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Altersgerechter Hortus....wenn wir Gärtner älter werden
Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 21:31
von Simbienchen
Irgendwann stellt sich jedem von uns die Frage, wie soll ich im hohen Alter noch meinen Garten bewirtschaften ? Wenn die körperlichen Beschwerden mehr werden und die Fitness nicht mehr so gegeben ist. Was geht noch in der Ertragszone?
Ich spüre gerade wie entlastend meine neuen Hochbeete sind, das mühsame Umgraben entfällt und sie sind viel pflegeleichter als Erdbeete. Im Winter werden sie mit Mulch und Kompostmaterialien gefüttert, so dass auch viel anfallendes Material direkt verräumt ist und die Beeterde lebendig bleibt.
Dicht bepflanzte Staudenbeete unterdrücken von selbst unliebsame Unkräuter und benötigen dadurch weniger Pflegeaufwand.
Wie geht ihr mit diesen Gedanken um und welche Vorsorgemaßnahmen trefft ihr jetzt schon dafür?
Re: Altersgerechter Hortus....wenn wir Gärtner älter werden
Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 22:38
von Ann1981
Der Umgestaltung des Gartens meiner Schwiegereltern, dem Hortus Ager Dei, lag und liegt die Absicht eines altersgerechten Gartens zu Grunde. Sie ist dem Gedanken des Permakulturprinzips, das ja auch Bestandteil des Hortus-Konzepts ist, entsprungen: Ein Garten für alle tatsächlichen und potenziellen Nutzer.
Vorrangig geht es mir um begehbare Wege. Der Garten hat ein Gefälle von 20-25% und ist in sich noch wellig. Erst einmal legte ich Wege an. Vorher waren es 1500qm Rasen mit Bäumen drauf. Nach und nach begradigte ich sie: z.T. durch Auffüllen von Löchern, z.T. durch Erdarbeiten. An einer Stelle schuf ich eine Ebene.
Das Mähen sollte erleichter werden. Dafür versuche ich, gerade Winkel zu vermeiden. Dadurch entfällt das Vor- und Rückgezirkel mit dem Mäher sowie das Wenden in umzäunten Bereichen. Das finde ich persönlich besonders lästig.
Die Flächen, die regelmäßig gemäht werden "müssen", wurden verkleinert: ca. 140qm Blumenwiese, auf Wegen und der Ebene ein Blumen-Kräuterrasen (Maht nur alle 4-6 Wochen notwendig, wird aber nicht gemacht).
Der Pool bekam ein Deck als ebene Fläche drumherum. Es ist von der Konstruktion ein Karport - mit einem Loch in der Mitte. Mir dient es als Rankgerüst für Weinreben und Hängemattenhalterung.
In Planung ist die Beleuchtung des Hauptweges vom Eingang zum Haus. Das ist dann aber mehr für die Folgegeneration, also uns. Meine Schwiegis sind, soweit ich weiß, nach Sonnenuntergang nicht mehr draußen.
Der Anbau einjähriger essbarer Pflanzen, sprich Gemüsebeete, spielen in dem Garten noch keine Rolle, weil wir etwa nur alle drei Wochen dort sind.
Re: Altersgerechter Hortus....wenn wir Gärtner älter werden
Verfasst: So 28. Jun 2026, 09:06
von Amarille
Seit diesem Jahr beschränke ich meine Ertragszone auf meine Hochbeete und die Terrasse direkt am Haus. Auf bestimmte Gemüse verzichte ich nun aus Platzgründen, die Gemüse die mir wichtig sind (Bohnen, Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini und Winterkohl) konnte ich tatsächlich in meinen Hochbeeten, Freiflächen und Kübel unterbringen. Altergerecht ist inzwischen mein Wassermanagement, 3 Regenwasserbehälter sind so aufgestellt das ich in der Ertragszone nur wenige Schritte habe und mir damit das Gießkannengeschleppe erspare. Ich kann jetzt jederzeit sofort agieren, auch mal nur für ne halbe Stunde und muss kein Auto mehr packen um im entfernten Wiesengarten zu arbeiten. Gerade jetzt, bei dieser Hitze, ist das viel wert. Die Beete im Wiesengarten werden wir mit Wildobst auffüllen so das nur noch 1-2x jährlich gemäht und nicht mehr gegossen werden muss. Inzwischen ist mir nicht mehr die Größe der Ertragszone wichtig, sondern die Kulturen die darin wachsen (sollen). Samenechte alte Haussorten aus Südeuropa, die noch zu haben sind, die nicht gepäppelt werden müssen und die schon immer zum Speiseplan oder Bevorratung angebaut wurden. Trotz meiner abgespeckten Gartenarbeiten bin ich noch gut eingespannt, während meine Freunde sich im Urlaubsstress befinden bin ich ab Februar mit Anzuchten beschäftigt und bin damit völlig zufrieden. Ich hoffe das noch lange so machen zu können, der nächste Spar-Schritt wäre auf die Ertragszone zu verzichten. Die beiden anderen Zonen benötigen wenig Zuwendung und werden weder gegossen noch großartig gepflegt, das Staudenbeet erhält sich von selbst, die Hecke ist inzwischen teileweise zu Bäumen geworden. Dank akkubetriebener Hilfsmittel ist alles gut händelbar. Wenn das alles nicht mehr geht, dann werden wir wohl auch nicht mehr in unserem Haus wohnen bleiben können, die Nachfolger werden dann eh alles platt machen und sich nach ihren Wünschen einrichten.
Re: Altersgerechter Hortus....wenn wir Gärtner älter werden
Verfasst: So 28. Jun 2026, 10:20
von Alma
Ich schreibe mal aus Sicht der selbstständigen Gärtnerin.
Die meisten Aufträge habe ich für Rückschnitt von Hecken und von Fehlplanung zu großer Bäume/Sträucher die klein gehalten werden müssen. Inklusive der großen Mengen an Schnittgut welches entsorgt werden muss.
Zudem Staudenbeete mit Bewässerungsanlage - da wachsen die Stauden, aber auch das 'Unkraut' welches ich dann jäten muss.
Das sind Arbeiten die man mit guter Planung nicht machen muss
Re: Altersgerechter Hortus....wenn wir Gärtner älter werden
Verfasst: So 28. Jun 2026, 13:03
von Poco Loco
Wir haben auch unseren größten Gartenteil mit Staudenbeeten, Obstbaumwiese, Randstreifen mit Johannisbeeren und Brombeeren, etwas Magerwiese vor dem Insektenhotel, der Kräuterspirale mit angrenzendem Magerbereich und Wiesen mit den Nussbäumen und -Sträuchern, dem Kompost mit großem Brennesselbeet und dem Teichbereich mit Totholzhecke.
Diese Elemente haben wir als Wochenendpendler, die nur bestimmte Zeit für den Garten haben und ihn dabei auch noch genießen wollen, auch im Hinblick auf Pflegeleichtigkeit im Alter gestaltet.
Wir hatten zunächst vollständig auf Gemüse verzichtet, haben aber jetzt wie Amarille die Pflanzkästen in der Nähe der Regenwassertonnen und mit eingegrabenen Ollas. Die Tomaten wachsen und haben teilweise Büschel mit mehr als dreißig Blüten (bei fünf Pflanzen in einer großen Maurerwanne).
@Amarille Nochmal Danke für den Tipp mit dem Auseinanderpflanzen. Ich wollte es machen, aber dann kam massig Arbeit dazwischen mit Verschieben und Verschieben, weil andere Dinge wie Pflege meiner Mutter, älterer Hund, Glasfaseranschluss und wichtige Termine im Job die ganze Zeit gefressen haben. Jetzt haben wir nach dem Verlegen des Hausanschlusses noch einen nassen Keller, vermutlich weil beim Zumachen der Gehwege sehrausgiebig mit den Rüttelplatten über der Abwasserleitung gearbeitet wurde... Aber ich schaue einfach mal. Da Du gesagt hast, dass Tomaten Starkzehrer sind und die konventionelle Zucht teils in Nährlösung erfolgt, habe ich sie mit Holzwolle abgedeckt und gieße bei Anwesenheit im Verhältnis 9:1 mit dem gesammelten Alfhilde-Inhalt. Die ersten Tomaten haben schon 3 cm Durchmesser. Ich werde berichten. Im Mittelalter hatte man in Paris auch Hochbeete fast komplett mit Pferde- und Menschenmist und die Gärtner haben die Stadt nahezu vollständig mit Gemüse versorgt. Wir hoffen einfach mal als dümmste Bauern die dicken Kartoffeln zu ernten.

Wenn es schiefgeht, dann werde ich nie wieder mehr als zwei Pflanzen in großen Maurerkübeln unterbringen.
Lang Rede, kurzer Sinn. Wir haben den Gemüseanbau auch im Hof mit kurzen Wegen zum Gießen und schneckengeschützt. Die Kästen haben wir mit Kompost und abgelagertem Pferdemist gefüllt.
In mir reift aber auch noch regenfaßnah eine Idee von zwei parallel Hochbeeten aus Hohlblocksteinen ca. 1,2 x 4 m im Abstand von 1,2 m. Dann möchte ich dort an jede Seite 1,2 m Breite und ca 5 m Länge Baustahlmatten mit Armierungsstäben einklemmen, um dort Kürbisse, Bohnen und Gurken zu züchten und natürlich bei dem vielen Baumschnitt von über 20 Apfelsorten, den Beerensträuchern, etc auch Schnittgut zu entsorgen. Das ist aber ein Projekt für frühestens nächste Saison, natürlichauchkurze Wege, wenig Bücken und altersfreundlich.