Haben unsere Gärten ausreichend Humusvorrat ?
Verfasst: So 1. Feb 2026, 10:06
Haben unsere Gärten ausreichend Humusvorrat ?
....und wenn die Antwort " Nein" heißt, wie bekommen wir mehr Humus?
Jeder von uns weiß, wie enorm wichtig eine lebendige Humusschicht in unserem Garten ist. Humus ist mit seiner Speicherkapazität von großer Bedeutung für die Nährstoff- und Wasserversorgung unserer Pflanzen und Bodenorganismen.
Aber Humus entsteht auch nur, wenn wir ausreichend organisches Material im Garten belassen. Wenn wir ausreichend Laub und Äste in der Pufferzone belassen, erhält sich die Humusschicht wie in einem natürlichen Wald.
Gucken wir uns das mal an....
Damit Humus entstehen kann, werden ligninhaltige Materialien (beinhaltet in starken faserigen Materialien wie Pflanzenstängel mehrjähriger Pflanzen, Weizenstroh, Kürbisschale, Ästen, Holz...was ist eigentlich Lignin? ( https://www.lwf.bayern.de/wissenstransf ... /index.php) benötigt, die ein Kohlenstoffgerüst haben, die dem Humus sehr nahe sind. ( Das Schwarze (Huminstoffe) im Humus sind die stabilen Kohlenstoffmolekülstrukturen/ Kohlenstoffverbindungen wenn ich das richtig verstanden habe...ihr dürft mich gerne belehren, wenn ich die Begrifflichkeiten nicht richtig genutzt habe)
Warum ist das jetzt wichtig drüber nachzudenken? Es gibt mittlerweile unterschiedliche Ansätze, die aus verschiedenen (wissenschaftlichen?) Bereichen zur Lösung unserer Probleme in der Landwirtschaft und Klimakrise entstanden sind, die wir Gärtner nicht unbeachtet lassen sollten .
Ein Ansatz ist zum Beispiel die Microbielle Carbonisierung von Dipl.Ing. Walter Witte.
(Quelle: Waldgeister Permakultur Podcast 47, Gesunder Boden = Klima / Wie Dauerhumus gemacht wird.)
Erklärt wurde dort, dass dieser Kohlenstoffmolekülkomplex im Boden/ Humus zerfällt, wenn durch Umgraben Sauerstoff eingebracht wird. Der Sauerstoff oxidiert mit dem Kohlenstoffgerüst, was somit zerfällt und als CO2 in Gasform in die Atmosphäre entweicht. Die an dem Kohlenstoffmolekülgerüst gebundenen Nährstoffe werden ebenfalls freigesetzt und aus dem auseinanderfallenden Humus ins Grundwasser gespült.
Das würde z.B. erklären, warum die No-Dig-Methode („nicht graben“) , bekannt und populär geworden durch Charles Dowding, so gut funktioniert und eine bessere Bodenstruktur bewirkt.
Humusentstehung ist von vielerlei Faktoren abhängig und regional im Ab- und Aufbau ganz unterschiedlich. Da spielen Bodenstrukturen, Klimaverhältnisse, Pflanzenvielfalt , biologische Aktivität und Vielfalt des Bodenpersonals, Umweltgifte, andere Störfaktoren und die Menge des organischen Materials eine Rolle.
Humusabbau kann auch durch höhere Temperaturen (bedingt durch den Klimawandel) begünstigt werden, da die Bodenorganismen zu wärmeren und regenreicheren Zeiten aktiver sind, sprich eine höhere biologische Aktivität aufweisen.
Wir "verlieren" also schon durch natürliche Begebenheiten ständig Humus....
Der Drei Zonen Garten von Markus Gastl ist unter anderem geprägt durch das Anlegen von Magerflächen um mehr Vielfalt in der Hotspot - Zone zu ermöglichen. Allerdings sollte der Transfer der organischen Materialien aus der Hotspot - Zone immer den anderen zwei Zonen zugute kommen. Humuspflege und Aufbau ist somit eines der elementarsten Ziele in einem Hortus.
Gerade in der Ertragszone ist Humus ein zentrales Thema. Mit gutem, lebendigen und gepflegten Humus können wir uns einen vielfältigen "Speiseplan" anlegen. Darum mulchen wir unsere Beete ständig, lassen sie ganzjährig abgedeckt und füttern damit unser Bodenpersonal. Das Abdecken schützt zusätzlich vor Winderosion. Denn der Wind kann von unbedeckten Böden -vorzugsweise bei Trockenheit und frisch bearbeiteten Beeten- leichte, lose und humose Partikel mitsamt unserer kleinsten wertvollen Bodenorganismen, Bakterien und Pilzsporen wegtragen.
Kompost ist jedoch noch kein Humus. Echter Humus besitzt eine dunkle Farbe und besteht aus einem stabilen System vieler miteinander verbundenen ringförmigen Kohlenwasserstoffe. Humus ist wasserbindend, fördert die Bodenbiologie und das Pilzsystem.
Und trotzdem lesen und hören wir immer noch, dass es zuviel Material in Gärten gibt, welches in andere Kreisläufe außerhalb des eigenen Hortus gegeben wird.
In vielen Gärten sind es die vielen holzigen Schnittmaterialien, wie Pflanzenstängel und Heckenschnitt, dessen Ressource (ligninhaltig!) als wertvolles Kompostmaterial nicht genutzt und geschätzt wird. Leider werden sie oftmals noch zum Wertstoffhof gebracht, anstatt sie selbst zu verarbeiten und zu verkompostieren.
Lasst uns doch bitte hier weiter erörtern, woran es liegt, dass eigenes anfallendes Material nicht im Garten verbleiben kann...oder ob es doch möglich ist, wenn man die natürlichen "Verarbeitungsprozesse" unterstützt. Welche Möglichkeiten sich auch in kleinen Gärten bieten....
Oder habt ihr schon ein bewusstes "Humusmanagement" , wie pflegt ihr euren Humus? Lasst uns bitte teilhaben...
....und wenn die Antwort " Nein" heißt, wie bekommen wir mehr Humus?
Jeder von uns weiß, wie enorm wichtig eine lebendige Humusschicht in unserem Garten ist. Humus ist mit seiner Speicherkapazität von großer Bedeutung für die Nährstoff- und Wasserversorgung unserer Pflanzen und Bodenorganismen.
Aber Humus entsteht auch nur, wenn wir ausreichend organisches Material im Garten belassen. Wenn wir ausreichend Laub und Äste in der Pufferzone belassen, erhält sich die Humusschicht wie in einem natürlichen Wald.
Gucken wir uns das mal an....
Damit Humus entstehen kann, werden ligninhaltige Materialien (beinhaltet in starken faserigen Materialien wie Pflanzenstängel mehrjähriger Pflanzen, Weizenstroh, Kürbisschale, Ästen, Holz...was ist eigentlich Lignin? ( https://www.lwf.bayern.de/wissenstransf ... /index.php) benötigt, die ein Kohlenstoffgerüst haben, die dem Humus sehr nahe sind. ( Das Schwarze (Huminstoffe) im Humus sind die stabilen Kohlenstoffmolekülstrukturen/ Kohlenstoffverbindungen wenn ich das richtig verstanden habe...ihr dürft mich gerne belehren, wenn ich die Begrifflichkeiten nicht richtig genutzt habe)
Warum ist das jetzt wichtig drüber nachzudenken? Es gibt mittlerweile unterschiedliche Ansätze, die aus verschiedenen (wissenschaftlichen?) Bereichen zur Lösung unserer Probleme in der Landwirtschaft und Klimakrise entstanden sind, die wir Gärtner nicht unbeachtet lassen sollten .
Ein Ansatz ist zum Beispiel die Microbielle Carbonisierung von Dipl.Ing. Walter Witte.
(Quelle: Waldgeister Permakultur Podcast 47, Gesunder Boden = Klima / Wie Dauerhumus gemacht wird.)
Erklärt wurde dort, dass dieser Kohlenstoffmolekülkomplex im Boden/ Humus zerfällt, wenn durch Umgraben Sauerstoff eingebracht wird. Der Sauerstoff oxidiert mit dem Kohlenstoffgerüst, was somit zerfällt und als CO2 in Gasform in die Atmosphäre entweicht. Die an dem Kohlenstoffmolekülgerüst gebundenen Nährstoffe werden ebenfalls freigesetzt und aus dem auseinanderfallenden Humus ins Grundwasser gespült.
Das würde z.B. erklären, warum die No-Dig-Methode („nicht graben“) , bekannt und populär geworden durch Charles Dowding, so gut funktioniert und eine bessere Bodenstruktur bewirkt.
Humusentstehung ist von vielerlei Faktoren abhängig und regional im Ab- und Aufbau ganz unterschiedlich. Da spielen Bodenstrukturen, Klimaverhältnisse, Pflanzenvielfalt , biologische Aktivität und Vielfalt des Bodenpersonals, Umweltgifte, andere Störfaktoren und die Menge des organischen Materials eine Rolle.
Humusabbau kann auch durch höhere Temperaturen (bedingt durch den Klimawandel) begünstigt werden, da die Bodenorganismen zu wärmeren und regenreicheren Zeiten aktiver sind, sprich eine höhere biologische Aktivität aufweisen.
Wir "verlieren" also schon durch natürliche Begebenheiten ständig Humus....
Der Drei Zonen Garten von Markus Gastl ist unter anderem geprägt durch das Anlegen von Magerflächen um mehr Vielfalt in der Hotspot - Zone zu ermöglichen. Allerdings sollte der Transfer der organischen Materialien aus der Hotspot - Zone immer den anderen zwei Zonen zugute kommen. Humuspflege und Aufbau ist somit eines der elementarsten Ziele in einem Hortus.
Gerade in der Ertragszone ist Humus ein zentrales Thema. Mit gutem, lebendigen und gepflegten Humus können wir uns einen vielfältigen "Speiseplan" anlegen. Darum mulchen wir unsere Beete ständig, lassen sie ganzjährig abgedeckt und füttern damit unser Bodenpersonal. Das Abdecken schützt zusätzlich vor Winderosion. Denn der Wind kann von unbedeckten Böden -vorzugsweise bei Trockenheit und frisch bearbeiteten Beeten- leichte, lose und humose Partikel mitsamt unserer kleinsten wertvollen Bodenorganismen, Bakterien und Pilzsporen wegtragen.
Kompost ist jedoch noch kein Humus. Echter Humus besitzt eine dunkle Farbe und besteht aus einem stabilen System vieler miteinander verbundenen ringförmigen Kohlenwasserstoffe. Humus ist wasserbindend, fördert die Bodenbiologie und das Pilzsystem.
Und trotzdem lesen und hören wir immer noch, dass es zuviel Material in Gärten gibt, welches in andere Kreisläufe außerhalb des eigenen Hortus gegeben wird.
In vielen Gärten sind es die vielen holzigen Schnittmaterialien, wie Pflanzenstängel und Heckenschnitt, dessen Ressource (ligninhaltig!) als wertvolles Kompostmaterial nicht genutzt und geschätzt wird. Leider werden sie oftmals noch zum Wertstoffhof gebracht, anstatt sie selbst zu verarbeiten und zu verkompostieren.
Lasst uns doch bitte hier weiter erörtern, woran es liegt, dass eigenes anfallendes Material nicht im Garten verbleiben kann...oder ob es doch möglich ist, wenn man die natürlichen "Verarbeitungsprozesse" unterstützt. Welche Möglichkeiten sich auch in kleinen Gärten bieten....
Oder habt ihr schon ein bewusstes "Humusmanagement" , wie pflegt ihr euren Humus? Lasst uns bitte teilhaben...