Hortus Pars Naturae - Garten als Teil der Natur
Verfasst: Mo 16. Mär 2026, 18:23
Hortus-Name: Hortus Pars Naturae
Bedeutung des Hortus-Namens: Garten als Teil der Natur
Dein Name: Juliane
Postleitzahl (oder franz. Region): 14612
Hortus-Ort: Region Falkensee / östliches Havelland
Hortus-Land: Deutschland
Größe in m2: Grundstück 1000m², Gartenfläche ca. 2/3 davon
Liebe alle,
ich hatte mich 2022 schon einmal hier angemeldet, um unseren Garten vorzustellen. Leider folgten kurz darauf mehrere persönliche Schicksalsschläge und ich habe das Projekt nicht weiter verfolgt. Mittlerweile konnte ich wieder zur Ruhe kommen und Kraft sammeln. Hier also der 2. Anlauf!
Am Anfang
2013 haben wir einen Garten im östlichen Havelland übernommen, später dann dort unser Haus gebaut. Waren am Anfang noch der Wuchs von Wildkräutern für unsere Meerschweinchen ausschlaggebend, erwuchs daraus ein großes Interesse am naturnahen Gärtnern sowie ökologischen Wirtschaften. Gemeinsam mit einer lokalen Initiative engagierte ich mich anschließend mehrere Jahre in Sachen Umwelt- und Naturschutz. Das brachte tolle Synergieeffekte zustande und nicht zuletzt dadurch entwickelte sich unser Garten immer mehr in Richtung Naturgarten. Mein Besuch bei der lieben Sara und ihrem Hortus Nova et Vetera gleich um die Ecke vor einigen Jahren hat mich ebenfalls ermuntert, den Garten Richtung Hortus zu entwickeln.
Irgendwo habe ich dann mal folgenden Spruch gelesen: „Garten als Teil der Natur, Natur als Teil des Gartens“ und fand ihn so herrlich passend. Nicht abgegrenzt von der übrigen Natur, sondern alles ineinandergreifend. So, wie die drei Zonen ja auch verzahnt sind. Daraus leitete ich unseren (künftigen) Hortusnamen ab: Hortus Pars Naturae – Der Garten als Teil der Natur.
Mein letztes Projekt war das Kartieren unserer Pflanzen bei NaturaDB. Ich freue mich, dass von bisher 120 Arten 114 Wildformen/einheimische Sorten sind. Die einheimischen Pflanzen überwiegen also deutlich.
Die drei Zonen
1. Hot-Spot-Zone
Diesen Teil umzusetzen war am schwersten, da unser Grundstück im Zuge des Hausbaus großteils mit „guter Gartenerde“ (
) aufgeschüttet wurde und wir nicht mehr den Vorteil des mageren märkischen Sandbodens nutzen konnten. Hätten wir uns nur eher Gedanken gemacht! Zu spät. Wir magern nun seit Jahren nach und nach stellenweise ab und auch den Vorgarten – gehört zur Gemeinde – dürfen wir naturnah erhalten. Mit Saatgut von Rieger Hofmann (Wiese) haben wir 2024 und 25 nochmal einige Stellen im Garten eingesät, sodass sich nun schöne, artenreiche Wieseninseln entwickeln. Erste Erfahrungen mit der Sense konnte ich ebenfalls machen und werde unbedingt am Ball bleiben.



2. Pufferzone
Unser Garten wird an drei Seiten von Sträuchern und Hecken begrenzt. Darunter: Haselnuss, Feldahorn, Liguster, Felsenbirne, Kreuzdorn sowie Beerensträucher (= Ertragszone), schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, wolliger Schneeball sowie ein großer Weißdorn als Baum.
Es ist eine bunte Mischung primär aus Hecke und vereinzelt solitär stehenden Gehölzen.
3. Ertragszone
Wir bewirtschaften Hochbeete und Beete auf Erdniveau. Hier bauen wir Gemüse und Kräuter an. Ich achte darauf, ausschließlich samenfestes Saatgut zu benutzen, idealerweise aus der Region (z.B. von Keimzelle, Dreschflegel und dem VERN e.V.). Daneben gibt es Beerensträucher (u.a. Johannes-, Josta-, Stachel-, Him- und Brombeeren) und Obstbäume (Apfel, Birne, Bauernpflaume) sowie Nüsse (Walnussbaum, Haselnusssträucher). An zwei Kompoststellen stellen wir unsere eigene Komposterde her. Unsere im Durchschnitt 4-6 Meerschweinchen helfen netterweise mit, indem sie reichlich Hinterlassenschaften produzieren.
Wir haben ausgeprägte Brennnesselbestände, aus denen ich Jauche herstelle. So bildet sich ein schöner Kreislauf und wir kaufen nichts von außen nach. Gegossen wird fast ausschließlich in der Ertragszone, fast alles andere ist standortgerecht angepflanzt und kommt prima mit Trockenheit klar. Ausnahme Sumpfbeet, hier gießen wir nach, wenn der Bedarf da ist. Wenn wir gießen, nutzen wir Regenwasser (3x 600l). In sehr heißen, trockenen Jahren weichen wir auf Brunnenwasser aus (ungern). Wir versuchen, soviel Wasser wie möglich zu sparen und schauen uns Techniken aus anderen Klimazonen ab (z.B. Ollas aus Spanien).

Naturmodule
Vorab: Wir sind dem Prinzip des „Hortelns“ verfallen. Immer mit offenen Augen unterwegs, sammeln wir gerne Material ein und nutzen es weiter.
1) So ist u.a. unser Teich entstanden. Leider ist es kein klassischer Naturteich, sondern „nur“ eine Teichschale. Diese gehörte einer Freundin, die sie wegwerfen wollte. Viel zu schade! Also haben wir sie übernommen und mit einheimischen Pflanzen bestückt, u.a. Froschlöffel, Sumpf-Schwertlilie und Krebsschere. Gleich im ersten Jahr siedelten sich Frösche sowie Hufeisen-Azurjungfern an.
2) Um unsere Schwengelpumpe (läuft mit Brunnenwasser) herum ist eine kleine Sumpfzone entstanden. Hier wachsen u.a. Blutampfer, Blutweiderich und Rote Lichtnelken.
3) Mehrere Totholzstapel und wilde Ecken dürfen sich langsam zersetzen. Hier ist üblicherweise viel Mulm zu finden und einiges Getier, was unserem treuen Igel seit Jahren sehr gefällt. Letzterer überwintert immer sehr zuverlässig unter einer Europalette und ignortiert geflissentlich sowohl wilde Ecken als auch ein extra für ihn gebautes Igelhaus.
4) Auf große Nisthilfen verzichten wir und setzen auf kleinteilige Lebensräume. Nichtsdestotrotz haben wir Vogelkästen aufgehängt (werden sehr gut angenommen), ein Hummelhaus gebaut (bisher nicht angenommen) und schaffen zusätzlichen Wohnraum für Wildbienen (z.B. markhaltige Stängel). Unser Sandarium ist zu schattig gelegen und wird bisher nicht angenommen, das müssen wir noch einmal neu planen.
ungünstig angelegtes Sandarium:

Ich bin jetzt schon wieder sehr gespannt, was diese Saison passiert! Unsere Pflanzen wandern sicher wieder munter durch den Garten, neue Biotope werden entstehen und ich bekomme hoffentlich einige Tiere vor die Kameralinse. Und: ich merke, dass ich bisher fast nur Detailaufnahmen unseres Gartens habe. Diese Saison werde ich unbedingt mal "Übersichtsbilder" machen und hier nachreichen.
Nach und nach lege ich einige Bilder und Geschichten rund um unseren Garten nach.
Viele Grüße aus dem Havelland/Brandenburg!
Bedeutung des Hortus-Namens: Garten als Teil der Natur
Dein Name: Juliane
Postleitzahl (oder franz. Region): 14612
Hortus-Ort: Region Falkensee / östliches Havelland
Hortus-Land: Deutschland
Größe in m2: Grundstück 1000m², Gartenfläche ca. 2/3 davon
Liebe alle,
ich hatte mich 2022 schon einmal hier angemeldet, um unseren Garten vorzustellen. Leider folgten kurz darauf mehrere persönliche Schicksalsschläge und ich habe das Projekt nicht weiter verfolgt. Mittlerweile konnte ich wieder zur Ruhe kommen und Kraft sammeln. Hier also der 2. Anlauf!
Am Anfang
2013 haben wir einen Garten im östlichen Havelland übernommen, später dann dort unser Haus gebaut. Waren am Anfang noch der Wuchs von Wildkräutern für unsere Meerschweinchen ausschlaggebend, erwuchs daraus ein großes Interesse am naturnahen Gärtnern sowie ökologischen Wirtschaften. Gemeinsam mit einer lokalen Initiative engagierte ich mich anschließend mehrere Jahre in Sachen Umwelt- und Naturschutz. Das brachte tolle Synergieeffekte zustande und nicht zuletzt dadurch entwickelte sich unser Garten immer mehr in Richtung Naturgarten. Mein Besuch bei der lieben Sara und ihrem Hortus Nova et Vetera gleich um die Ecke vor einigen Jahren hat mich ebenfalls ermuntert, den Garten Richtung Hortus zu entwickeln.
Irgendwo habe ich dann mal folgenden Spruch gelesen: „Garten als Teil der Natur, Natur als Teil des Gartens“ und fand ihn so herrlich passend. Nicht abgegrenzt von der übrigen Natur, sondern alles ineinandergreifend. So, wie die drei Zonen ja auch verzahnt sind. Daraus leitete ich unseren (künftigen) Hortusnamen ab: Hortus Pars Naturae – Der Garten als Teil der Natur.
Mein letztes Projekt war das Kartieren unserer Pflanzen bei NaturaDB. Ich freue mich, dass von bisher 120 Arten 114 Wildformen/einheimische Sorten sind. Die einheimischen Pflanzen überwiegen also deutlich.
Die drei Zonen
1. Hot-Spot-Zone
Diesen Teil umzusetzen war am schwersten, da unser Grundstück im Zuge des Hausbaus großteils mit „guter Gartenerde“ (
2. Pufferzone
Unser Garten wird an drei Seiten von Sträuchern und Hecken begrenzt. Darunter: Haselnuss, Feldahorn, Liguster, Felsenbirne, Kreuzdorn sowie Beerensträucher (= Ertragszone), schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, wolliger Schneeball sowie ein großer Weißdorn als Baum.
Es ist eine bunte Mischung primär aus Hecke und vereinzelt solitär stehenden Gehölzen.
3. Ertragszone
Wir bewirtschaften Hochbeete und Beete auf Erdniveau. Hier bauen wir Gemüse und Kräuter an. Ich achte darauf, ausschließlich samenfestes Saatgut zu benutzen, idealerweise aus der Region (z.B. von Keimzelle, Dreschflegel und dem VERN e.V.). Daneben gibt es Beerensträucher (u.a. Johannes-, Josta-, Stachel-, Him- und Brombeeren) und Obstbäume (Apfel, Birne, Bauernpflaume) sowie Nüsse (Walnussbaum, Haselnusssträucher). An zwei Kompoststellen stellen wir unsere eigene Komposterde her. Unsere im Durchschnitt 4-6 Meerschweinchen helfen netterweise mit, indem sie reichlich Hinterlassenschaften produzieren.
Naturmodule
Vorab: Wir sind dem Prinzip des „Hortelns“ verfallen. Immer mit offenen Augen unterwegs, sammeln wir gerne Material ein und nutzen es weiter.
1) So ist u.a. unser Teich entstanden. Leider ist es kein klassischer Naturteich, sondern „nur“ eine Teichschale. Diese gehörte einer Freundin, die sie wegwerfen wollte. Viel zu schade! Also haben wir sie übernommen und mit einheimischen Pflanzen bestückt, u.a. Froschlöffel, Sumpf-Schwertlilie und Krebsschere. Gleich im ersten Jahr siedelten sich Frösche sowie Hufeisen-Azurjungfern an.
2) Um unsere Schwengelpumpe (läuft mit Brunnenwasser) herum ist eine kleine Sumpfzone entstanden. Hier wachsen u.a. Blutampfer, Blutweiderich und Rote Lichtnelken.
3) Mehrere Totholzstapel und wilde Ecken dürfen sich langsam zersetzen. Hier ist üblicherweise viel Mulm zu finden und einiges Getier, was unserem treuen Igel seit Jahren sehr gefällt. Letzterer überwintert immer sehr zuverlässig unter einer Europalette und ignortiert geflissentlich sowohl wilde Ecken als auch ein extra für ihn gebautes Igelhaus.
4) Auf große Nisthilfen verzichten wir und setzen auf kleinteilige Lebensräume. Nichtsdestotrotz haben wir Vogelkästen aufgehängt (werden sehr gut angenommen), ein Hummelhaus gebaut (bisher nicht angenommen) und schaffen zusätzlichen Wohnraum für Wildbienen (z.B. markhaltige Stängel). Unser Sandarium ist zu schattig gelegen und wird bisher nicht angenommen, das müssen wir noch einmal neu planen.
ungünstig angelegtes Sandarium:
Ich bin jetzt schon wieder sehr gespannt, was diese Saison passiert! Unsere Pflanzen wandern sicher wieder munter durch den Garten, neue Biotope werden entstehen und ich bekomme hoffentlich einige Tiere vor die Kameralinse. Und: ich merke, dass ich bisher fast nur Detailaufnahmen unseres Gartens habe. Diese Saison werde ich unbedingt mal "Übersichtsbilder" machen und hier nachreichen.
Viele Grüße aus dem Havelland/Brandenburg!