nicht heimisches wie Taglilie, Lavendel und Garten Sonnenauge. Eine Kletterhortensie
-was ich gern noch hätte: kleinere Magerwiesenbeete, ein Steinbeet neben dem Teich. Einen alten Flieder entfernen dafür einen Apfelbaum pflanzen... Ach und Käferkeller, Nisthilfen und und und
Ertragszone: es gibt
- ein Gewächshaus, derzeit mit Tomaten, Gurken, Basilikum, Rucola
- Ein Gemüsegarten, dieses Jahr: drei Schwestern (Milpa), Salate, Bohnen, Erbsen, Kartoffel, physalis, Rettich, Rüben, Minigurke, alles selbst gezogen aus samenfestem Bio Saatgut. Ringelblume, Mohn, Borretsch, Löwenzahn usw wachsen von allein... umranden die Beete und es blüht und summt schön.
- Gehölze: Himbeere, rote Johannesbeeren, Brombeere, Jostabeere, schwarze Apfelbeere, alter Kirschbaum, Quitte, Esskastanie, auch ein Rhabarber
- 2 Hochbeete mit Erdbeeren und Schnittlauch und Knoblauch
Es gibt verstreut noch Zitronenmelisse, Minze, Lavendel, Salbei, Rosmarin, Thymian, Estragon, Majoran, Winter-Bohnenkraut ...
Zwei alte Schnell-Komposter sind in Betrieb, sollen noch zu einem Superbeet umgebaut werden. Ich würde gern Flächenkompost ausprobieren.
Mulch für die Beete kommt derzeit hauptsächlich vom Rasenschnitt von den Wegen und Grünschnitt von Rändern.
Naturmodule:
Ein wachsender Steinhaufen neben dem Teich, Totholz als Beetumrandungen, ein Totholzhaufen im Halbschatten neben den Haus, wo sich durch eine Baustelle auch eine Art Sandbeet entwickelt hat, daran grenzt ein Strauchhaufen/ Benjes(h)ecke und Laubhaufen. Auch unter der Kastanie ist ein Laub- und Strauchhaufen.
- der Teich ist neben der Terrasse und mit Sumpfschwertlilie, Flatterbinse, Blutweiderich, Kleine Wasserlinse, Sumpfdotterblume, Farn, Hornkraut und viel Algen
- 3-4 kleinere Wasserstellen, 5 Nistkästen im Garten verteilt
- ein Miniteich in Mörtelkübel mit einem Teil der Seerose
- provisorische Trockenmauer und Ziegelsteinhaufen
Wir beobachte noch was sich so zeigt und machen uns erstmal mit den Gegebenheiten und dem Garten vertraut. Währenddessen lerne ich mehr und mehr zum Hortus Konzept, bestimme jede Pflanze und Insekten die ich entdecke und beobachte. Ich habe meine ersten Mulchwürste gedreht, wir haben Vögel beobachtet (neben Spatz, Kohl- und Blaumeise, Rotkehlchen, Stieglitz, Amsel und co hat im Efeu eine Mönchsgrasmücke gebrütet, ein Gartenrotschwanz kam vorbei sowie ein Girlitz. Zwei Igel streunern nachts umher.
Beobachtete Insekten (bestimmt mit ObsIdentify) :
zB Rotschopfige Sandbiene, Gehörnte Mauerbiene, Rostrote Mauerbiene, Rotbäuchige Wespenbiene
Braunbürstige Hosenbiene, Erdhummel, Ackerhummel, Vierzehnpunkt Marienkäfer
Bänderschnecken, Schließmundschnecke
Nachtigall Grashüpfer, Plink (was es alles gibt
Ich freue mich auf den Austausch hier im Forum und habe schon viele nützliche Dinge gelernt
Grüße
Urtica