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Genossenschaftsbauten

Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 13:50
von Technotikum
Ich hatte vor einiger Zeit die Idee, die Genossenschaft, der das Gebäude und Grundstück gehört, anzuschreiben damit sie nicht mehr mähen. Habe Unterschriften gesammelt (7 von 14 Parteien haben unterschrieben, der Rest war entweder erreichbar oder kommentierte mit "Ne ich unterschreib nicht, mir ist das wurscht") und dann hingeschrieben.
Bald kam die Antwort... letzte Woche in größter Hitze, wurde alles plattgemäht. Die Malve die wuchs, hatte nicht mal die Chance sich auszusäen.
Fällt euch etwas ein, womit man die Genossenschaft umstimmen kann? Oder überhaupt mal aufklären? Die reden da irgendwas von wegen Allergie gegen Disteln.BildBild..

Re: Genossenschaftsbauten

Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 14:22
von tree12
Allergien... :omm Ein Totschlagargument... Allergien gibt es auch gegen diverse nichtheimische Pflanze. Kirschlorbeer z. B. ist in allen Teilen sehr giftig.

Erst einmal vielen Dank für Dein Engagement!! :thumb

Wenn man unwissenden Personen den Umwelt/Natur/Artenschutz näherbringen möchte, muß man leider (immer noch) auf sogenannte "Akzeptanzarten" setzen, also Pflanzen, die ein gutes Image haben und hübsch sind, z. B. der Klatschmohn, Flockenblumen, Hornklee, Königskerzen, Wiesensalbei etc. Bei Insekten wären das der Marienkäfer oder die Hummeln. Keinesfalls erwähnen dürfte man "Solitärwespen" oder Hornissen oder gar Blattläuse - die Tiere gelten als gefährlich, lästig oder pflanzenvernichtend.

Die haben nur gelesen "Distel" und waren schon entsetzt, ohne sich mit der Pflanze an sich auseinandergesetzt zu haben... Der Laie denkt sofort an z. B. die Ackerkratzdistel und hat total verwilderte Ackerflächen vor Augen, wo sich Distel an Distel reiht und kein Durchkommen mehr ist.

Was super wäre, wenn Du alle Parteien dazu bringen könntest, eine Unterschrift zu leisten.

Vielleicht können die Gärtner bei jedem Einsatz immer nur eine Hälfte der Wiese mähen? Darfst Du dort ein wildes Beet anlegen (mit fürs Auge schönen Pflanzen)? Und mit Erklärschild, daß es ein Insektenbeet wird, vielleicht ein Schmetterlingsbeet. Schmetterlinge im Sommer mag jeder. Sag die Pflege zu, vielleicht im Wechsel mit anderen Mietparteien?

Vielleicht mag die Hausverwaltung ein wenig Geld in die Hand nehmen und einen Tiny Forest anlegen? Schöne Bilder dazu gibt es auf der Seite von Miya. Da kann man auch Bänke hinstellen und einen Treffpunkt für die Hausgemeinschaft schaffen.

Steter Tropfen höhlt den Stein - ich wünsche Dir ganz viel freundliche Hartnäckigkeit.... :D

Re: Genossenschaftsbauten

Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 14:34
von Technotikum
Danke das sind gute Ideen :) am Samstag grillen wir in der Siedlung, da werd ich mal ansprechen ob wir noch einen Anlauf wagen. Eventuell bekomm ich auch einen befreundeten Botaniker ins Boot.

Ja im Nachhinein war die Distel wahrscheinlich sehr unglücklich gewählt.

Dass man bloß keine Tiere erwähnen darf, ist leider tatsächlich so. Als ich einer Verwandten erzählte, dass ich ein Sandarium für Wildbienen angelegt hab, kam sofort ein schockiertes "Würd ich nicht machen, die Kinder werden sicher gestochen."

Re: Genossenschaftsbauten

Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 14:50
von tree12
Furchtbar, diese Unwissenheit... :omm Da muß man sich in Gelassenheit üben und jede Gelegenheit zur Aufklärung nutzen.

Komisch - Autos können Menschen verletzen oder gar töten. Trotzdem wollte niemand ohne sie leben. Im Haushalt werden ätzende Reinigungsmittel verwendet, Medikamente liegen offen herum ebenso wie Zigarettenkippen. Kleinkinder können im Putzeimer ertrinken.

Die häuslichen Gefahren für Kinder werden meist ignoriert. Aber wehe, draußen fliegt eine Wespe herum oder auf dem Klee sitzt eine Honigbiene. Da bricht dann gleich die Panik los.

Re: Genossenschaftsbauten

Verfasst: Mi 1. Jul 2026, 19:57
von Ann1981
Trees Vorschlägen kann ich ungeingeschränkt zustimmen.

Wenn die Hoffläche/ Rasenfläche eckig ist, könntet ihr anbieten, in den Ecken gepflegte Staudenbeete anzulegen. Das ergäbe im Inneren eine runde oder ovale Rasenfläche sowie Übergänge zu den kleinen Gärten - viel harmonischer fürs Auge. Wenn ihr dann die Pflege unter den interessierten Bewohner aufteilt, könnte das ein Attraktivitätspunkt sein.

Ich glaube, eine große ungemähte Fläche (Wildwuchs) schreckt erst einmal ab. Die Argumente der Gesellschaft kann ich nachvollziehen: Sie sind juristisch für die Instandhaltung wie auch die Gesundheit der Anwohner verantwortlich. Da greift dann das standardisierte Garten- und Gesundheitswissen.

Zu den "is mir egal"-Mietern: Je nach Persönlichkeit kann man sie ev. zu einer Zustimmung überreden, indem man darauf hinweist, dass es euch nicht egal ist, ihr aber ihr Einverständnis braucht. Da würde ich auch nicht mit Umweltaspekten argumentieren, sondern mit der Ästhetik: Ihr hättet gern mehr Blüh, weniger braun-verdorrtes Gras. Es kostet sie nichts.