tree12 hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 16:13
Solche Zusammenhänge müßten in den Lernstoff aller weiterführenden Schularten integriert werden.
Das finde ich auch, und zwar mit Ausrufungszeichen!
Ich hab mich praktisch meine ganze Schulzeit über geärgert, wie wirklichkeitsfern der Biologieunterricht war. Was für sinnlose Themen man da teilweise monatelang behandelt hat, aber dann so sinnvolle Sachen wir ökologische Kreisläufe und Abhängigkeiten, Artenvielfalt, Biotope, Botanik... mal kurz unter "ferner liefen", obwohl Ökologie-Themen eigentlich immer mal wieder auf dem Lehrplan stehen. Und bei anderen Fächern wie Erdkunde oder Wirtschaft & Politik ganz ähnlich (die Nebenfächer heißen ja in jedem Bundesland anders...) schlecht.
Ich erinnere mich noch heute über ein Referat von mir über Manganknollen und ihren Abbau, und als ich dann über die massiven ökologischen Schäden hinweisen wollte, die das verursacht, wurde mir gesagt, daß das aber nicht das Thema sei (sondern nur Was [ist eine Manganknolle]? Wo [sind sie]? Warum und Wie [werden sie abgebaut]? Aber nicht: welche Probleme verursacht der Abbau – was ich halt als letzten Punkt bringen wollte, aber dann quasi nicht durfte.)
Aber ich hab schon als Schüler die Ansicht vertreten, daß das Schulsystem völlig überholt ist und man eigentlich mal alles, alle Fächer, alle Lehrpläne, die zugrundeliegende Didaktik (also Unterrichtsformen und die Art der Wissensvermittlung) usw. neu aufsetzen müsste. Es wird viel zu oft unwichtiges Faktenwissen vermittelt, das vielleicht 1895 mal wichtig war, als Lexika teuer und Internet nicht erfunden war (nicht mißverstehen: es gibt natürlich auch wichtiges Faktenwissen)... und das 14 Tage nach der Klassenarbeit sowieso vergessen ist. Es müsste viel mehr auf Vernetzung und Zusammenhänge gesetzt werden, auf den Menschen in seiner Umwelt (mit Betonung auf Umwelt) – und nicht darum, wie lang die größten Flüsse in Sibirien sind.